„Die Finanzierung der in den letzten Jahren zunehmend zu beobachtenden Internationalisierung unternehmerischer Geschäftstätigkeit erfordert die Inanspruchnahme internationaler Kapitalmärkte.“ Zur Erlangung einer Finanzierung zu möglichst günstigen Bedingungen, sind die internationalisierenden Unternehmen dazu angehalten, Informationen offen zu legen, die es den Kapitalgebern ermöglichen, die Chancen und Risiken des Kapitalengagements zu beurteilen. Durch eine Bilanzierung nach internationalen Rechnungslegungsstandards werden eine verbesserte Informationslage der Kapitalgeber und, damit verbunden, die Senkung der Risikozuschläge in den Kapitalkosten angestrebt.
Ziel dieser Arbeit ist, die Bedeutung immaterieller Vermögenswerte und damit einhergehend die Bilanzierung und Bewertung in modernen Unternehmen genauer zu analysieren. Im ersten Kapitel wurde die Bedeutung anhand der Problemstellung und der Relevanz des Themas näher erläutert.
„Immaterielle Vermögenswerte“ ist vom Begriff her nicht klar geregelt. Während aus dem HGB die immateriellen Vermögensgegenstände bekannt sind, ist der Begriff der immateriellen Vermögenswerte umfassender. Deshalb wird in Kapitel 2 auf die begrifflich Abgrenzung und die Arten der immateriellen Vermögenswerte eingegangen.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen dem HGB und IAS (IFRS) bezüglich der möglichen Bilanzierungsansätze anhand ausgewählter Beispiele. Hier soll die „Unterschiedlichkeit“ genauer zu tragen kommen.
Letztlich werden im Kapitel 4 anhand eines Beitrags von Ulrich Moser / Heinz Goddar die modernen, in der Praxis angewandten Bewertungsverfahren von immateriellen Vermögenswerten veranschaulicht. Hierbei beschränkt sich die Untersuchung aufgrund des Umfanges auf die Methode des Incremental Income Analysis und erläutert diese im Anschluss anhand eines Zahlenbeispiels.
Aufgrund der geringen Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten des Umlaufvermögens soll in dieser Arbeit nicht darauf näher eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung / Relevanz des Themas
1.2 Zielführung der Arbeit
2. Definitionen
2.1 Begrifflich Abgrenzung immaterieller Vermögenswerte
2.2 Arten immaterielle Vermögenswerte
3. Unterschied Bilanzierung nach HGB und IAS (IFRS)
3.1 Notwendigkeit zur Harmonisierung der Rechnungslegung
3.2 IAS versus US-GAAP
3.3 Ausgewählte Punkte zur Unterscheidung
4. Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände nach IAS
4.1 Beispiel: Patentbewertung
4.1.1 Einleitung
4.1.2 Grundlagen der Bewertung
4.1.3 Patente als Bewertungsobjekte
4.1.4 Bewertung patentgeschützter Technologien auf der Grundlage des Income Approach
4.1.5 Bewertungsansatz für patentgeschützte Technologien auf der Grundlage der Incremental Income Analysis
4.2 Fallbeispiel
4.2.1 Überblick
4.2.2 Ausgangsdaten
4.2.3 Incremental Income Analysis
4.3 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Bedeutung immaterieller Vermögenswerte im modernen Unternehmensumfeld sowie deren Bilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS im Vergleich zum deutschen Handelsrecht. Zentrales Ziel ist es, die methodischen Ansätze zur Bewertung patentgeschützter Technologien unter besonderer Berücksichtigung der "Incremental Income Analysis" wissenschaftlich fundiert darzulegen und praktisch anzuwenden.
- Bedeutung der International Financial Reporting Standards (IFRS) für deutsche Unternehmen.
- Begrifflich-systematische Abgrenzung immaterieller Vermögenswerte.
- Vergleichende Analyse der Bilanzierungsvorschriften zwischen HGB, IAS und US-GAAP.
- Theoretische Grundlagen und Verfahren zur Patentbewertung (Income, Market, Cost Approach).
- Anwendung der Incremental Income Analysis anhand eines Praxis-Fallbeispiels.
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Grundlagen der Bewertung
Voraussetzung einer jeden Bewertung ist die eindeutige Abgrenzung des Gegenstands der Bewertung. Die Kenntnis des Anlasses der Bewertung sollte ebenfalls gegeben sein. Im Folgenden werden die hiermit in Zusammenhang stehenden Aspekte insoweit dargestellt, als dies für die Bewertung von Patenten erforderlich ist.
