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Die Zeitschrift "Sibylle" und ihre Frauenbilder 1960 - 1969

Titel: Die Zeitschrift "Sibylle" und ihre Frauenbilder 1960 - 1969

Bachelorarbeit , 2010 , 43 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Claudia Zimmermann (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details


Als Gegenstand der Forschung jener Arbeit wird am Beispiel der Sibylle, dem wohl bekanntesten Frauenmagazin der DDR, analysiert, inwiefern sich das im sozialistischen System der DDR bestandene Frauenbild in den Darstellungen jener widerspiegelten. In erster Linie wird dabei untersucht, welches Frauenbild anhand der inhaltlichen Beiträge vermittelt wurde. Was wurde thematisiert, was vermeintlich nicht? Wie und in welcher Rolle werden Frauen in den Artikeln dargestellt und welche Empfehlungen werden gegeben? Zugleich soll dabei ein Porträt der Sibylle als Magazin für die Frau entstehen. Was bot sie ihren Leserinnen und welche möglichen Funktionen erfüllte die Zeitschrift damit? Dabei soll zunächst auf die Hintergründe der Zeitschrift selbst und die redaktionellen Intentionen in den 60er Jahren eingegangen werden, aber auch die Absichten bei der Illustration von Mode sowie die fotografische Darstellungsweise jener Zeit nähere Beleuchtung finden, um den Rahmen zu vervollständigen. Um schließlich das Bild der Frau im Einzelnen analysieren zu können, werden spezifische Berichterstattungen kategorisiert, wenngleich es schwer ist, dahingehend klare Grenzen zu ziehen. Unter den Bereichen „Die Frau im Beruf “, „Die Frau in der Familie“ und „Körperkult“ werden dann Artikel und Serien zu diesen Themen eingehend auf ihre inhaltliche Darstellung und Aussage untersucht. Beleuchtet werden soll dabei, was der Frau als Leserin dieser Zeitschrift geboten, vielleicht aber auch vorenthalten wurde und welches Leitbild man wiederum damit transportierte. Schließlich wird in einer resümierenden Schlussbetrachtung der Versuch unternommen, die Frage zu beantworten, inwiefern die in der Sibylle dargestellten Frauenbilder und Inhalte zum einen der Propaganda des sozialistischen Systems entsprachen und zum anderen tatsächlich mit der Realität überein gingen. Stellte die Zeitschrift vor diesem Hintergrund eine unterhaltsame und informative Freizeitlektüre dar oder versuchte auch sie ihre Leserinnen nur in die von der Partei vorgegebene Rolle zu drängen? In diesem Zusammenhang soll ebenso geklärt werden, ob es die Zeitschrift mit ihren Beiträgen vermochte, den Alltag etwas bunter zu machen oder durch die Schaffung von Idealen lediglich eine Ideologie verkaufte. Bot sie eine Möglichkeit zur gedanklichen Flucht aus der Wirklichkeit oder zeigte sie tatsächlich erstrebenswerte und erreichbare Ziele auf? Was lebte sie vor, Sein oder Schein?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Stellung der Frau in der DDR der 60er Jahre

III. Zur Funktion von Frauenzeitschriften in der DDR

IV. Die Sibylle 1960 – 1969

IV. 1. Daten, Fakten & Hintergründe

IV. 2. Mode & Fotografie

IV. 3. Darstellungen im Feuilleton

IV. 3. 1. Die Frau im Beruf

IV. 3. 2. Die Frau in der Familie

IV. 3. 3. Körperkult

IV. 4. Sonstige Themenbereiche im Überblick

V. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das Frauenbild der DDR in den 1960er Jahren in der Zeitschrift "Sibylle" konstruiert und vermittelt wurde, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen staatlicher sozialistischer Ideologie und der alltäglichen Lebensrealität der Leserinnen liegt.

  • Analyse der redaktionellen Absichten und des sozialistischen Frauenleitbildes.
  • Untersuchung der Darstellung von Frauen in Beruf, Familie und Gesellschaft.
  • Die Funktion der "Sibylle" als Mode- und Kulturmagazin innerhalb des DDR-Systems.
  • Rezeption von Mode und Körperkult unter Berücksichtigung ideologischer Vorgaben.
  • Entwicklung und Wandel des Frauenbildes in der Zeitschrift zwischen 1960 und 1969.

Auszug aus dem Buch

IV. 2. Mode & Fotografie

Die Intention der Redaktion war es, vor allem der berufstätigen Frau zu helfen, einen eigenen Stil zu finden, der ihrer Persönlichkeit und Lebenseinstellung gerecht wurde. „Ich wollte was Zeitgemäßes machen, was den Frauen entgegenkam, die unter diesen ökonomisch komplizierten und argen Verhältnissen leben und arbeiten mussten. Also konnte ich keine Cocktailkleider zeigen, sondern eine vernünftige Mode, die Berufstätigkeit in den Vordergrund stellte. Schön sollte sie sein, aber hauptsächlich vernünftig. Das war mein Credo.“32, so Dorothea Melis. Es war der redliche Versuch, im Kontext der Zeit neu zu beginnen, sich von alten Klischees zu lösen und die Mode entsprechend den gesellschaftlichen Bedingungen und den angestrebten Idealen von Schönheit und Klugheit erfassbar darzustellen. Transportiert werden sollte dies mit Hilfe der Fotografie.

