Essstörungen sind keine Modeerscheinungen mehr, sondern zählen zu ernsthaften Erkrankungen und werden gerade in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft für viele zum Verhängnis.
Doch was ist der Grund, was sind die Ursachen und Auslöser? Gesellschaftlicher Einfluss, Perfektionismus, Schönheit, Macht und Anerkennung beherrschen und dirigieren unser Leben. Der reale Alltag tendiert immer mehr zu einer Scheinwelt. Aus Zufriedenheit, Wohlbefinden und Lebenslust entwickeln sich allmählich Stress, Unbehagen und Selbstkritik, was zu fatalen Folgen führen kann.
Der Fluchtweg in eine Essstörung ist von hier nicht weit entfernt. Allerdings verhilft diese nicht zur Bewältigung der Probleme, sondern stellt ein weiteres Problem dar. Aber dem noch nicht genug! Zusätzlich gibt es noch unzählige, weitere Hilfsmittel zur individuellen Befriedigung und Seligkeit, sei es in Form von Diäten, Nahrungsergänzungsmitteln oder auch exzessiver, körperlicher Verausgabung.
"Mens sana in corpore sano" – “Eine gesunde Seele wohnt in einem gesunden Körper“! Dieser lateinische Spruch stammt aus dem alten Rom – aber welcher Sinn steckt dahinter? Glaube, Gebet und Harmonie oder bereits eine Aufforderung, unseren Körper in Top-Zustand zu bringen, zur starken persönlichen Perfektion, Grenzen zu finden und sich über sie hinaus zu entwickeln?
Inhaltsverzeichnis
1. Anorexia athletica - Definition
1.1 Essstörungen allgemein
1.2 Wer ist davon betroffen?
1.3 Defintion Anorexia Nervosa (Magersucht)
1.4 Definition Anorexia athletica (Sportmagersucht)
2. Risikosportarten
2.1 Ästhetische Sportarten
2.2 Ausdauersportarten
2.3 Gewichtslimitierte Sportarten
2.4 Technischen Sportarten
2.5 Fitness- und Freizeitsport
2.6 Kinder- und Jugendsport
3. Gesundheitliche Risiken der Anorexia athletica
3.1 Einstiegsdroge Diät
3.2 Physische Risiken
3.3 Psychische Risiken
3.4 Risiko der Leistungsabnahme
4. Prävention von Anorexia athletica
4.1 Verantwortung der Trainer und Betreuer
4.2 Verantwortung der Eltern
4.3 Erkennen – Aufklären – Handeln
4.4 Reglements am Beispiel Skispringen
4.4.1 Salt Lake City 2002
4.4.2 Saison 2004/05
4.4.3 FWF-Projekt: Mass-Index (MI)
5. Prominente, betroffene Athleten
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Anorexia athletica im Sport, beleuchtet deren Ursachen und gesundheitliche Folgen bei Athleten und diskutiert präventive Maßnahmen sowie Reglements im Hochleistungssport.
- Definition und Abgrenzung von Anorexia athletica zu klinischen Essstörungen.
- Identifikation von Risikosportarten, in denen Leistungsdruck und Körperideal zu Essstörungen führen.
- Analyse der physischen und psychischen Gesundheitsrisiken bei exzessiver Gewichtsreduktion.
- Präventionsstrategien und die Verantwortung von Trainern, Betreuern und Eltern.
- Fallbeispiele prominenter Athleten und die Bedeutung neuer Reglements wie des Mass-Index.
Auszug aus dem Buch
1. Anorexia athletica - Definition
Essstörungen sind psychosomatische bzw. psychiatrische Erkrankungen, die durch Störungen der Nahrungsaufnahme bzw. des Körpergewichts gekennzeichnet sind, mit meist ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Essstörungen sind keine Ernährungsstörungen, die durch “richtiges” Essen gelöst werden können, kein Schlankheitstick, keine Pubertäts- oder Lebenskrise, sie haben mit einer gestörten Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Der eigene Körper wird ständig abgelehnt, das Wohlbefinden ist abhängig vom Körpergewicht und das Urteil der Außenwelt bestimmt die Selbstachtung.
