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Gesangliche Intonation in Gegenwart digitaler Medien

Technik als Erweiterung des menschlichen Gesangorganes

Titel: Gesangliche Intonation in Gegenwart digitaler Medien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eike Groenewold (Autor:in)

Musik - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Aussage, ein guter Sänger verdanke sein Können dem Gehör, ist nur schwer zu widerlegen. Im Gegensatz zu vielen Instrumenten hat die menschliche Stimme nämlich keinen festgelegten intonatorischen Vorrat. Ein Klavier hingegen wird durch seine Tasten, eine Gitarre durch die Bundstäbe und eine Flöte durch die Ventile in weitestgehend fixierte Tonräume eingeteilt. Ein Sänger ist jedoch darauf angewiesen, im lückenlosen Raum der Tonalität die richtigen Töne durch seine Wahrnehmung zu überprüfen. Zudem fehlt einem Sänger, im Gegensatz zu bundlosen Instrumenten, bei denen die Intonation auch hauptsächlich über das Gehör kontrolliert wird, das taktile oder haptische Feedback, sowie eine visuelle Überprüfung beispielsweise der Position der Finger auf einem Griffbrett. Geübten Sängern gelingt es dennoch, Töne mit beträchtlicher Genauigkeit zu intonieren. Ist eine gute Intonation jedoch die wichtigste Voraussetzung, um im Feld der Popularmusik als guter Sänger eingeschätzt zu werden? Fernsehformate wie "Deutschland sucht den Superstar" erwecken zudem den Anschein, den Leistungsgrad des Singens messbar machen zu können. Zudem gilt ein stark eingeschränkter Produktionsstandard auf dem Musikmarkt als Maß für den Erfolg einer musikalischen Aufzeichnung. Eine Aufnahme eines ungenau intonierenden Sängers ist auf dem kommerziellen Markt seit Mitte der 90er Jahre kaum noch zu finden. Wie zu zeigen ist, liegen die Gründe hierfür vermutlich hauptsächlich in der Entwicklung von speziellen Techniken und deren weit verbreiteter Anwendung. Die technischen Medien und deren Anwendung bedingen sich gegenseitig und kreieren dadurch einen Richtwert, dem seither die Mehrheit der Musikproduzenten nacheifert. Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, die moderne Musikproduktionsumgebung in Bezug auf den Gesang zu beleuchten, um das Entstehen kultureller Konsequenzen durch verwendete Produktionstechniken sichtbar machen zu können. Im Fokus stehen dazu die Computerprogramme Autotune und Melodyne, deren Funktionsweisen in ihren Grundzüge dargestellt werden sollen. Die gewonnenen Ergebnisse dienen als Diskussionsmaterial: welche Auswirkungen hat die Kombination von digitaler Technik und der menschlichen Stimme auf die westliche Musikkultur?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intonation

2.1 Intonationsschwächen: Produktion und Perzeption tonalen Gesanges

2.2 Die kognitive Repräsentation von Tonhöhe

3. Der Gesang in Gegenwart digitaler Medien

3.1 Gesang und Technik

3.2 Moderne "Gesangmaschinen"

3.2.1 Autotune

3.2.2 Melodyne

3.3 Digitale Technik als Erweiterung des Gesangorgans

4. Resümee

5. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen menschlicher Gesangsstimme und moderner digitaler Musikproduktion. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technische Standards in der Popularmusik das menschliche Singen beeinflussen, welche Rolle digitale Werkzeuge wie Autotune oder Melodyne dabei spielen und inwieweit diese Technik das menschliche Stimmorgan erweitert oder instrumentalisiert.

  • Analyse von Intonationsschwächen und deren kognitiven Ursachen.
  • Untersuchung der Bedeutung von Produktionsstandards in der modernen Popmusik.
  • Funktionsweise und ästhetische Auswirkungen von Intonationskorrektur-Software.
  • Anwendung medienwissenschaftlicher Theorien nach Marshall McLuhan auf das Verhältnis von Mensch und technischem Klangapparat.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Autotune

Der vorangehende Abschnitt konnte zeigen, wie direkt sich die Technik auf den Gesang und seine Ästhetik auswirken kann. Zudem wurde deutlich, dass das gesamte Zeichensystem der Popularmusik eine reine gesangliche Intonation als Voraussetzung für eine erfolgreiche Produktion fordert. Die Kreation einer perfekten Intonation soll nun durch speziell für den Zweck der Intonationskorrektur entwickelte Anwendungen ermöglicht werden. Die menschliche Stimme, schon allein durch den Prozess der Aufzeichnung gleichsam von ihrem Körper befreit, wird Teil eines Mensch-Maschine Verhältnisses, in welchem die Stimme zum Rohling und der Computer zum Instrument wird.