Gestaltet wurden demnach Fotostrecken, auf denen die Mannequins nicht wie Püppchen in theatralischer Pose herumstehen, sondern sich wie normale Frauen gebärden.33 Professionelle Fotomodelle gab es in der DDR damals auch noch nicht. Zu sehen sind „richtige“ Frauen, meist junge Studentinnen der Hochschule in Weißensee, was dem gewünschten Image der jungen Frau „von nebenan“ sehr entgegenkam. Nicht mondän und damenhaft, sondern natürlich, klug, kritisch und anspruchsvoll sollten die Frauen wirken. Erotisches Flair wurde auf das Zarteste beschränkt. Die Frau war Freundin und Gefährtin, mädchenhaft bis ins Alter.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rolle von Frauenzeitschriften als Medium für weibliche Identität und ihre Funktion als Spiegel gesellschaftlicher Realitäten und Idealbilder.

II. Die Stellung der Frau in der DDR der 60er Jahre: Dieses Kapitel analysiert das sozialistische Frauenbild, das stark an Erwerbstätigkeit und ökonomische Unabhängigkeit geknüpft war, sowie die daraus resultierende Doppelbelastung der Frauen.

III. Zur Funktion von Frauenzeitschriften in der DDR: Hier wird die Rolle der Presse als Propagandamittel der SED dargelegt, das unter politischer Kontrolle stand und darauf abzielte, sozialistische Verhaltensweisen zu formen.

IV. Die Sibylle 1960 – 1969: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die Entwicklung des Magazins "Sibylle", seine redaktionellen Hintergründe, die Bedeutung von Modefotografie und die spezifischen Darstellungen von Frauen in unterschiedlichen Lebensbereichen.

V. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert, dass die "Sibylle" ein pauschalisiertes, leistungsorientiertes Frauenbild vermittelte, das jedoch innerhalb der gegebenen ideologischen Doktrin Freiräume für eine moderne Ästhetik und positive Identifikation bot.

Schlüsselwörter

DDR, Sibylle, Frauenzeitschrift, Frauenbild, Emanzipation, Sozialismus, Berufstätigkeit, Mode, Fotografie, Körperkult, Geschlechterrolle, Alltagskultur, SED, Ideologie, 1960er Jahre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Frauenbildes in der DDR-Zeitschrift "Sibylle" während der Jahre 1960 bis 1969 vor dem Hintergrund des sozialistischen Systems.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Frau im Beruf, in der Familie sowie dem Körperkult und wie diese Bereiche durch die staatlich gelenkte Presse beeinflusst wurden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt, inwieweit das in der "Sibylle" vermittelte Frauenbild den offiziellen Propagandavorgaben entsprach und in welchem Maße es gleichzeitig die tatsächliche Lebensrealität der DDR-Frauen widerspiegelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer inhaltsanalytischen Untersuchung von 40 Ausgaben der Zeitschrift "Sibylle", ergänzt durch historische Kontextualisierung und Literaturanalyse zur DDR-Frauenpolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die redaktionelle Intention, die Rolle von Mode und Fotografie als visuelles Mittel sowie die spezifische Berichterstattung zu den Themenkomplexen "Frau im Beruf", "Frau in der Familie" und "Körperkult".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR-Frauenbild, sozialistische Identität, Doppelbelastung, Emanzipation von oben und die Rolle der Mode als kulturelles Sprachrohr in einem restriktiven System.

Welche Rolle spielte die Zensur bei der Gestaltung der "Sibylle"?

Die Redaktion unterlag der ständigen Kontrolle durch das ZK der SED, was unter anderem dazu führte, dass gesellschaftskritische Themen, alleinerziehende Mütter oder "unangepasste" Lebensentwürfe in der Zeitschrift kaum vorkamen.

Wie unterscheidet sich die "Sibylle" von anderen DDR-Frauenzeitschriften?

Obwohl die "Sibylle" ebenfalls unter politischer Kontrolle stand, zeichnete sie sich durch ein ästhetisch höheres Niveau und eine modernere Bildsprache aus, die über reine politische Indoktrination hinausging.

War die "Sibylle" eine Bastion der Opposition?

Nein, die "Sibylle" war keine explizite Oppositionspublikation. Sie nahm sich jedoch künstlerische Freiräume und versuchte, der Frau durch Mode und kulturelle Themen ein Stück Individualität innerhalb des sozialistischen Alltags zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Zeitschrift "Sibylle" und ihre Frauenbilder 1960 - 1969
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Note
2,5
Autor
Claudia Zimmermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
43
Katalognummer
V168326
ISBN (eBook)
9783640853755
ISBN (Buch)
9783640854059
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechtergeschichte Frauenzeitschriften DDR Frauenzeitschriften die Frau in der DDR Sibylle Frauenbilder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Zimmermann (Autor:in), 2010, Die Zeitschrift "Sibylle" und ihre Frauenbilder 1960 - 1969, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168326
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Leseprobe aus  43  Seiten
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