In Deutschland gibt es 2010 ca. 30.000 Rechtsextreme. Davon gelten 9.500 als gewaltbereit. Darüber hinaus stimmen 37 % der Deutschen der Aussage zu, dass "Die Ausländer [...] nur hierher [kämen], um unseren Sozialstaat auszunutzen." und 45,8 % sind der Meinung, es gäbe zu viele Ausländer in Deutschland."
Diese erschreckenden Zahlen zeigen, dass das Thema Rechtsradikalismus auch 70 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers und den unbegreiflichen Folgen des Regimes aktueller ist denn je. Aussagen wie die oben aufgeführte, spiegeln deutlich die Ideologie und die Überzeugung, welche dahinter steht. Vor allem die Wahl der Worte, die Verwendung von speziellen Begriffen und rhetorischen Mitteln lassen diese Ideologie zugänglich werden – und genau darin besteht die Gefahr!
In der vorliegenden Facharbeit im Rahmen des Deutsch Profilkurs setze ich mich mit der Bedeutung und der Verwendung von Sprache Rechtsextremer auseinander. Anhand vielfältiger Zitate möchte ich versuchen, dem Leser einen Einblick in diese Thematik zu verschaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprache im politischen Kontext
3. Rechtsextremismus
4. Die Sprache der Rechtsextremisten
4.1 Sprachliche Merkmale rechtsextremer Gruppierungen
4.1.1 Die Sprache der Nationalsozialisten
4.1.2 Die Sprache der neonazistischen Parteien
4.1.3 Die Sprache der „autonomen Nationalisten“
4.2 Die Träger der Sprache
4.2.1. Printmedien
4.2.2 Musik
Neue Medien
4.3 Bedeutung der Sprache für den Rechtsextremismus
5.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie rechtsextreme Gruppierungen Sprache gezielt einsetzen, um ihre Ideologie zu verbreiten, Anhänger zu identifizieren und politische Gegner abzuwerten. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die Mechanismen der sprachlichen Beeinflussung und die Funktionen von Jargon sowie Codes innerhalb der Szene.
- Die ideologische Funktion von Sprache im politischen Kontext.
- Sprachliche Besonderheiten und Rhetorik rechtsextremer Gruppierungen.
- Die Rolle von Printmedien, Musik und Internet als Träger rechtsextremer Ideologien.
- Die identitätsstiftende Wirkung von Sprache zur Abgrenzung gegenüber gesellschaftlichen Gruppen.
- Strategien zur Verbreitung rechtsextremer Propaganda unter Umgehung rechtlicher Schranken.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Musik
Musik spielt in der rechtsextremen Szene eine besondere Rolle, da sie sowohl als Einstiegsdroge als auch Träger rechtsextremer Ideologien fungiert.
Ihren Anfang nahm die rechtsextreme Musik in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in England mit der Gründung der Band „Skrewdriver“. Deren Sänger Ian Stuart Donaldsen gründete das Weltweite „Blood & Honour“ Netzwerk, welches zur Vernetzung und Förderung rechtsextremer Bands konzipiert worden ist. So sagt er: „Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu bringen, besser als das in politischen Veranstaltungen gemacht werden kann, kann damit Ideologie transportiert werden.“
Den größten Bereich unter der rechtsextremen Musik macht der Rechtsrock, auch R.A. C. (Rock Against Communism) genannt, aus. Rechtsrock lässt sich untergliedern in rechten „oi“ (ursprünglich unpolitische Art des Punkrock), Nationalsozialistischen Black-Metal (NSBM), und Hatecore (rechtsextreme Version des Hardcore).
Die Texte werden dominiert von Rassismus, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung, Widerstand gegen das „System“ und eindeutigen Feindbildern, welche mit allen Mitteln zu bekämpfen sind, wie am Beispiel der Band „Weißer Arischer Widerstand“ mit ihrem Lied „Nehmt die Waffen zur Hand“ zu sehen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung verdeutlicht die Relevanz des Themas Rechtsextremismus anhand aktueller Zahlen und betont die zentrale Rolle der Sprache als Transportmittel rechtsextremer Ideologien.
2. Sprache im politischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert, wie Sprache durch spezifische Jargons und ideologische Wortwahlen dazu genutzt wird, Realität zu konstruieren und die öffentliche Meinungsbildung zu beeinflussen.
3. Rechtsextremismus: Hier wird der Begriff Rechtsextremismus definiert, wobei die heterogene Struktur der Szene und die Ablehnung vernunftbasierter Lebensformen sowie die völkische Ideologie im Vordergrund stehen.
4. Die Sprache der Rechtsextremisten: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die sprachlichen Merkmale verschiedener Strömungen, deren Verbreitungswege (Medien, Musik, Internet) und die strategische Bedeutung der Sprache für die Szene.
5.Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass rechtsextreme Sprache auf dem Fundament nationalsozialistischer Traditionen aufbaut, sich aber durch moderne Medien und eine Anpassung der Wortwahl an aktuelle Gegebenheiten kontinuierlich weiterentwickelt.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Ideologie, Sprache, Propaganda, Nationalsozialismus, Rechtsrock, Fanzines, Autonome Nationalisten, Internet, Politische Kommunikation, Feindbilder, Identitätsstiftung, Rhetorik, Rassismus, Antisemitismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen rechtsextremer Ideologie und deren sprachlicher Manifestation sowie die Instrumentalisierung von Sprache als Mittel zur Propaganda und Identitätsstiftung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der sprachlichen Analyse der Nationalsozialisten und heutiger neonazistischer Parteien sowie der Untersuchung der Trägermedien wie Printpublikationen, Musik und digitalen Netzwerken.
Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie und mit welchen sprachlichen Mitteln Rechtsextreme ihre Ideologie transportieren, um Jugendliche zu erreichen und sich von der restlichen Gesellschaft abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Fachliteratur sowie eine eigene Recherche in rechtsextremen Medien (Fanzines, Liedtexte, Internetauftritte), um die sprachliche Struktur dieser Gruppierungen offenzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung spezifischer Gruppen (Nationalsozialisten, NPD, Autonome Nationalisten) sowie der Rolle von Printmedien, Musik und Internet als Propagandainstrumente.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Rechtsextremismus vor allem völkische Ideologie, Euphemismen, Feind-Freund-Schemata, Neologismen und die strategische Nutzung von Codes zur Umgehung von Strafverfolgung.
Warum spielt Musik eine so große Rolle für die Szene?
Laut der Untersuchung fungiert Musik als „Einstiegsdroge“, die Jugendliche emotional bindet, ein Gefühl von Zusammengehörigkeit vermittelt und die Ideologie niedrigschwellig und attraktiv transportiert.
Wie hat sich die rechtsextreme Sprache im Internet verändert?
Rechtsextreme nutzen das Internet zur schnellen, anonymen Vernetzung, wobei sie Begriffe eindeutschen und vermeintlich neutrale Plattformen wie soziale Netzwerke zur gezielten Nachwuchsgewinnung nutzen.
- Arbeit zitieren
- Kai Richter (Autor:in), 2010, Sprache des Rechtsextremismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167873