Die vorliegende Arbeit hat sich mit verschiedenen Aspekten der psychologischen Diagnostik im Rahmen der medizinischen Rehabilitation befasst, insbesondere im Kontext orthopädischer Erkrankungen und komorbider psychischer Störungen. Dabei wurden sowohl allgemeine Ziele und Methoden der Rehabilitation als auch spezifische diagnostische Verfahren und deren Anwendung beleuchtet. Ein zentraler Aspekt, der sich durch die gesamte Arbeit zieht, ist die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, biopsychosozialen Ansatzes in der Rehabilitation. Wie Bengel und Mittag (2016) betonen, ist die Berücksichtigung psychischer Komorbiditäten bei körperlichen Erkrankungen von entscheidender Bedeutung für den Rehabilitationserfolg. Dies spiegelt sich auch in der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) wider, die neben körperlichen Funktionen und Strukturen auch Aktivitäten, Teilhabe und Kontextfaktoren berücksichtigt (WHO, 2001). Die Arbeit hat gezeigt, dass für eine umfassende Diagnostik in der Rehabilitation eine Vielzahl von Verfahren zur Verfügung steht, die unterschiedliche Aspekte erfassen. Dabei ist das Prinzip der Multimodalität von besonderer Bedeutung, wie es von Mühlig und Petermann (2006) hervorgehoben wird. Die Kombination verschiedener Methoden wie Interviews, Fragebögen, Leistungstests und Verhaltensbeobachtungen ermöglicht ein differenziertes Bild der Problematik und der Ressourcen des Patienten. Ein wichtiger Punkt, der in der Arbeit deutlich wurde, ist die Notwendigkeit einer sorgfältigen Auswahl und Anwendung diagnostischer Verfahren. Wie Proyer und Ortner (2010, 51) betonen, müssen bei der Verfahrensauswahl sowohl die spezifische Fragestellung als auch die Gütekriterien und die Verfügbarkeit berücksichtigt werden. Dabei ist es wichtig, dass die eingesetzten Verfahren nicht nur psychometrisch fundiert sind, sondern auch für den spezifischen Kontext der Rehabilitation geeignet sind. Die Arbeit hat auch die Bedeutung einer differenzierten Betrachtung psychischer Komorbiditäten bei körperlichen Erkrankungen herausgearbeitet. Wie das Fallbeispiel von Petra S. und ihrem Patienten mit Handfrakturen zeigt, können psychische Belastungen wie depressive Symptome den Rehabilitationsverlauf erheblich beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2024, Psychologie in der medizinischen Rehabilitation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1672998