Eines dieser technischen Hilfsmittel zur automatischen Tonhöhenkorrektur und mit hoher Nutzungsrate in der Welt der Musikproduktion ist die Anwendung Autotune. Es wurde 1996 von der amerikanischen Firma Antares in Soft- und Hardwareform eingeführt und arbeitet postproduktiv sowie in Echtzeit. Der Algorithmus der Anwendung analysiert das Frequenzspektrum eines monophonen Audiosignals und prüft, ob und wie weit die gefundene Frequenz vom nächsten korrekten Halbton einer vorgegebenen Stimmung entfernt ist, und pitcht das Signal auf die gewünschte Tonhöhe (Ziebarth 2006: 61). Zusätzlich ist es dem Anwender möglich, die Korrektur auf bestimmte Tonhöhen zu beschränken. Nimmt man beispielsweise eine Dur-Tonleiter als Voreinstellung, werden die gesungenen Töne automatisch auf die Tonart angepasst. Per Mausklick auf einer virtuellen Keyboard-Tastatur kann man zusätzlich Töne stummschalten, Skalen editieren und so den Tonumfang an die Harmonik des Musikstückes anpassen (Ziebarth 2006: 68). Zu den umfangreichen harmonischen Einstellmöglichkeiten ist auch die Geschwindigkeit, mit der das Signal zur gewünschten Frequenz hingebogen wird, bei Auto-Tune wählbar. Diese Funktion soll dem Anwender helfen, ein natürlicheres Klangergebnis zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Intonation als Kontrollorgan beim Singen und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen moderner digitaler Produktionstechnik auf das Verständnis und die Qualität menschlichen Gesangs.

2. Intonation: Dieses Kapitel analysiert die physiologischen und kognitiven Grundlagen der Stimmproduktion und zeigt auf, dass Intonationsschwächen oft auf komplexe Verarbeitungsprozesse im Gehirn zurückzuführen sind.

3. Der Gesang in Gegenwart digitaler Medien: Das Hauptkapitel untersucht die Rolle technischer Hilfsmittel in der Popularmusik, wobei der Einsatz von Software zur Klangoptimierung sowie die medientheoretische Einordnung des Sängers als Teil eines technischen Gesamtsystems im Fokus stehen.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die menschliche Stimme im Kontext der modernen Musikproduktion zu einem Rohling degradiert wird, der erst durch digitale Technik zur Erfüllung kommerzieller Standards geformt wird.

5. Bibliografie: Auflistung aller verwendeten Quellen und Literaturangaben.

Schlüsselwörter

Intonation, Gesang, Popmusik, Musikproduktion, Autotune, Melodyne, Stimmorgan, Technik, Medienwissenschaft, Marshall McLuhan, Klangästhetik, Mensch-Maschine-Verhältnis, Perzeption, Tonhöhe, Musikindustrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss moderner digitaler Musikproduktionstechniken auf das menschliche Singen und die Wahrnehmung von Intonation im Kontext der Popmusik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die physiologische Stimmbildung, die kognitive Wahrnehmung von Tonhöhen, die technisierte Musikproduktion und die medienphilosophische Betrachtung der menschlichen Stimme als Teil technischer Apparate.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen einer "perfekten" Intonation als kommerziellem Standard und der natürlichen, fehlerbehafteten menschlichen Stimme aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine musik- und medienwissenschaftliche Analyse, die Erkenntnisse aus der Kognitionsforschung, Linguistik und Medientheorie (insb. Marshall McLuhan) miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Funktionsweise von Intonationskorrektur-Programmen wie Autotune und Melodyne und analysiert, wie diese die Praxis der Popmusikproduktion und die Ästhetik des Gesangs nachhaltig prägen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Intonation, digitale Klangbearbeitung, Musikästhetik, Mensch-Maschine-Schnittstelle und Popkultur geprägt.

Wie unterscheidet sich die Arbeitsweise von Autotune und Melodyne?

Während Autotune primär auf die automatische Echtzeit-Korrektur ausgerichtet ist, fungiert Melodyne als präzises Feinwerkzeug für die postproduktive Bearbeitung, das tiefergehende Eingriffe in Phrasierung und Klangcharakter erlaubt.

Inwiefern beeinflusst Technik die "Ehrlichkeit" der Stimme?

Die Arbeit diskutiert, dass durch digitale Eingriffe die Grenze zwischen "echter" menschlicher Leistung und technischer Simulation verschwimmt, was die Frage aufwirft, ob ein Hörer die Authentizität einer Stimme noch objektiv beurteilen kann.

Was versteht der Autor unter einer "Amputation des Stimmorgans"?

In Anlehnung an Marshall McLuhan beschreibt dies den Prozess, in dem die menschliche Stimme durch die ständige Abhängigkeit von Korrektursoftware von ihrer organischen Unmittelbarkeit befreit und in ein technisches System überführt wird.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gesangliche Intonation in Gegenwart digitaler Medien
Untertitel
Technik als Erweiterung des menschlichen Gesangorganes
Hochschule
Universität zu Köln  (Musikwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Musikinstrumente in musikethnologischer und musikarchäologischer Forschung
Note
1,0
Autor
Eike Groenewold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V167035
ISBN (Buch)
9783640834167
ISBN (eBook)
9783640834358
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Intonation Cubase Sequenzer Melodyne Autotune Gesang Voice Prozessor Vokaltrakt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eike Groenewold (Autor:in), 2009, Gesangliche Intonation in Gegenwart digitaler Medien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167035
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Leseprobe aus  25  Seiten
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