Da immer mehr Mütter halb- oder ganztags arbeiten gehen, soll in Zukunft jedem Kind ein Platz in einer Kindertagesstätte (Kita) zustehen. Viele dieser Kinder werden in der Kita mit einer warmen Mittagsmahlzeit und Zwischenmahlzeiten versorgt. Daher spielt die Kita eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Ernährungsgewohnheiten und kann dies als Chance nutzen, Grundbausteine für eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise zu legen.
Da Kinder sich in einer körperlichen und geistigen Wachstumsphase befinden, ist eine optimale Versorgung mit Nährstoffen wichtig und es sollten ihnen vollwertige Lebensmittel zur Verfügung stehen. Doch auch das Wissen über Lebensmittel, zum Beispiel (z.B.) das Kennenlernen von Produktionsketten verschiedener Lebensmittel und was es bedeutet nachhaltige Lebensmittel zu konsumieren, sollte mehr gefördert werden. Viele Eltern wünschen sich zwar eine gesunde Ernährung für ihre Kinder, doch oft scheitert die Umsetzung einer Speiseplanumstellung auf Bio-Produkte an den befürchteten Mehrkosten (vgl. BLE und aid 2006, S. 5).
Das Thema Bio-Lebensmittel wirft viele Fragen auf:
- Machen Bio-Lebensmittel in Kitas Sinn?
- Welche Vor- und Nachteile haben Bio-Lebensmittel?
- Wie kann man sie im Speiseplan integrieren oder wie können Mehrkosten vermindert werden?
In der folgenden Hausarbeit sollen diese Fragen beantwortet werden. Im zweiten Kapitel wird die Kita in die Außer-Haus-Verpflegung eingeordnet. Anschließend (Kapitel 3) wird der biologische Landbau beschrieben, sowie seine Richtlinien und Ziele erläutert. Ferner werden Möglichkeiten zum Einsatz der Bio-Lebensmittel vorgestellt. Anschließend werden in Kapitel 4 wirtschaftliche Aspekte in Bezug auf die Mehrlosten in der Kita analysiert. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Fazit gegeben.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, Unterschiede zwischen ökologischem und konventionellem Landbau zu verdeutlichen und Möglichkeiten aufzuzeigen, trotz leichter Mehrkosten, Bio-Lebensmittel in der Versorgung von Kindertagesstätten zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kindertagesstätte als Form der Gemeinschaftsverpflegung
3 Biologische Lebensmittel in der Kindertagesstätte
3.1 Produktion von biologischen Lebensmitteln
3.1.1 EG-Öko-Verordnung
3.1.2 Richtlinien der Bio-Anbauverbände
3.2 Vor- und Nachteile von biologischen Lebensmitteln
3.3 Einsatzmöglichkeiten von Bio-Lebensmitteln in der Kindertagesstätte
4 Wirtschaftliche Betrachtung des Einsatzes von biologischen Lebensmitteln in der Kindertagesstätte
4.1 Preisbetrachtung biologischer Lebensmittel
4.2 Kostenträger des Mehraufwands
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Hausarbeit ist es, die Unterschiede zwischen ökologischem und konventionellem Landbau zu verdeutlichen sowie praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kindertagesstätten trotz potenzieller Mehrkosten Bio-Lebensmittel in ihre Verpflegung integrieren können.
- Grundlagen der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas
- Kriterien und Richtlinien des ökologischen Landbaus
- Gesundheitliche und ökologische Vor- und Nachteile von Bio-Lebensmitteln
- Wirtschaftliche Analyse der Kostenstruktur bei der Umstellung auf Bio-Produkte
- Strategien zur kostenneutralen Implementierung von Bio-Komponenten
Auszug aus dem Buch
3.1 Produktion von biologischen Lebensmitteln
Bio-Lebensmittel werden ausschließlich nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus produziert (vgl. Laberenz u.a. 2001, S. 3). Der ökologische Landbau hat sich aus unterschiedlichen Weltanschauungen und agrarpolitischen Motivationen entwickelt. Gemeinsames Anliegen aller ist es, gesunde, unbelastete und schmackhafte Lebensmittel zu erzeugen, zu produzieren und dabei die natürlichen Ökosysteme zu schonen. Der Hauptgedanke der ökologischen Landwirtschaft ist ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Der landwirtschaftliche Betrieb wird dabei vor allem als Organismus mit den Bestandteilen Mensch, Tier, Pflanze und Boden gesehen. Angestrebt wird bei den ökologischen Landbaumethoden die Gewährleistung eines möglichst geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislaufs, die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die artgerechte Haltung bzw. der artgerechte Transport der Tiere (vgl. BMELV a 2009, online).
