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Sprachpolitik der Französischen Revolution

Title: Sprachpolitik der Französischen Revolution

Term Paper , 2010 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christina Münzner (Author)

French Studies - Culture

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Summary Excerpt Details

Mit der Revolution von 1789 veränderte sich das Wesen Frankreichs in politischer, rechtlicher und sprachlicher Weise grundlegend. Mit der Abschaffung des Ancien Régime und der darauf folgenden Absetzung des absolutistischen Monarchen Louis XVI wurden die Weichen für ein neues Rechtssystem und eine neue Staatsform gestellt.
Um den Bürgern der neugegründeten Nation Ihre Rechte und Pflichten mitzuteilen und um ihnen die Chance zu geben, sich am politischen Geschehen beteiligen zu können, bedurfte es einer gemeinsamen Sprache, welche in Frankreich bis 1789 nicht vorhanden war. Noch am Anfang des 18. Jahrhunderts wurden mehr als 30 verschiedene Dialekte in Frankreich gesprochen und nur sehr wenige Bewohner waren des Französischen mächtig, der Sprache der Adligen und des ehemaligen Hofes (Leclerc1 2009). Um den unterschiedlichen Kulturkreisen der Nation eine gemeinsame Identität zu geben, die Ideen der Revolution zu verbreiten und nicht zuletzt um die französische Nation gegenüber anderen Staaten sprachlich abzugrenzen, wurde ab 1789 eine teilweise höchst aggressive Sprachpolitik betrieben.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Mitteln und den Auswirkungen der Sprachpolitik im Zeitraum von 1789 bis 1799, vom Sturm auf die Bastille bis zur Machtergreifung Napoleons. Zuerst soll das Wesen von Sprachpolitik im Allgemeinen definiert und deren Geschichte in Frankreich bis zur Revolution skizziert werden, um dann die Bedeutung für die Bildung der französischen Nation näher zu beleuchten. Im zweiten Teil soll dargelegt werden, in welcher Beziehung die Dialekte zur neuen Identität der französischen Nation standen, und warum und wie sie bekämpft wurden. Weiterhin soll darauf eingegangen werden, mit welchen Mitteln die Sprache zur Pflicht für alle Franzosen erklärt wurde und wie sich die Sprachpolitik zum „terreur linguistique“ zuspitzte, mit welchem die systematische Vernichtung der Dialekte einherging. Im letzten Teil soll besonderes Augenmerk auf die Veränderungen in der französischen Sprache während der Revolution gelegt werden. Hierzu sollen zuerst einige der sprachlichen Neuerungen und Änderungen betrachtet werden, die nur eine relativ kurze Zeit Bestand hatten und dann jene, welche bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind. Die Summe der vorgebrachten Argumente soll zum Schluss einen Einblick in die französische Sprachpolitik einer der an politischen Veränderungen reichsten Jahrzehnte der europäischen Geschichte gewähren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Wesen der Sprachpolitik Frankreichs

1.1 Definition Sprachpolitik

1.2 Geschichtlicher Überblick

1.3 Bedeutung der Sprache für die Identität der Nation

2. Chacun n'a plus son patois

2.1 Bedeutung der Dialekte für die Sprachpolitik

2.2 Sprache als Pflicht

2.3 La terreur linguistique

3. Revolutionäre Veränderungen der Sprache

3.1 Eine neue Zeitrechnung

3.2 Veränderungen im Wortschatz

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der französischen Sprachpolitik während der Revolution von 1789 bis 1799 und dem Streben nach nationaler Einheit. Dabei wird analysiert, wie das Französische als machtpolitisches Instrument zur Unterdrückung regionaler Dialekte eingesetzt wurde, um eine homogene nationale Identität zu schaffen.

  • Definition und historische Entwicklung der französischen Sprachpolitik.
  • Die systematische Verdrängung regionaler Dialekte ("Patois").
  • Sprache als Instrument der Pflicht und staatlichen Kontrolle.
  • Die radikale Phase der "Terreur linguistique".
  • Revolutionäre Neugestaltungen des Kalenders und des Wortschatzes.

