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Evita - eine Pop-Oper rund um ein wundervolles Miststück

Titel: Evita - eine Pop-Oper rund um ein wundervolles Miststück

Seminararbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 1

Autor:in: Sandra Folie (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon im von Tim Rice abgekupferten Titel, der zu Lloyd Webber gesagt haben soll: „Ich weiß, sie [Eva Perón] ist ein Miststück, doch laß sie uns zu einem wundervollen Miststück machen.“1, sticht jene Ambivalenz hervor, die uns in diesem Musical so oft begegnet. Beina-he jede Szene, die eine ausführlicher, die andere subtiler, gibt sich unentschieden hinsicht-lich der Beurteilung Evitas.
Ihr Lebenslauf liest sich tatsächlich wie eine Aschenbrödelgeschichte, besonders fesselnd, weil real. Auf der Rückfahrt vom Kricketspielen 1973 lief im Autoradio ein Programm über Eva Perón, an dessen Ende Tim Rice sich deren Zauber ebenso verfallen sah wie einst das argentinische Volk. Dieser Superstareffekt, welcher von Evita ausging, eine Art Faszination à la „live fast and die young“, schien ihm prädestiniert für ein großes Musical zu sein.2
Klarerweise begibt man/frau sich mit einer Art musikalischer Biographie der Gattin des ar-gentinischen Diktators Juan Perón auf politisches Terrain, was in den 1970ern recht neu für ein Musical war. Aber Rice und Lloyd Webber hielten die Zeit reif dafür. Großbritannien wur-de damals von schweren Unruhen erschüttert, Inflation, Arbeitslosigkeit sowie Streiks nah-men zu. Ein Musical, das aufzeigt wie ein charismatisches Politikerehepaar die Bevölkerung scheinbar aus dem Chaos errettet, könnte als lehrhafte Parabel in Bezug auf die Zerbrech-lichkeit der Demokratie dienen. Dadurch, dass Eva Peróns Leben im Mittelpunkt steht, ist es eine sehr persönliche Geschichte, die sich vielmehr um die Menschen in der Politik, deren bewusst inszeniertem Zauber schert, als um den Faschismus als politisches Phänomen.3
Auch die Musik folgt diesem Konzept der Zwiespältigkeit, worauf die Bezeichnung „Rock- oder Pop-Oper“ recht deutlich hinweist. Als opernhaft zu bezeichnen ist schon einmal die Tatsache, dass es kein Textbuch zu Evita gibt, keine Dialoge, welche die Handlung voran-treiben. Alles wird gesungen, anstatt gesagt, sogar die beiläufigsten Bemerkungen sind mit Musik unterlegt.4 Opernhafte Strukturen lassen sich auch in der Anlage und Abfolge der Mu-siknummern erkennen, die selbst jedoch ein buntes Konglomerat aus verschiedensten Stil-richtungen sind:
"Er [Lloyd Webber] ersetzte Showmelodien mit atemberaubenden neuen Versatzstücken aus der Oper, der Operette, der zeitgenössischen, der populären und der Latinomusik, zusätzlich zu ei-nem kraftvollen Schwung Rock’n’Roll." etc.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Phantasmagorie

2.1. Personenkult

2.2. Politik als Showgeschäft

2.3. Pompes funèbres

2.4. Über Männer zum Erfolg

2.5. Herkunft als Bonus

2.6. Glamouröse Selbstinszenierung

2.7. Sentimentalität

2.8. Verschleierung von Machtinteressen

2.9. Todesursache

3. Sozialkritik

3.1. Sexuelle Doppelmoral

3.2. Klassengesellschaft

3.3. Sexuelle Freizügigkeit und Prostitution als Mittel zu finanzieller Freiheit

3.4. Blendung der Volksmassen

3.5. Emanzipation der Frau

3.6. Zwischen Kapitalismus und Kommunismus

3.7. Che Guevara als Idol der politischen Linken

4. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ästhetischer Inszenierung (Phantasmagorie) und gesellschaftspolitischer Kritik in der Verfilmung des Musicals "Evita". Ziel ist es, die narrative Balance zwischen der Faszination für Eva Peróns Aufstieg und der kritischen Dekonstruktion ihres Mythos zu analysieren.