Im ökologischen Landbau wird auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz verzichtet. Stattdessen wird durch eine vielseitige Fruchtfolge, die Förderung von Nützlingen, geeignete Sortenwahl und andere Präventivmaßnahmen die Gesundheit der Pflanzen gefördert (vgl. Dialogpartner Agrar-Kultur 1997, S. 15). Durch den Verzicht auf Pestizide und das Pflegen von Biotopen trägt der ökologische Landbau zusätzlich zur Erhaltung der Artenvielfalt bei und schützt das Grundwasser vor Nitratbelastung sowie Pestizideintrag. Außerdem leistet er einen Beitrag zum Klimaschutz, weil im Vergleich zum konventionellen Landbau weniger Treibhausgase produziert werden (vgl. Dialogpartner Agrar-Kultur 1997, S. 19). Der Pflanzenbau ist mit der Tierhaltung eng gekoppelt. Die Tiere werden weitgehend mit selbsterzeugten Futtermitteln aus ökologischem Anbau gefüttert und Pflanzen werden mit dem Dung aus der Tierhaltung mit Nährstoffen versorgt (vgl. Dialogpartner Agrar-Kultur 1997, S.20).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Kita-Verpflegung für die kindliche Entwicklung ein und benennt die Forschungsfrage bezüglich der Integration von Bio-Lebensmitteln trotz befürchteter Mehrkosten.
2 Kindertagesstätte als Form der Gemeinschaftsverpflegung: Das Kapitel ordnet die Kita-Verpflegung in den Rahmen der Gemeinschaftsverpflegung ein und betont deren Rolle bei der Vermittlung von Ess-Kompetenz und Gesundheitsförderung.
3 Biologische Lebensmittel in der Kindertagesstätte: Es werden die Grundlagen des ökologischen Landbaus, dessen Richtlinien sowie die spezifischen Vor- und Nachteile von Bio-Produkten erläutert.
4 Wirtschaftliche Betrachtung des Einsatzes von biologischen Lebensmitteln in der Kindertagesstätte: Dieses Kapitel analysiert die Preisunterschiede zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln und zeigt Wege auf, wie Mehrkosten durch effiziente Planung und regionale Beschaffung minimiert werden können.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass eine schrittweise Umstellung auf Bio-Lebensmittel in Kitas möglich, gesundheitlich vorteilhaft und gesellschaftlich sinnvoll ist.
Schlüsselwörter
Kindertagesstätte, Gemeinschaftsverpflegung, Bio-Lebensmittel, ökologischer Landbau, EG-Öko-Verordnung, Ernährungsbildung, Mehrkosten, Nachhaltigkeit, Saisonalität, regionale Produkte, Kostenträger, gesunde Ernährung, Warenmanagement, Tierhaltung, Verpflegungsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen, Bio-Lebensmittel in die Mittagsverpflegung von Kindertagesstätten zu integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des ökologischen Landbaus, die ernährungsphysiologischen Unterschiede von Bio-Produkten sowie ökonomische Strategien zur Bewältigung von Mehrkosten in der Kita-Küche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Vorbehalte gegenüber Bio-Lebensmitteln aufgrund von Kostenargumenten zu entkräften und aufzuzeigen, wie eine Umstellung praktisch und finanziell tragbar gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Standards der Gemeinschaftsverpflegung, Richtlinien ökologischer Anbauverbände und wirtschaftliche Berechnungsmodelle gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Produktion von Bio-Lebensmitteln, die regulatorischen Rahmenbedingungen wie die EG-Öko-Verordnung sowie die praktische Speiseplangestaltung unter ökonomischen Gesichtspunkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gemeinschaftsverpflegung, ökologischer Landbau, Kita, Bio-Lebensmittel, Mehrkostenreduzierung und Ernährungsbildung.
Warum wird die schrittweise Umstellung empfohlen?
Eine schrittweise Umstellung auf Bio-Komponenten ermöglicht es, Erfahrungen zu sammeln, Lieferantenbeziehungen zu festigen und die Auswirkungen auf das Budget besser zu kontrollieren, ohne sofort den gesamten Speiseplan umstellen zu müssen.
Spielt die regionale Herkunft eine Rolle für die Wirtschaftlichkeit?
Ja, eine stärkere Ausrichtung auf regionale und saisonale Produkte hilft, Kosten für den Wareneinsatz zu senken, da diese Waren innerhalb ihrer Saison oft deutlich günstiger verfügbar sind als importierte Produkte.
Was ist das zentrale Argument gegen das Kostenargument?
Das Argument ist, dass durch eine Optimierung der Portionsmengen, eine Reduzierung des Fleischanteils und eine kontinuierliche, langfristige Belieferung der Mehraufwand für Bio-Produkte so stark kompensiert werden kann, dass eine nahezu kostenneutrale Umstellung möglich wird.
- Arbeit zitieren
- Clarissa Philippi (Autor:in), 2011, Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der Mahlzeitengestaltung von Kindertagesstätten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168263