Kaum ein Thema berührt den gesellschaftlichen Nerven so sehr wie die Frage nach der Verteilung von Reichtum. Während Millionen Menschen über steigende Mieten, stagnierende Löhne oder unsichere Altersvorsorge klagen, wachsen auf der anderen Seite große Vermögen beinahe unbehelligt weiter. In diesem Spannungsfeld ist auch die Diskussion um die Vermögensteuer wieder verstärkt in den Mittelpunkt gerückt – eine Steuer, die seit Jahrzehnten nicht mehr erhoben wird, aber immer wieder auf die politische Tagesordnung zurückkehrt.
Gleichzeitig zeigt sich, dass das Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt ist. Diese belegt der sogenannte Gini-Koeffizient, ein statistisches Maß zur Darstellung von Ungleichverteilungen. Ein Wert von 0 zeigt eine vollkommen gleichmäßige Vermögensverteilung, während ein Wert von 1 bedeutet, dass das gesamte Vermögen bei einer einzigen Person liegt. Mit einem Wert von 0,77 liegt Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt-etwa fünf Prozentpunkt höher. Die Boston Consulting Group beschreibt die Vermögensverhältnisse in Deutschland daher als „überdurchschnittlich ungleich“ (WDR, 2025).
Diese Hausarbeit untersucht die Gründe für die Aussetzung der Vermögensteuer in Deutschland und analysiert die aktuellen Argumente für und gegen ihre Wiedereinführung.
Im Anschluss an die Einleitung werden in Kapitel 2 die grundlegenden Begriffe sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und die historische Entwicklung der Vermögensteuer erläutert. Kapitel 3 widmet sich der aktuellen Debatte in Deutschland: Es werden zentrale Pro- und Contra-Positionen vorgestellt und die Haltung ausgewählter politischer Parteien dargestellt. In Kapitel 4 erfolgt ein internationaler Vergleich von Vermögensbesteuerungssystem. Kapitel 5 stellt alternative Konzepte zur Vermögensteuer vor. Ein abschließendes Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.
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- Anonym (Autor:in), 2025, Vermögensteuer in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1675176