Es kursieren viele Definitionen der Wirtschaftsinformatik und ihrer Kernaufgaben – die
meisten allerdings konzentrieren sich „lediglich“ auf die Abstimmung der IT und der
Unternehmensstrategie.
Was aber, wenn die Wirtschaftsinformatik sich in der Non-Profit-Rolle sieht und dazu
übergeht, Verantwortung für eine Organisation, ein Gesellschaftsgefüge oder eine
Gemeinde zu übernehmen?
Im Zuge der steigenden Komplexität des Alltags kommen somit immer mehr und mehr
Themen auf, mit denen man sich auseinandersetzen muss – dabei wird somit kritisch
hinterfragt, welche Funktion die Wirtschaftsinformatik einnehmen kann, um an dieser
Stelle proaktive Hilfestellung leisten zu können – sei es in Form eines Frühwarnsystems für Wirtschaftskrisen oder der Generierung von Methoden und Konzepten, um
Computersysteme immer umweltschonender betreiben zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaftsinformatik
2.1 Corporate Social Responsibility in der Wirtschaftsinformatik
2.1.1 Nachhaltigkeitsmanagement
2.1.2 Leitfaden für gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen
2.1.3 Wertbeitrag Betrieblicher (Umwelt)-Informationssysteme – Ansatzpunkt der Wirtschaftsinformatik
2.2 Die Verantwortung der Wirtschaftsinformatik für die Finanzmarktkrise
2.2.1 Entstehung der Immobilien- bzw. Finanzmarktkrise
2.2.2 Ansatzpunkte für die Wirtschaftsinformatik
2.3 Die Verantwortung der Wirtschaftsinformatik für unseren Planeten
2.3.1 Umgang mit natürlichen Ressourcen
2.3.2 Ansatzpunkt für die Wirtschaftsinformatik
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob die Wirtschaftsinformatik als Querschnittsdisziplin zwischen Betriebswirtschaft und Informationstechnologie eine eigene gesellschaftliche Verantwortung trägt. Dabei wird analysiert, inwieweit das Fachgebiet durch den Einsatz von Informationssystemen zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Finanzkrisen und der Ressourcenverknappung beitragen kann.
- Grundlagen der Corporate Social Responsibility im Kontext der Wirtschaftsinformatik
- Die Rolle von Entscheidungsunterstützungssystemen bei der Entstehung und Vermeidung von Finanzmarktkrisen
- Möglichkeiten der Wirtschaftsinformatik zur Minderung der Umweltbelastung und des Energieverbrauchs
- Nutzung von Frühindikatoren zur proaktiven Steuerung wirtschaftlicher Prozesse
- Einsatz von Informationssystemen zur effizienteren Verwaltung natürlicher Ressourcen
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Wertbeitrag Betrieblicher (Umwelt)-Informationssysteme – Ansatzpunkt der Wirtschaftsinformatik
Nachhaltiges Wirtschaften also als Schlüsselfaktor, als Organisation Verantwortung für die eigene Belegschaft und für das soziale Gefüge, in dem man ansässig ist, zu übernehmen? Wo ergibt sich allerdings hierbei der Ansatzpunkt für die Wirtschaftsinformatik, diese Leitkultur zu unterstützen und die Etablierung dieses Konzeptes voranzutreiben?
Eine der Initiativen in diesem Zusammenhang stellen betriebliche Umweltinformationssysteme dar.
Betriebliche Umweltinformationssysteme befassen sich mit der Aufgabe, umweltrelevante Daten und Informationen in einem Betrieb systematisch zu erfassen und zu verwalten: dabei konzentrieren sich diese Softwaresysteme auf Umweltdaten, wie beispielsweise Abfälle, Energieverbräuche oder ausgestoßene Emissionen und der damit verbundenen monetären Umrechnung.
In diesem Kontext bieten betriebliche Umweltinformationssysteme die Möglichkeit, den Planungs- und Entscheidungsprozess zu unterstützen und somit einen zusätzlichen Wertbeitrag für das Nachhaltigkeitsmanagement zu leisten. Hier können maschinell und automatisiert Alternativen aufgezeigt und komplexe Sachzusammenhänge erkannt werden. So könnte eines der Szenarien sein, an dieser Stelle anzusetzen und durch eine proaktive Steuerung immer genauere und präzisere Prognosen anfertigen zu können, um bspw. Verbräuche zu minimalisieren etc.
