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Motive für den Familienkonflikt in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders"

Nationalsozialistische Vergangenheit im Familiengedächtnis

Titel: Motive für den Familienkonflikt in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Sofie Mros (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Ausarbeitung (...) beschäftigt sich mit den familiären Spannungen in Uwe Timms autobiografischem Werk „Am Beispiel meines Bruders“, das 2005 erschienen ist. Im Kontext dieser Arbeit sollen die Gründe für den Konflikt erforscht werden, der im Fall von Timms Werk unweigerlich mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus in Verbindung steht.
Das Faszinierende an Uwe Timms Werk ist für mich die auf jeder Seite spürbare und verzweifelte Suche nach der eigenen Identität, die Timm nur durch Aufarbeitung der familiären Verhältnisse zu finden glaubt. Sein Schreibstil ermöglichte mir als Leserin einen tiefen Einblick in sein Innenleben. Es ist beeindruckend zu lesen, in welcher Art und Weise sich prägende Ereignisse wie der Zweite Weltkrieg in der menschlichen Psyche niederschlagen und welche Auswirkungen das auf das gesamte Leben eines Menschen haben kann. „Am Beispiel meines Bruders“ zeigt eindringlich, welche Konsequenzen sich daraus für das Zusammenleben innerhalb der Familie ergeben und die vermeintlich unüberwindbare Kluft zwischen verschiedenen Generationen. Es war folglich dieser psychologische Aspekt des Buches, der ausschlaggebend für die Wahl des Arbeitsthemas war. Aus diesem Grund wird die generationenspezifische Verarbeitung und Tradierung des nationalsozialistischen Faschismus und des Holocaust einen weiteren Aspekt der Arbeit bilden.

Inhaltsverzeichnis:
(...) Das 2. Kapitel wird die für die Arbeit notwendigen Begriffserklärungen von Generationenkonflikt und Familiengedächtnis vornehmen.
In Kapitel 3 wird schließlich der literarische und inhaltliche Gegenstand des betreffenden Werks benannt, um die Verstehensbasis für die darauf folgenden Kapitel zu gewährleisten.
Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf dem 4. Kapitel, in dem ich die Analyse zweier Faktoren vornehme, die für den Konflikt innerhalb der Familie Timm verantwortlich sind. Es wird sowohl das schwierige Verhältnis zwischen Uwe Timm und seinem Vater Betrachtung finden (4.1) als auch das Bild des verstorbenen Bruders Karl-Heinz im Familiengedächtnis (4.2). In zwei Unterkapiteln werde ich den Bruder in der subjektiven Wahrnehmung der Eltern (4.2.1) und aus der bemüht objektiven Betrachtungsweise des Bruders Uwe Timm (4.2.2) analysieren.

Die Analyse der Familie erfolgt unter ständiger Bezugnahme auf Timms Werk und ausgewählte Literatur zu diesem Forschungsaspekt. Beides befindet sich im Literaturverzeichnis.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen: Generationenkonflikt und Familiengedächtnis

3. „Am Beispiel meines Bruders“: Literarischer und inhaltlicher Kontext

4. Der Konflikt in der Familie Timm

4.1 Auseinandersetzung mit der Vaterfigur

4.2 Das Bild von Karl-Heinz im Familiengedächtnis

4.2.1 Die Idealisierung durch die Eltern

4.2.2 Versuch einer objektiven Betrachtung durch Uwe Timm

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit erforscht die Ursachen für familiäre Konflikte in Uwe Timms autobiografischem Werk „Am Beispiel meines Bruders“ und analysiert, wie die nationalsozialistische Vergangenheit sowie deren Tradierung im Familiengedächtnis die Identitätsfindung der nachfolgenden Generation beeinflussen.

  • Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in deutschen Familien.
  • Analyse des Generationenkonflikts zwischen Eltern und Kindern.
  • Bedeutung des Familiengedächtnisses bei der Konstruktion von Identität.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Vaterfigur und dem verstorbenen Bruder.
  • Die Rolle von Schweigen und Idealisierung in der familiären Erinnerung.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Die Idealisierung durch die Eltern

Diesem Abschnitt sei folgendes Zitat vorangestellt: „Menschen erinnern nicht objektiv. Sie färben Geschichte immer zu ihren Gunsten. Sie leben in einer stilisierten Welt. Es ist nur die Frage, ob die subjektive Wirklichkeit zu fahrlässig, zu gewaltsam entstellend mit den Fakten umgeht.“51 Diese Überlegung lässt sich auch im Kontext dieses Kapitels anstellen, das die Idealisierung des Sohnes Karl-Heinz durch die Eltern thematisiert. Im Folgenden soll eingehend untersucht werden, wie sich das Bild des Sohnes in der subjektiven Wahrnehmung der Eltern zusammensetzt.

