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Adornos Essay "Zur Schlußszene des Faust" als Verknüpfungsarbeit

Titel: Adornos Essay "Zur Schlußszene des Faust" als Verknüpfungsarbeit

Seminararbeit , 2010 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eva Wißkirchen (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit ermöglicht im Nachvollzug der Gedanken ein Verständnis des ansonsten schwer zugänglichen, kryptischen Essays „Zur Schlußszene des Faust“ von Theodor Adorno, und leistet so auch einen Betrag zur Widerlegung der oft gehörten These von der Unverständlichkeit der Adornoschen Gedankengänge.

Georg Lukács schreibt in „Die Seele und die Formen“: „Der Essay spricht immer von etwas bereits Geformtem, oder bestenfalls von etwas schon einmal Dagewesenem, es gehört also zu seinem Wesen, dass er nicht neue Dinge aus einem leeren Nichts heraushebt, sondern bloß solche, die schon irgendwann lebendig waren, aufs neue ordnet.“ Theodor Adorno zitiert diesen Abschnitt zustimmend in seinem die „Noten zur Literatur“ eröffnenden „Der Essay als Form“. Dementsprechend behandelt auch der später im Band folgende Essay „Zur Schlußszene des Faust“ keinen ganz neuen Gedanken, sondern ist eine Verknüpfungsarbeit. Adorno verknüpft die Gedanken anderer, vornehmlich Goethes, Hegels, Mahlers und der jüdischen Mystiker.
Gemäß dem in „Der Essay als Form“ dargestellten Wesen des Essays beleuchtet Adorno diesen Gedanken von verschiedenen Seiten. Die höchst interessanten Beziehungen, die er dabei zu dem von anderen Gedachten knüpft, werden meist lediglich angedeutet, und oft geschieht selbst das nur sehr subtil. Die vorliegende Arbeit soll daher in erster Linie diese Beziehungen nachweisen und erläutern. Dabei soll zum einen die Schlüssigkeit dieser Beziehungen kommentiert werden, zum anderen wird auch versucht werden, Verbindungen zu knüpfen, die Adorno vielleicht gar nicht im Sinn hatte, die der Text aber zu knüpfen ermöglicht.
Alexander Kluge sagte in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Adorno-Preises 2009, eines der Hauptthemen Adornos sei die Verschränkung von Inhalt und Form: „Die Form, sagt er, erzeugt die Sache. Und die Sache regiert die Form.“ Das kann man auch an dem hier behandelten Essay „Zur Schlußszene des Faust“ feststellen, beispielsweise an den Stellen, die den Klang eines Wortes im Zusammenhang mit seinem Inhalt reflektieren, oder im Phänomen der Anschaulichkeit einer Idee. Diese beiden Punkte besonders hervorzuheben ist ein Nebenanliegen der Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

Textinterpretation in der gegenwärtigen geschichtlichen Lage

Dichterische und kommunikative Sprache im Spätwerk

Erhaben oder lächerlich?

Archaisierung und jüdische Mystik

Hegel und das Begrenzte als Bedingung der Großheit

Der gesellschaftliche Aspekt des Begrenzten als Bedingung der Großheit

Suspendierung des Rechts durch die Liebe

Die Wiederkunft des Vergessenen

Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit widmet sich der detaillierten Analyse und Erläuterung der in Theodor W. Adornos Essay „Zur Schlußszene des Faust“ nur subtil angedeuteten Verknüpfungen und philosophischen Bezüge. Ziel ist es, durch eine kontextuelle Aufarbeitung die Komplexität und Schlüssigkeit von Adornos Argumentation nachvollziehbar zu machen und den Vorwurf der Unverständlichkeit seiner Texte zu entkräften.

  • Die Verschränkung von Inhalt und Form im Spätwerk von Goethe und Beethoven.
  • Die Rolle der jüdischen Mystik und deren Begriff der „Gewura“ in Adornos Deutung.
  • Die philosophische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von „Großheit“ und dem „Begrenzten“ in Anlehnung an Hegel.
  • Die Analyse der juristischen und metaphysischen Dimensionen der Pakt-Wette zwischen Faust und Mephistopheles.
  • Die Untersuchung der „Wiederkunft des Vergessenen“ als zentrales Motiv in Goethes Spätwerk.

Auszug aus dem Buch

Dichterische und kommunikative Sprache im Spätwerk

Dichterische Sprache und kommunikative Sprache, „die beiden feindlichen Medien“ 12, sind zugleich dasselbe Medium: Sprache; niemals richtig voneinander zu trennen. Mit der kommunikativen Sprache geht eine Abnutzung, ein Sprachverfall einher, dem Goethe seine Dichtung abzwingen musste, da es nur eine Sprache gibt.

