Noch immer sind die Auswirkungen der weltweiten Finanzmarktkrise in den Unternehmen allgegenwärtig. Aufgrund äußerst knapper Liquiditäts-ressourcen sowie einer verteuerten, knappen Kreditversorgung sehen viele Unternehmen ihre wirtschaftliche Existenz bedroht.
So stieg in Deutschland die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 16% auf 34.300 Fälle an,1 wobei nahezu jede zweite auf Liquiditätsprobleme zurückzuführen ist.2 Aus diesem Grund rückt die nachhaltige Sicherstellung und dauerhafte Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit zu-nehmend in den Fokus der Unternehmen und steigt gegenüber den übrigen Unternehmenszielen enorm an. So gewinnt auch das Treasury Management (TM) als finanzwirtschaftliche Unternehmensführung zu-nehmend an Bedeutung, da die nachhaltige, konzernweite Liquiditäts-sicherung in der Verantwortung des Konzern-Treasury liegt.
Doch wie lassen sich finanzwirtschaftliche Risiken durch das konzernweite TM erfolgreich managen und die Liquidität und somit die wirtschaftliche Konzernexistenz langfristig sichern? Die Beantwortung dieser Frage-stellung ist Ziel der vorliegenden Arbeit. Nachdem im folgenden Kapital zunächst die Organisation, die Zielsetzung und die wesentlichen Funktionen des Konzern-Treasury erörtert werden, werden im dritten Kapital die wesentlichen Steuerungsmaßnahmen zum erfolgreichen Management von Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken erarbeitet. Aufgrund der jüngsten, weltwirtschaftlichen Entwicklungen auf den Geld- und Kapitalmärkten, werden im 4. Kapitel die wesentlichen Auswirkungen der Finanzkrise auf das TM anhand einer globalen Studie des JP Morgan Asset Managements diskutiert. Im Anschluss darauf schließt diese Arbeit mit Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Treasury Management als finanzwirtschaftliche Unter-nehmensführung
2.1 Treasury Management in der Konzernorganisation
2.2 Ziele des Treasury Managements
2.3 Funktionen des Treasury Managements
3 Liquiditäts- und Finanzrisikomanagement als zentrale Funktion des Treasury Managements
3.1 Liquiditätsplanung
3.2 Liquiditätssteuerung
3.2.1 Kurzfristige Liquiditätssteuerung
3.2.2 Working Capital Management
3.3 Steuerung der finanziellen Risiken zur Liquiditätssicherung
3.3.1 Steuerung von Währungsrisiken
3.3.2 Steuerung von Zinsänderungsrisiken
3.4 Finanzcontrolling
4 Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das Konzern-Treasury
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Treasury Managements als essenzielle finanzwirtschaftliche Unternehmensführung. Zentrale Forschungsfrage ist, wie finanzwirtschaftliche Risiken in einem international agierenden Konzern erfolgreich gemanagt werden können, um die Liquidität sowie die wirtschaftliche Existenz langfristig zu sichern.
- Organisation und Zielsetzung des Treasury Managements im Konzern
- Methoden der Liquiditätsplanung und -steuerung zur Absicherung
- Strategien zur Steuerung von Währungs- und Zinsänderungsrisiken
- Rolle des Finanzcontrollings bei der Überwachung finanzieller Risiken
- Einfluss der globalen Finanzmarktkrise auf die Treasury-Funktionen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Working Capital Management
Als Working Capital (auch Nettoumlaufvermögen) wird die Differenz des Umlaufsvermögens und der kurzfristigen Verbindlichkeiten bezeichnet. Da das Working Capital stets als eine bedeutende Quelle für Liquidität und Wertschaffung sowie als Indikator der Finanzkraft angesehen wird, dominiert in vielen Konzernen im Rahmen des effektiven Liquiditätsmanagements die Optimierung der in den Unternehmensprozessen gebunden Liquidität. Neben der Liquiditätssicherung mittels Verringerung überschüssiger Kapitalbildung ist wesentliches Ziel des Working Capital Managements die Optimierung der Zahlungsflüsse hinsichtlich der Maximierung des Zinseffekts, d.h. bei Verbindlichkeiten sind die Zahlungsziele auszunutzen, hingegen Forderung durch ein schnelle Rechnungsstellung, Kredit- und Mahnwesen oder durch Kreditkartenzahlungen möglichst schnell einzufordern.