Auffallend ist zuerst einmal, dass das Bild des Bruders in der Darstellung beider Elternteile nicht vollkommen identisch ist. Die Mutter bezeichnet ihn als „eher ängstliches Kind“52, das körperlich verhältnismäßig schwach war und häufig ohne ersichtlichen Grund einfach verschwand. In den Beschreibungen des Vaters sind diese sonderbaren, eher negativ besetzten Eigenschaften des Jungen nicht vorzufinden: „Er log nicht. Er war anständig. Und vor allem, er war tapfer […], schon als Kind. Der tapfere Junge.“53 Aus dieser Divergenz ergeben sich zwei Interpretationsmöglichkeiten. Gegebenenfalls sind der Vater oder die Mutter bewusst darum bemüht, den Charakter des Sohnes zu verändern und einen Deutungswandel der Person zu bewirken. Es wäre aber auch möglich, dass den Eltern der Widerspruch in ihren Darstellungen gar nicht bewusst ist. Durch das fortwährende Wiederholen wird das Gesagte schließlich zu „wörtliche[n, L.M.] Festlegungen“54, zu Tatsachen, die sich in das Familiengedächtnis eingeschrieben haben. Der widersprüchliche Charakter dieser „Tatsachen“ spielt dabei keine Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die familiären Spannungen in Uwe Timms Werk „Am Beispiel meines Bruders“ unter Berücksichtigung des Nationalsozialismus zu untersuchen.

2. Begriffsdefinitionen: Generationenkonflikt und Familiengedächtnis: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen wie Generationenkonflikt und Familiengedächtnis erläutert, um das Verhalten innerhalb der Familie Timm einzuordnen.

3. „Am Beispiel meines Bruders“: Literarischer und inhaltlicher Kontext: Das Kapitel bietet einen Einblick in den literarischen Rahmen des Werkes sowie in die biografischen Hintergründe des Ich-Erzählers und seines verstorbenen Bruders Karl-Heinz.

4. Der Konflikt in der Familie Timm: Dieser Hauptteil analysiert die Ursachen der innerfamiliären Spannungen durch die Beleuchtung des Vaterverhältnisses und der Erinnerungsarbeit um den verstorbenen Bruder.

4.1 Auseinandersetzung mit der Vaterfigur: Hier wird die schwierige Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Vater untersucht, die durch das Verschweigen der NS-Vergangenheit und autoritäre Erziehung geprägt ist.

4.2 Das Bild von Karl-Heinz im Familiengedächtnis: Dieses Unterkapitel analysiert, wie der verstorbene Bruder in die familiäre Erinnerung eingebettet wurde.

4.2.1 Die Idealisierung durch die Eltern: Das Kapitel untersucht, wie Eltern durch subjektive Wahrnehmung und Wiederholung ein idealisiertes Bild ihres toten Sohnes konstruierten.

4.2.2 Versuch einer objektiven Betrachtung durch Uwe Timm: Hier wird analysiert, wie der Autor versucht, sich von der elterlichen Darstellung zu lösen und den Bruder kritisch-objektiv zu hinterfragen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, ob Uwe Timm durch die schriftliche Aufarbeitung seine Identität finden konnte.

Schlüsselwörter

Uwe Timm, Am Beispiel meines Bruders, Familiengedächtnis, Generationenkonflikt, Nationalsozialismus, Vaterbücher, Identitätsfindung, Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, Zweiter Weltkrieg, Waffen-SS, Idealisierung, Familienstruktur, Tätergeneration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die familiären Konflikte und die Identitätssuche des Autors Uwe Timm in seinem autobiografischen Werk vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Vergangenheit seiner Familie.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit der Tätergeneration (Vater), das durch das Familiengedächtnis konstruierte Bild des verstorbenen Bruders und die psychologischen Auswirkungen des nationalsozialistischen Erbes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Motive für den Familienkonflikt in Uwe Timms Werk zu ergründen und aufzuzeigen, wie die Tradierung von Erinnerungen die Sicht auf die NS-Vergangenheit innerhalb der Familie verzerrt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse in Verbindung mit sozialpsychologischen Erkenntnissen zur Tradierung von Geschichtsbewusstsein, insbesondere den Theorien von Harald Welzer und dem Konzept der „Vaterbücher“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des schwierigen Verhältnisses zum Vater sowie die Dekonstruktion der Idealisierung des Bruders Karl-Heinz, sowohl durch die elterliche Perspektive als auch durch die objektive Recherche des Autors.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Kernbegriffe sind Familiengedächtnis, Generationenkonflikt, Identitätsfindung, NS-Vergangenheit und das Konzept der „Unfähigkeit zu trauern“.

Wie unterscheidet sich die Sicht der Eltern von der des Autors auf den Bruder?

Die Eltern idealisieren den Sohn Karl-Heinz und blenden seine NS-Vergangenheit aus, um ihn zum „tapferen Jungen“ zu stilisieren, während Uwe Timm eine kritische Prüfung der Quellen vornimmt, um die Wahrheit hinter dem Bild zu finden.

Welche Rolle spielt das Schweigen des Vaters für den Konflikt?

Das Schweigen des Vaters und die Weigerung, die Vergangenheit aufzuarbeiten, führt zu einer Kluft zwischen ihm und dem Sohn Uwe Timm, die letzteren dazu zwingt, durch das Schreiben eine eigene Identität abseits der familiären Tabus zu suchen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Motive für den Familienkonflikt in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders"
Untertitel
Nationalsozialistische Vergangenheit im Familiengedächtnis
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Institut für Germanistik/Abteilung Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Neue Blicke auf den Nationalsozialismus
Note
1,3
Autor
Lisa Sofie Mros (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V168395
ISBN (eBook)
9783640854165
ISBN (Buch)
9783640854400
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Uwe Timm Nationalsozialismus Generationenkoflikt Familiengedächtnis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Sofie Mros (Autor:in), 2010, Motive für den Familienkonflikt in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168395
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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