Betriebliche Umweltinformationssysteme haben allerdings dieselben Grenzen und Schwächen wie übliche Customer Relationship Management-Systeme, Business Intelligence-Systeme etc. – ihre Aussagekraft steht und fällt mit der entsprechenden Datenqualität, die Berichte, Reports und Analysen eben voraussetzen. Ebenfalls muss auch hierbei berücksichtigt werden, dass viele Informationen spekulativ sind und extrapoliert werden – daher sind Prognosen und Auswertungen, die Zukunft betreffend, natürlich nur bedingt stichhaltig.
Hier besteht die Möglichkeit für die Wirtschaftsinformatik anzusetzen, und die Planungsprozesse und die Generierung von Prognosen im Hintergrund noch effizienter und verlässlicher auszugestalten und genaue Aussagen darüber treffen zu können, wie sich Trends und Richtungen entwickeln, die das Nachhaltigkeitsmanagement einer Organisation tangieren. Dieses Ziel wird durch die entsprechende Verwendung präziser Algorithmen und Heuristiken gewährleistet und kann so ebenfalls einen Beitrag leisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Corporate Social Responsibility ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob der Wirtschaftsinformatik als Querschnittsdisziplin eine gesellschaftliche Verantwortung zukommt.
2 Die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaftsinformatik: Dieses Kapitel erläutert Konzepte der Nachhaltigkeit und untersucht die Rolle der Wirtschaftsinformatik bei der Vermeidung von Finanzkrisen sowie dem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen durch IT-gestützte Systeme.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Wirtschaftsinformatik durch ihre technologischen Ansätze einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Welt und zur proaktiven Krisenprävention leisten kann.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsinformatik, Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeitsmanagement, Finanzmarktkrise, Informationssysteme, Betriebliche Umweltinformationssysteme, Entscheidungsunterstützungssysteme, Ressourcenmanagement, Umweltbelastung, Frühindikatoren, IT-Infrastruktur, Risikomanagement, Subprime-Krise, Nachhaltigkeit, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen und die spezifische Rolle, die die Wirtschaftsinformatik dabei einnehmen kann, um Prozesse nachhaltiger und krisensicherer zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Corporate Social Responsibility, das Management natürlicher Ressourcen sowie die Analyse und Vermeidung von Finanzmarktkrisen durch IT-gestützte Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Wirtschaftsinformatik durch ihre Verankerung in BWL und Informatik proaktiv zur Bewältigung globaler wirtschaftlicher und ökologischer Probleme beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und evaluiert bestehende Ansätze sowie Best Practices, wie beispielsweise die ISO 26000, um den Beitrag der Wirtschaftsinformatik kritisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie IT-Systeme bei Nachhaltigkeitsfragen unterstützen können, warum die Wirtschaftsinformatik eine Teilschuld an Finanzmarktkrisen tragen könnte und wie sie zukünftig als Frühwarnsystem agieren kann.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wirtschaftsinformatik, Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeitsmanagement, Finanzmarktkrise und Umweltinformationssysteme charakterisiert.
Welche Rolle spielt die ISO 26000?
Die ISO 26000 dient als Beispiel für einen Leitfaden zu gesellschaftlicher Verantwortung, der Organisationen hilft, Best Practices im Bereich CSR zu implementieren.
Wie können betriebliche Umweltinformationssysteme helfen?
Diese Systeme helfen dabei, umweltrelevante Daten systematisch zu erfassen und zu verwalten, um den Energieverbrauch oder Emissionen zu optimieren und Entscheidungsprozesse transparenter zu gestalten.
Warum wird die Wirtschaftsinformatik im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise erwähnt?
Die Arbeit hinterfragt, ob durch bessere IT-gestützte Risiko-Reportings und die kritische Prüfung finanzmathematischer Modelle Anzeichen für die Krise früher hätten erkannt werden können.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Victor Bibescu (Autor:in), 2011, Die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaftsinformatik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167752