1. Einleitung:
Kein Spiel, kein Film, oder keine andere Darstellung zeigt das Problem der Gewalt so
konzentriert und komplex wie das dieser Videokamera in Nothercare von 1993. Niemand der Umliegenden Passanten hätte ahnen können oder müssen, was die beiden
Jungen mit dem Kleinkind vorhaben. Niemand wusste, dass der zwei Jährige von den
beiden 10 Jährigen wenige Stunden später misshandelt und getötet werden würde. Die
beiden Jungen haben das schreiende Kleinkind vier Kilometer durch die Innenstadt von
Liverpool getrieben, ohne dass jemand von den Hunderten, die ihren Weg kreuzten und
ihnen begegneten, sie überholten oder ihnen auswichen, aufmerksam geworden oder gar
eingeschritten hätte. Fassungslos stand im Februar 1993 England und der Rest der Welt
da. Es gab weder ein Motiv, einen Grund oder gar einen Sinn zu erkennen. Doch schon
bald hatte man eine Erklärung zur Hand. Ein Horror-Video machte die beiden Jungen zu
Mördern. Als Inspiration für den Mord soll der Film „Child Play III“ gedient haben, in
dem eine vom Teufel besessene Puppe erst ihren Schöpfer tötet und dann selbst in einer
langwierigen Prozedur zerstückelt wird. Der Mord an dem 2 Jährigen und die genannte
Filmsequenz weisen zahlreiche Ähnlichkeiten auf. Schnell wurde dafür eine Erklärung
gefunden. Es wurde alles auf die Gewalt verherrlichenden Filme geschoben. In der
heutigen Gesellschaft ist dies ja kein Einzelfall. Ich möchte damit auf die verschieden
Amokläufe in den letzten Jahren hinweisen. Für jede dieser Taten wurden die sogenannten Killerspiele wie z.B. Counter Strike verantwortlich gemacht. Doch ist dies
denn möglich? Um dies zu verstehen zu können, benötigt man einiges an Vorwissen:
Definitionen, Formen, Ausprägungen, die ich nun etwas näher betrachten möchte.
Beginnen möchte ich mit den Definitionen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.2. Definition von Gewalt
2.1. Definition von Aggression
3. Ursachen für die Gewalt
4. Alterstypische Unterschiede
5. Geschlechtstypische Unterschiede
6. Formen und Arten der Aggression
7. Gewalt in den Medien
8. Präventionen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Darstellung von Gewalt in den Medien und der Entwicklung aggressiven Verhaltens bei Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Faktoren – insbesondere Medieneinflüsse – eine Rolle bei der Entstehung von Aggression spielen und welche präventiven Maßnahmen pädagogisch wirksam eingesetzt werden können.
- Theoretische Grundlagen von Gewalt und Aggression
- Einflussfaktoren wie Erziehung, soziale Umwelt und Medienkonsum
- Differenzierung alterstypischer und geschlechtsspezifischer Aggressionsformen
- Analyse der Wirkung gewalthaltiger Medieninhalte
- Pädagogische Präventionsstrategien im Elternhaus und in der Schule
Auszug aus dem Buch
7. Gewalt in den Medien
Einige Menschen suchen sich reale Vorbilder aus und versuchen diese detailgetreu zu kopieren. Einige wenige Menschen suchen sich symbolische Modelle aus und versuchen diese zu kopieren. 1983 fand Pass heraus, dass sogar vorgetragene Geschichten oftmals nachgeahmt werden. Doch am häufigsten wird über den Einfluss von Film, Fernsehen und Computerspielen diskutiert. Weniger wichtig aber dennoch nicht unwichtig ist der Einfluss der realen Modelle. Lange Zeit war man sich noch unklar ob Gewalt in den Medien eine schädliche Wirkung auf die Teilnehmer hat. Nun nach jahrzehntelanger Forschung ist man sich heute einig, dass statistisch gesehen TV-Gewalt, Aggressivität etwa im gleichen Maße fördert, wie das Rauchen den Lungenkrebs fördert. Es gibt zwar keine Garantie, dass jeder der Killerfilme sieht auch gleich gewalttätig werden wird. Genauso gibt es keine Garantie dass jeder der die sogenannten Killerspiele spielt, ein potenzieller Mörder ist, weil er dies am Computer lernt.