Adorno vergleicht das mit einem Verfall in der Musik: Durch Benutzung von verminderten Septimakkorden in der Salonmusik, bekommen diese einen anderen Klang: „Er [der verminderte Septakkord, Anm. E. W.] war zusammen mit dem Neapolitaner über lange Zeit das stärkste Ausdrucksmittel (beide haben mehrere Strebetöne) für seelische Zustände wie Schmerz, Todesbewusstsein, Sehnsucht und Leid. […] Ab der Romantik – bei allmählich schwindender Symbolkraft, bedingt u. a. durch sehr häufigen Gebrauch – verschob sich dessen Bedeutung und er wurde in erster Linie universales Modulationsmittel.“13 Dieser Vergleich legt einen Akzent darauf, dass es auch bei Worten um einen Klang geht, dessen Wahrnehmung sich verändert. Zugleich steht die Salonmusik für eine Kommerzialisierung der Musik, im Zuge derer das Kunstwerk zur Ware wird.14

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema als „Verknüpfungsarbeit“ und erläutert die methodische Herangehensweise, den Adornotext durch die Nachzeichnung seiner philosophischen und literarischen Bezüge zu erschließen.

Hauptteil: Der Hauptteil analysiert schrittweise Adornos Essay, beginnend bei der geschichtlichen Lage der Textinterpretation, über die Sprache und Archaisierung, bis hin zur metaphysischen Bedeutung von Begrenzung und der juristischen Ebene des Pakt-Konflikts.

Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass durch die detaillierte Darstellung der Argumentation Adornos Essay als voraussetzungsreiches, aber nachvollziehbares Werk ausgewiesen werden konnte.

Schlüsselwörter

Theodor W. Adorno, Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Spätwerk, Literaturwissenschaft, Jargon der Eigentlichkeit, Jüdische Mystik, Hegel, Großheit, Begrenzung, Sprachkritik, Metaphysik, Verknüpfungsarbeit, Ästhetik, Form und Inhalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine ausführliche Exegese von Theodor W. Adornos Essay „Zur Schlußszene des Faust“, indem sie die impliziten Bezüge zu anderen Denkern und Werken offenlegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Wechselwirkung zwischen ästhetischer Form und inhaltlichem Gehalt, die Funktion von Sprache im Spätwerk sowie die philosophische Interpretation von Natur, Metaphysik und gesellschaftlicher Ordnung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Erhellung von Adornos stark verdichteter Argumentation, um aufzuzeigen, dass die Unverständlichkeit seiner Texte primär eine Folge ihrer hohen Voraussetzungsdichte ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Hermeneutik, die den Adorno-Text eng an den Absätzen orientiert analysiert und durch intertextuelle Vergleiche sowie philosophiegeschichtliche Kontextualisierung (Hegel, jüdische Mystik) ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene analytische Kapitel, die unter anderem Adornos Sprachkritik, den musikalischen Vergleich mit Beethoven, die kabbalistische Deutung der „Gewura“ und die metaphysische Dimension des Pakt-Vertrags untersuchen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind die „Verknüpfungsarbeit“, die „Wiederkunft des Vergessenen“, das Verhältnis von Konvention und Subjektivität sowie die „Qualität der Großheit“.

Inwiefern spielt der Chassidismus für Adornos Interpretation eine Rolle?

Adorno erkennt in der Schlussszene des Faust einen „jüdischen Tonfall der Ekstase“, den die Arbeit durch die Lehren Isaak Lurias und die Praxis des Chassidismus kontextualisiert und als Ausdruck der „Gewura“ (Potenz) deutet.

Warum zieht die Autorin den Vergleich zwischen Mephistopheles und Shylock?

Die Autorin prüft kritisch Adornos Vergleich des Mephistopheles mit Shylock aus dem „Kaufmann von Venedig“, um aufzuzeigen, dass die Suspendierung des Rechts durch die Liebe bei Goethe fundamental anders funktioniert als die juristische Wendung in Shakespeares Stück.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Adornos Essay "Zur Schlußszene des Faust" als Verknüpfungsarbeit
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Peter-Szondi-Institut)
Veranstaltung
Vertiefungsmodul 321a: Goethes Bilderwissen
Note
1,0
Autor
Eva Wißkirchen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V167248
ISBN (eBook)
9783640837274
ISBN (Buch)
9783640837700
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische Theorie Goethe Intermedialität Hegel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Wißkirchen (Autor:in), 2010, Adornos Essay "Zur Schlußszene des Faust" als Verknüpfungsarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167248
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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