Die vorliegende Ausarbeitung wurde im Rahmen der Veranstaltung „Wenn der Mensch zur Bestie wird... Theoanthropologische Deutung zwischenmenschlichen Gewaltverhaltens“verfasst. Diese Veranstaltung hat sich zum Ziel gesetzt, die gewalttätige Facette
des Menschen (welche im Laufe der Jahrhundert immer wieder zum Vorschein kam) deutlich aufzuzeigen. Ausgewählte Gewaltaten wie z. B. die Folter, das Massaker und die Gewalt an Kindern wurden explizite thematisiert und verschiedene Facetten der Gewalttaten durchleuchtet. Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der „Gewalt gegenüber
Tieren“.
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit verschiedenen Facetten des Themas „Tierexperimente“. Dabei geht es im wesentlichen um,
- rechtliche Aspekte
- erschreckende Beispiele
- Alternativen zu Tierexperimenten.
Das zweite Kapitel handelt von den so genannten „Nutztieren“. Angefangen bei der Massentierhaltung, die
exemplarisch an der Schweinehaltung dargestellt wird, werden anschließend die Tiertransporte thematisiert. Im Anschluss werden Nutztiere beschrieben, die die Menschen in Zirkussen unterhalten sollen. Das Kapitel „das Leiden der Zirkustiere“ wird beschreibt,
dass das „Leben“ im Zirkus für die Tiere eine Qual ist.
Im nachfolgenden dritten Kapitel wird am Beispiel der Tierart Wal herausgearbeitet, inwieweit der Mensch fähig
ist, ganze Tierarten am Rande des Aussterbens zu bringen. Die Meeressäuger stehen dabei exemplarisch für (wildlebende) Tiere, die als gefährdet eingestuft werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Tierexperimente
1.1 Allgemeines
1.2 Rechtliche Grundlagen
1.3 Beispiele
1.3.1 Sterben für Botox
1.3.2 Ist Rauchen gefährlich ...?
1.3.3 Vom BMBF mitfinanziert...
1.4 Alternativen
2 Nutztiere
2.1 Massentierhaltung am Beispiel der Schweinehaltung
2.2 Tiertransporte
2.3 Das Leiden der Zirkustiere
3 Wale - Eine bedrohte Tierart
4 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Gewalt des Menschen gegenüber Tieren auseinander. Sie untersucht durch eine Bestandsaufnahme ausgewählter Bereiche wie Tierversuche, industrielle Nutztierhaltung, Tiertransporte sowie Zirkushaltung, wie Tiere als bloße Wirtschaftsgüter oder Versuchsobjekte missbraucht werden, und hinterfragt die ethische Rechtfertigung dieses Handelns.
- Ethische und rechtliche Problematik von Tierexperimenten
- Strukturen und Folgen der industriellen Massentierhaltung
- Die humanitären und ethischen Defizite bei Tiertransporten
- Leid von Wildtieren in Zirkus- und Unterhaltungsbetrieben
- Gefährdung des Bestandes von Walen durch den Menschen
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Sterben für Botox
Das erste Beispiel ist der Kosmetikbranche zuzuschreiben. Es geht hierbei um „Botox“. Dieses Nervengift (Botulinumtoxin) wird für die Glättung von Falten eingesetzt. In Deutschland werden jährlich 1 Million Menschen mit Botox behandelt (wobei es hierbei nur im sog. „Schönheitsideale“ geht). Was allerdings die Wenigsten wissen ist, dass sich hinter der „Behandlung“ ein immenses Tierleiden versteckt. Es sterben nämlich bis zu 300.000 Mäuse einen qualvollen Erstickungstod für so eine Behandlung.