Grundlegende Bewertungskonzepte- Ausgangsüberlegung33 Der Wert eines Patents leitet sich aus dem Nutzen ab, den dieses für dessen Eigentümer stiftet. Zur Messung dieses Nutzens kann grundsätzlich auf drei Kategorien zurückgegriffen werden:
- Einkommen, das das zu bewertende Objekt in Zukunft voraussichtlich generieren wird;
- verfügbare Marktpreise für das betreffende oder vergleichbare Objekte;
- Kosten zur Erlangung eines vergleichbaren Objekts.
Dementsprechend wird zwischen drei grundlegenden Bewertungsansätzen unterschieden (Abb. 1):
- Income Approach (auch „kapitalwertorientierte oder erfolgsorientierte Verfahren“ genannt);
- Market Approach (auch als „marktpreisorientierte oder marktorientierte Verfahren“ bezeichnet);
- Cost Approach (auch „kostenorientierte Verfahren“ genannt).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Relevanz internationaler Rechnungslegungsstandards und die Zielsetzung der Arbeit vor dem Hintergrund der Internationalisierung unternehmerischer Tätigkeiten.
2. Definitionen: Hier erfolgt eine begriffliche Abgrenzung immaterieller Vermögenswerte sowie eine exemplarische Darstellung verschiedener Arten dieser Werte, wie Patente, Lizenzen und Geschäfts- oder Firmenwerte.
3. Unterschied Bilanzierung nach HGB und IAS (IFRS): Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit zur Harmonisierung der Rechnungslegung und arbeitet die fundamentalen Unterschiede zwischen den gläubigerschutzorientierten HGB-Vorschriften und den investorenorientierten IAS/IFRS heraus.
4. Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände nach IAS: Der Hauptteil widmet sich theoretischen Bewertungskonzepten und detailliert die Patentbewertung unter Anwendung des Income Approach, inklusive eines konkreten Fallbeispiels zur Incremental Income Analysis.
Schlüsselwörter
Bilanzierung, Bewertung, Immaterielle Vermögenswerte, IAS, IFRS, HGB, Patentbewertung, Income Approach, Incremental Income Analysis, Technologie, Unternehmensfinanzierung, Investorschutz, Marktpotenzial, Wettbewerbsvorteil, Konzernabschluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bilanzierung und monetären Bewertung von immateriellen Vermögenswerten, insbesondere von patentgeschützten Technologien, im Rahmen internationaler Rechnungslegungsstandards.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich der Rechnungslegungssysteme (HGB vs. IFRS/IAS), der methodischen Herleitung des Wertes von Patenten und der Anwendung des "Income Approach" in der Unternehmenspraxis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, die Bedeutung immaterieller Werte für moderne Unternehmen zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese nach IAS/IFRS systematisch bewertet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bewertung verwendet?
Der Fokus liegt auf dem "Income Approach" (erfolgsorientiertes Verfahren), konkret auf der Methode der "Incremental Income Analysis", die den Wertbeitrag durch diskontierte zukünftige Kosteneinsparungen oder Gewinnsteigerungen isoliert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Income, Market, Cost Approach) erörtert, gefolgt von einer Analyse der wertbestimmenden Faktoren von Patenten und einer praktischen Rechenanwendung mittels eines Fallbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die wichtigsten Begriffe umfassen immaterielle Vermögenswerte, IFRS, Patentbewertung, Incremental Income Analysis, Wettbewerbsvorteile und Discounted Cash-Flow-Verfahren.
Wie unterscheidet sich der Ansatz des "Income Approach" vom "Cost Approach"?
Während der Income Approach den Wert eines Patents aus dem zukünftig zu erwartenden Einkommensstrom ableitet, konzentriert sich der Cost Approach auf die Kosten, die notwendig wären, um das Bewertungsobjekt zu substituieren.
Welche Rolle spielt die "Tax Amortization Benefit" bei der Patentbewertung?
Sie repräsentiert den steuerlichen Vorteil aus der Abschreibung des bewerteten immateriellen Vermögenswertes, der dem Barwert der zukünftigen Einkommensströme hinzugerechnet wird, um den fairen Wert zu bestimmen.
- Arbeit zitieren
- Mirko Martin (Autor:in), 2008, Bilanzierung und Bewertung von F&E-Aktivitäten bzw. Innovationen nach IAS/IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166956