Auszug aus dem Buch

2.1 Bedeutung der Dialekte für die Sprachpolitik

Obwohl die Mehrheit der Revolutionäre die Dialekte ablehnten, weil die Sprecher sich nicht dem Duktus der Nation anpassten und deshalb verdächtigt wurden, Anhänger antirevolutionärer Gruppen zu sein, gab es im Bildungsbürgertum auch Stimmen für ein multilinguales Frankreich. Einer dieser Befürworter war François-Joseph Bouchette (1737-1810), welcher von April 1789 bis September 1789 Mitglied des Assemblée Nationale war (Leclerc¹ 2009). Auf dessen Vorschlag hin entschied die Versammlung 1790, dass ihre Gesetze in die jeweiligen regionalen Sprachen übersetzt werden sollten (ebd.). Zwar gestand dies den regionalen Sprachen ihre Existenz zu, aber es war, aufgrund der zahlreichen Dialekte und der dafür nötigen Übersetzer, ein enormes Unterfangen, was in absehbarer Zeit nicht bewältigt werden konnte. Die Übersetzungsaufträge wurden, aufgrund des Mangels an Übersetzern, der hohen Kosten für die Übersetzer und der Verzögerung der Gesetzesverkündungen, nach einigen Monaten wieder fallen gelassen (Perrot 1997: 3).

Ein weiterer Grund für die Abschaffung der Übersetzungen könnte gewesen sein, dass es kaum möglich war zu kontrollieren, ob die Gesetze korrekt übersetzt wurden. Frei nach dem italienischen Sprichwort „traduttore, traditore“ wurde den Übersetzern wahrscheinlich nicht über den Weg getraut, vor allem da die meisten Revolutionäre aus Paris die jeweiligen Dialekte nicht verstanden und die Dialektsprecher vielmals als Gefahr für die Nation angesehen wurden, weil sie nicht die französische Sprache verwendeten. Außerdem standen die Sprecher der Dialekte in dem Ruf, sich mit dem alten Herrschaftssystem zu identifizieren und stellten auch dadurch ein Feindbild für die Revolutionäre dar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die politische und soziale Lage Frankreichs um 1789 und die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Sprachpolitik.

1. Wesen der Sprachpolitik Frankreichs: Theoretische Definition von Sprachpolitik und historischer Rückblick auf die Entwicklung des Französischen als Nationalsprache.

2. Chacun n'a plus son patois: Analyse der Maßnahmen gegen regionale Dialekte und der Rolle der Sprache als Instrument der nationalen Integration und Disziplinierung.

3. Revolutionäre Veränderungen der Sprache: Darstellung der sprachlichen und symbolischen Umbrüche durch die Einführung eines neuen Kalenders und Veränderungen im Wortschatz.

4. Schlussbetrachtung: Fazit über die Auswirkungen der revolutionären Sprachpolitik auf die nationale Einheit und die radikalen Methoden der Durchsetzung.

Schlüsselwörter

Sprachpolitik, Französische Revolution, Nationalsprache, Dialekte, Patois, Terreur linguistique, Nationale Identität, Revolution, Jacobiner, Sprachplanung, Standardisierung, Assemblée Nationale, Sprachverdrängung, Französisch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Sprachpolitik während der Französischen Revolution (1789-1799) und wie diese zur Unterdrückung regionaler Dialekte und zur Etablierung des Französischen als einheitliche Nationalsprache genutzt wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Sprache und Macht, die Stigmatisierung von Dialekten, die Rolle des Bildungswesens und die revolutionäre Neugestaltung gesellschaftlicher Symbole wie Zeitrechnung und Wortschatz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprache als Instrument der politischen Einigung eingesetzt wurde, um eine homogene "Nation" zu konstruieren und oppositionelle kulturelle Identitäten zu schwächen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und sprachwissenschaftliche Analyse von Primär- und Sekundärliteratur, um die Entwicklung der Sprachpolitik im zeitgenössischen Kontext zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Sprachpolitik, den Umgang mit Dialekten ("Patois"), die Instrumentalisierung der Sprache als Pflicht sowie die spezifisch revolutionären sprachlichen Veränderungen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachpolitik, Nationale Identität, Terreur linguistique, Dialektverdrängung und die Französische Revolution definiert.

Was verstand man unter dem Begriff "Terreur linguistique"?

Damit wird die radikale Phase der Sprachpolitik unter der Führung der Jakobiner bezeichnet, in der die Nutzung anderer Sprachen als Französisch aktiv verfolgt und mit drastischen Strafen belegt wurde.

Wie wirkte sich die neue Zeitrechnung auf die Sprache aus?

Die Einführung eines revolutionären Kalenders sollte die Verbindung zur traditionellen kirchlichen Ordnung kappen und die Rationalität des neuen republikanischen Staates auch sprachlich im Alltag verankern.

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Details

Title
Sprachpolitik der Französischen Revolution
College
University of Leipzig  (Institut für Romanistik)
Grade
1,3
Author
Christina Münzner (Author)
Publication Year
2010
Pages
20
Catalog Number
V167150
ISBN (eBook)
9783640835621
ISBN (Book)
9783640835836
Language
German
Tags
Französische Revolution Sprachpolitik in Frankreich Normen des Französischen Sprache und Macht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Münzner (Author), 2010, Sprachpolitik der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167150
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