Die vermeintliche identitätsstiftende Funktion von Philosophiegeschichte scheint insbesondere im Kontext von Geschlecht und Gender nicht in vollem Maß ausgeschöpft werden zu können. Diese Arbeit widmet sich der Auseinandersetzung mit dieser Annahme. Die VertreterInnen dieser Ansicht nehmen an, dass der Wert der Philosophiegeschichte auch in der Einsicht ihrer Geschlechtsblindheit vor allem im Bereich der Anthropologie bestehe. Da auch im PU (Philosophieunterricht) die Anthropologie einen großen Stellenwert im Zusammenhang mit ethischer Bildung und der eigenen Persönlichkeits- und Identitätsbildung einnimmt, gewinnt die Problematik besonders an Relevanz. Im Rahmen dieser Arbeit soll deshalb die These vertreten werden, dass, um angemessen Philosophiegeschichte im Unterricht zu betreiben und sie als solche produktiv für das Philosophierenlernen und damit für das Stiften von Identitäten einzusetzen, es von maßgeblicher Relevanz ist, sich mit dem Themenkomplex Gender auseinanderzusetzen und somit einen kritischen Umgang mit der Denktradition des Faches Philosophie zu ermöglichen.
Um sich der Frage anzunähern, was der Mensch eigentlich ist, muss demzufolge der Genderaspekt, als Teil der menschlichen Identität, mitberücksichtigt werden, um dem Kern der Frage überhaupt gerecht zu werden; darunter der Umgang mit Frauen in der Philosophiegeschichte, die kritische Reflexion von Begriffen und Konzepten unter dem Gendergesichtspunkt sowie das Vorantreiben des Bewusstseins für Philosophie als kein exklusiv männliches Unterfangen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2024, Mit Philosophiegeschichte Identitäten stiften. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte und ihrer Historiografie im Kontext der Identitätsbildung in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1676131