Da die Debitoren zentrale Größe zur Steuerung künftiger Zahlungseingänge sind, ist für die Liquiditätssteuerung das Debitorenmanagement besonders relevant. Neben der Steuerung der Ausfallrisiken durch bspw. vorzeitige Bonitätsprüfungen oder dem Angebot der Kreditkartenzahlung sollten tagesaktuell Informationen über Höhe und Fälligkeitszeitpunkte von offenen Positionen verfügbar sein, um in Falle des Zahlungsverzug rechzeitig das Mahnverfahren einzuleiten und bei großen Positionen bereits kurz vor Fälligkeit an die ausstehende Zahlung zu erinnern. Neben der Etablierung höherer Verzugsstrafen und kürzerer Mahnzyklen kann durch Schaffung von Anreizsystemen wie der Skonti- Gewährung das Zahlungsverhalten positiv beeinflusst und Cash freigesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz durch die Finanzkrise und definiert die Zielsetzung, das Treasury als Instrument zur Liquiditätssicherung zu analysieren.
2 Treasury Management als finanzwirtschaftliche Unter-nehmensführung: Hier werden die organisatorische Einbettung, die Ziele und die fundamentalen Aufgaben des Treasury Managements innerhalb eines Konzerns beschrieben.
3 Liquiditäts- und Finanzrisikomanagement als zentrale Funktion des Treasury Managements: Dieses Hauptkapitel befasst sich detailliert mit der Liquiditätsplanung, der kurz- und langfristigen Liquiditätssteuerung sowie dem Risikomanagement gegenüber Währungs- und Zinsmarktschwankungen.
4 Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das Konzern-Treasury: Das Kapitel diskutiert die durch die Krise veränderten Anforderungen an das Liquiditätsmanagement anhand aktueller Studien.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein effizientes, ganzheitliches Liquiditätsmanagement entscheidend für die langfristige Existenzsicherung von Konzernen ist.
Schlüsselwörter
Treasury Management, Liquiditätssicherung, Liquiditätsplanung, Liquiditätssteuerung, Finanzrisikomanagement, Working Capital Management, Cash Pooling, Währungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Finanzcontrolling, Konzernorganisation, Finanzmarktkrise, Unternehmensführung, Cashflow, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Treasury Management als zentrale Funktion zur Sicherstellung der finanziellen Stabilität und Zahlungsfähigkeit in einem internationalen Konzernumfeld.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Werk ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Liquiditätsplanung, der operativen Steuerung finanzieller Mittel, dem Risikomanagement hinsichtlich Währungen und Zinsen sowie dem Finanzcontrolling.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie durch ein effektives Treasury Management finanzwirtschaftliche Risiken gemanagt werden können, um die langfristige wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des Konzerns zu garantieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung sowie die Analyse aktueller Marktdaten und Studien, wie etwa die des JP Morgan Asset Managements.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den konkreten Prozessen der Liquiditätsplanung, Instrumenten wie dem Working Capital Management sowie der Absicherung gegen Marktpreisrisiken.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Charakteristika umfassen Liquiditätssicherung, Risikominimierung, Cash-Management-Strukturen und strategische Finanzsteuerung.
Welche Rolle spielt die Finanzmarktkrise für das Treasury?
Die Krise wird als Katalysator betrachtet, der Liquiditätsmanagement zur strategisch wichtigsten Aufgabe im Treasury aufgewertet hat.
Warum wird das Working Capital Management im Text so hervorgehoben?
Es wird als entscheidendes Instrument zur Freisetzung von Liquidität und zur Optimierung der in Geschäftsprozessen gebundenen Mittel identifiziert.
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- Olga Sokolowski (Author), 2010, Treasury Management im internationalen Konzern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168120