Die gelebte Symptomatik zeigt das Ausmaß der inneren Not der Betroffenen und weist auf die eigene Unfähigkeit hin, mit dem Leben und seinen täglichen Anforderungen und Konfrontationen fertig zu werden. Durch das gestörte Essverhalten wird versucht, Lösungen bzw. Auswege für tiefer liegende seelische Probleme, Ablehnung oder Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse zu finden. Das Gefühl, sich über Essen bzw. über Hungern Befriedigung zu verschaffen, führt zur schnellen Erleichterung und zu einem Erleben von Sicherheit, Selbständigkeit und Unabhängigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anorexia athletica - Definition: Definiert Essstörungen allgemein und grenzt die spezifische Form der Sportmagersucht (Anorexia athletica) von der klinischen Anorexia Nervosa ab.
2. Risikosportarten: Analysiert verschiedene Sportarten wie ästhetische Sportarten, Ausdauersport und gewichtslimitierte Sportarten hinsichtlich ihres Gefahrenpotenzials für Essstörungen.
3. Gesundheitliche Risiken der Anorexia athletica: Erläutert die physischen und psychischen Folgen sowie das Risiko der Leistungsabnahme durch Mangelernährung.
4. Prävention von Anorexia athletica: Diskutiert Ansätze zur Prävention durch Trainer, Eltern und neue Reglements, wie sie etwa im Skispringen eingeführt wurden.
5. Prominente, betroffene Athleten: Dokumentiert anhand von Fallbeispielen bekannter Sportler, wie Leistungsdruck und das Streben nach Idealen zu einer Essstörung führen können.
Schlüsselwörter
Anorexia athletica, Essstörungen, Sportmagersucht, Leistungssport, Körpergewicht, Körperfettanteil, Prävention, Trainingsbelastung, BMI, Mass-Index, Gesundheit, Leistungsdruck, Körperbild, Ernährung, Athleten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Essstörung Anorexia athletica bei Sportlern, die durch den Leistungsdruck im Sport und den Wunsch nach Gewichtsreduktion für den Erfolg entsteht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition der Störung, die Identifikation von Risikosportarten, die gesundheitlichen Langzeitfolgen und Möglichkeiten der Prävention durch Betreuer und Sportverbände.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Aufklärung über die Gefahren der Anorexia athletica und die Aufzeigung von Wegen, wie durch bewusste Reglements und Verantwortungsbewusstsein die Gesundheit der Athleten geschützt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen, Studien und sportmedizinischen Erkenntnissen, um das Phänomen und dessen Ursachen zu erklären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen auch spezifische Gefahren in verschiedenen Sportarten, physische und psychische Risiken sowie konkrete Beispiele aus dem Spitzensport analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Anorexia athletica, Leistungssport, Körpergewicht, Prävention, Leistungsdruck und Athleten-Gesundheit.
Warum spielt die Beinlänge beim neuen "Mass-Index" eine Rolle?
Der Mass-Index berücksichtigt im Gegensatz zum BMI die individuelle Beinlänge, um zu verhindern, dass Athleten mit langen Beinen fälschlicherweise als zu dünn oder Personen mit kurzen Beinen als übergewichtig eingestuft werden.
Welche Bedeutung haben die "Altersperzentilen" im Anhang?
Altersperzentilen werden zur präzisen Bewertung des BMI bei Kindern und Jugendlichen genutzt, da sich deren Körperzusammensetzung während des Wachstums stark verändert und individuelle Bewertungskurven erfordert.
- Arbeit zitieren
- Mag. Barbara Baumann (Autor:in), 2010, Anorexia athletica - Sport versus Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167897