Laut einer experimentellen Studie zeigten die meisten der Teilnehmer, nach einer Gewaltszene in einem Film, dieselben aggressiven Verhaltensweisen in einer gespielten Situation wie im Film. Mit diesem Experiment hat man die kurzfristigen Effekte der Gewaltverherrlichung nachgewiesen. Doch dieses Experiment hat recht wenig mit dem Fernsehalltag zu tun. Denn dort spielen noch viele weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Die Langzeiteffekte des Fernsehkonsums sind somit noch lange nicht widergespiegelt. Langfristige Effekte, also das heranwachsen von aggressiven Einstellungen und Verhaltensangewohnheiten, sind somit nicht Nachgewiesen. Doch auch hierzu existieren Forschungsergebnisse: Es wurde tatsächlich ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Fernsehkonsum und den aggressiven Verhalten gefunden. Man kann diese Erkenntnis aber auch anderes herum sehen. Schauen aggressive Menschen einfach nur gerne Gewaltverherrlichende Filme an, oder machen diese Filme Menschen aggressiv? Auch hierfür hat Kleiter im Jahre 1997 einen Beweis bzw. eine Aussage gefunden. Er war der Meinung das, die Beziehung wechselseitig sei. Der Fernsehkonsum fördert also die Aggressivität im gleichen Maße wie die Aggressivität den Fernsehkonsum fördert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt anhand eines Fallbeispiels in die Problematik ein, wie durch Medien beeinflusste Gewalt das Handeln von Jugendlichen prägen kann.
2. Definitionen: Hier werden die wissenschaftlichen Kernbegriffe Gewalt und Aggression abgegrenzt und definiert, um die Grundlage für die weiteren Analysen zu schaffen.
3. Ursachen für die Gewalt: Das Kapitel beleuchtet verschiedene psychologische Erklärungsmodelle wie die Triebtheorie nach Freud und die Lerntheorie nach Bandura.
4. Alterstypische Unterschiede: Es wird analysiert, wie sich Aggressionsverhalten vom Säuglingsalter bis hin zum Erwachsenenalter in Abhängigkeit von kognitiven Fähigkeiten entwickelt.
5. Geschlechtstypische Unterschiede: Dieses Kapitel vergleicht die Ausprägungsformen körperlicher und verbaler Aggression sowie relationale Aggression bei Jungen und Mädchen.
6. Formen und Arten der Aggression: Hier werden unterschiedliche Kategorien von Aggression, wie körperliche, verbale, nonverbale und rationale Aggression, voneinander abgegrenzt.
7. Gewalt in den Medien: Dieses zentrale Kapitel untersucht den statistischen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Aggressivität sowie die Wirkung von Vorbildern in Medien.
8. Präventionen: Das abschließende Kapitel zeigt Möglichkeiten auf, wie durch ein robustes Elternhaus, schulische Regeln und Sportangebote aggressives Verhalten präventiv gemindert werden kann.
Schlüsselwörter
Gewalt, Aggression, Medienkonsum, Erziehung, Jugendpsychologie, Vorbilder, Prävention, Triebtheorie, Lerntheorie, Sozialisation, Fernsehen, Verhaltensauffälligkeiten, Rollenbilder, Aggressionspotenzial, Sozialverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, inwiefern gewalthaltige Medieneinflüsse das aggressive Verhalten von Jugendlichen beeinflussen und fördern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gewalt, den psychologischen Ursachen für aggressives Verhalten, den Unterschieden zwischen Alter und Geschlecht sowie der Rolle des Fernsehens als Gewaltquelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Mechanismen hinter aggressivem Verhalten zu verstehen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte pädagogische Erziehung und Prävention entgegengewirkt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor stützt sich auf theoretische Modelle der Psychologie (u.a. Freud, Bandura, Nolting) sowie auf empirische Studien und Statistiken zum Medienkonsum und zum Sozialverhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Entwicklungsstufen von Aggression sowie die Untersuchung der medienpädagogischen Auswirkungen von Filmen und Serien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Aggression, Gewalt, Medienwirkung, Erziehung, Prävention und Sozialisation.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von "Killerspielen" und Horrorfilmen?
Der Autor stellt fest, dass Medien allein keinen Menschen zum Täter machen; es ist das Zusammenspiel mit dem sozialen Umfeld und der individuellen psychischen Verfassung, das als kritisch angesehen wird.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Prävention?
Das Elternhaus wird als wichtigstes Instrument zur Bekämpfung von Aggression bezeichnet, da durch Liebe, Geborgenheit und klare Regeln ein stabiles Fundament für die Persönlichkeitsentwicklung geschaffen wird.
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- Daniel Ahnert (Author), 2008, Gewalt im Fernsehen und ihr Einfluss auf die Aggressivität von Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167270