Es geht dabei um den so genannten LD50-Test, bei dem ein Stoff auf seine Giftigkeit geprüft wird. Dieser Test wird durchgeführt um festzustellen, welche Menge eines Stoffes für die Hälfte der Tiere tödlich ist, wenn sie auf einmal zugenommen wird. Die Tiere erleiden (je nach Tierart und Stoffeigenschaft) einen qualvollen Tod. Walden und Bulla beschreiben das Leiden wie folgt: „Unübliche Lautäußerungen - gemeint sind Stöhnen, Heulen, Schreien-, Zuckungen, Zittern, Lähmungen, Krämpfe, Muskelsteifheit [...]“
Dieser LD50-Test ist in den meisten Fällen gesetzlich vorgegeben, in diesem Fall ist der Versuch wegen der Gefährlichkeit von Botox für die Hersteller verbindlich durchzuführen. Auch wenn seit 1998 Tierexperimente verboten sind (vgl. Kapitel 1.2) müssen Tiere immer noch für Botox leiden, da es als Medikament angesehen wird. So wird auf diese Weise das in der EU und Deutschland bestehende Verbot von Tierversuchen für Kosmetika umgangen. Mögliche Alternativen werden an spätere Stelle diskutiert (vgl. Kapitel 1.4).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Tierexperimente: Dieses Kapitel analysiert die ethischen und rechtlichen Aspekte der Tierversuchspraxis und beleuchtet anhand von drei Beispielen (Botox, Raucherversuche, Hirnforschung) die Sinnlosigkeit sowie das Leiden der Tiere.
2 Nutztiere: Hier werden die Missstände in der industriellen Schweinemast, die Grausamkeit von Massentiertransporten sowie das Leid von Wildtieren in Zirkussen als Konsequenz von Profitgier dargestellt.
3 Wale - Eine bedrohte Tierart: Dieses Kapitel zeigt exemplarisch am Beispiel der Wale auf, wie der Mensch durch direkte Bejagung und die Zerstörung des Lebensraums ganze Populationen an den Rand der Ausrottung bringt.
4 Fazit: Das Fazit resümiert die Hauptaspekte der Arbeit und betont die notwendige Sensibilisierung der Gesellschaft für das Tierwohl sowie die Bedeutung bestehender Tierschutzbemühungen.
Schlüsselwörter
Gewalt an Tieren, Tierexperimente, LD50-Test, Massentierhaltung, Schweinehaltung, Tiertransporte, Zirkustiere, Walfang, Tierschutz, Ethische Verantwortung, Artgerechte Haltung, Tierversuchsverbot, Tierwohl, industrielle Landwirtschaft, Tierquälerei
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung der Gewalt des Menschen gegenüber Tieren und untersucht deren Ausmaß in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf Tierexperimente, die industrielle Nutztierhaltung, den Tiertransport, Zirkushaltung sowie die Bedrohung der Wale durch den Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tiere im Namen von Wissenschaft, Industrie und Unterhaltung als "Waren" oder "Messinstrumente" missbraucht werden und das ethische Unvermögen hinter diesen Praktiken zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine inhaltliche Aufarbeitung bestehender Daten und Beispiele, um die ethische Problematik des Umgangs mit Tieren darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, Fallbeispiele wie Tierversuche für Botox oder Zirkushaltung sowie die Auswirkungen der Agrarindustrie und des Walfangs analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Tierethik, Tierschutz, Massentierhaltung, Tierversuch und der respektlose Umgang mit lebenden Spezies.
Warum wird im Kapitel 1.3.1 der LD50-Test als besonders kritisch hervorgehoben?
Er wird kritisiert, weil er als qualvoller Standardtest für Botox eingesetzt wird, wobei bis zu 300.000 Tiere für ein kosmetisches Schönheitsideal einen Erstickungstod erleiden müssen.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit aktueller Gesetze zum Tierschutz?
Der Autor argumentiert, dass bestehende Gesetze oft unzureichend sind, da sie durch Schlüpflöcher (wie etwa durch die Definition von Botox als Medikament oder durch das Ausweichen in Drittländer) umgangen werden können.
- Quote paper
- Holger Müller (Author), 2010, Wenn der Mensch zur Bestie wird... - Gewalt gegenüber Tieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167886