  • Analyse des Personenkults und der medialen Selbstinszenierung
  • Untersuchung von Machtinteressen und politischer Blendung
  • Auseinandersetzung mit Klassengesellschaft und Geschlechterrollen
  • Kritische Betrachtung der Rolle von Che Guevara als moralischer Instanz
  • Hinterfragung der Verherrlichung faschistischer Strukturen im Gewand der Unterhaltung

Auszug aus dem Buch

2. Phantasmagorie

Eine Phantasmagorie (von altgr. phantasma „Trugbild“ sowie altgr. agora „Versammlung“) bezeichnet wörtlich die Darstellung von Trugbildern vor Publikum. Das Musical zeigt eine lange Kette von solch fantastischen Bildern, die sich um Evitas Mythos ranken, und den ZuschauerInnen allemal einen Anflug ihrer Wirkmächtigkeit vermitteln.

2.1. Personenkult

Den ersten Eindruck vom Personenkult um Evita (Madonna) vermittelt die dramatische Bekanntgabe ihres Todes 1952 in einem Kinosaal Buenos Aires‘, als der Film gestoppt wird und das Publikum in Unruhe gerät. Es wird von ihr als „spiritual leader of the nation“ gesprochen, welche in die Unsterblichkeit übergegangen ist. Die Reaktion der gerade noch schimpfenden Kinogänger fällt ebenso pathetisch aus wie die Worte der Ankündigung, alle, bis auf einen, Che (Antonio Banderas), brechen in Tränen aus, vergraben ihre Gesichter und fallen sich in die Arme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Ambivalenz des Musicals und die Motivation, das Leben der Eva Perón als moderne Parabel zu betrachten.

2. Phantasmagorie: Untersuchung der verschiedenen medialen und inhaltlichen Trugbilder, die den Mythos Evita erschaffen.

3. Sozialkritik: Dekonstruktion der gesellschaftlichen Realität, die hinter der glänzenden Fassade des Musicals durchscheint.

4. Conclusio: Fazit über die überwiegende Wirkung der Inszenierung im Vergleich zur tatsächlichen sozialkritischen Intention.

Schlüsselwörter

Evita, Eva Perón, Musical, Phantasmagorie, Sozialkritik, Personenkult, politische Inszenierung, Machtinteressen, Geschlechterrollen, Klassengesellschaft, Che Guevara, Film, Narration, Medienkritik, Identifikationspotential

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Verfilmung des Musicals "Evita" im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen der phantasmagorischen Inszenierung der Protagonistin und der enthaltenen Sozialkritik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Personenkult, politische Showeffekte, Genderrollen, Klassendynamiken und die Manipulationskraft von Unterhaltungsmedien.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie das Musical zwischen der Bloßstellung einer historischen Figur und der gleichzeitigen Sympathisierung mit ihr balanciert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medien- und filmanalytische Untersuchung von Schlüsselszenen, ergänzt durch theater- und sozialwissenschaftliche Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Phantasmagorie (wie Personenkult und Selbstinszenierung) und eine kritische Auseinandersetzung mit der Sozialkritik (wie Klassengesellschaft und sexuelle Doppelmoral).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Evita, Mythosbildung, Sozialkritik, Mediale Inszenierung, Faschismus und Identifikationspotential.

Wie wird die Rolle von Che Guevara bewertet?

Che Guevara fungiert als Kommentator und moralische Instanz, wobei die Arbeit kritisch hinterfragt, ob er im Film tatsächlich als effektiver Gegenpol zum Mythos Evita wahrgenommen wird.

Warum wird das Begräbnis im Film als zentrales Element hervorgehoben?

Das Begräbnis (Pompes funèbres) wird als Inszenierung des Massenbedürfnisses nach Demonstration von Trauer analysiert, die den realen politischen Kontext der Regierung Perón verschleiert.

Welches Fazit zieht die Verfasserin?

Das Fazit lautet, dass die Phantasmagorie im Film quantitativ und qualitativ überwiegt, sodass das "Aschenputtel-Märchen" die sozialkritischen Aspekte stark in den Hintergrund drängt.

Welche Bedeutung hat das "Real-Life-Märchen" für die Rezeption?

Die Autorin argumentiert, dass der Zauber dieses Märchens die Zuschauer hypnotisiert und nur bei genauerer Auseinandersetzung eine kritische Distanz zur dargestellten politischen Gefahr ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Evita - eine Pop-Oper rund um ein wundervolles Miststück
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Phantasmagorie und Sozialkritik im Musical
Note
1
Autor
Sandra Folie (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V168171
ISBN (eBook)
9783640851027
ISBN (Buch)
9783640851317
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musical Phantasmagorie Sozialkritik Evita Eva Peròn Andrew Lloyd Webber
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Folie (Autor:in), 2011, Evita - eine Pop-Oper rund um ein wundervolles Miststück, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168171
Blick ins Buch
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