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Die Riskiertheit des modernen Menschen

Gehlens Kritik an der wissenschaftlich-technischen Zivilisation im Lichte der Institutionenlehre

Titel: Die Riskiertheit des modernen Menschen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Heribert Stenger (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der heftig umstrittenen Rede, die Papst Benedikt XVI. am 12. September 2006 an der Universität Regensburg gehalten hat, beklagt der Theologe, dass im Westen die Meinung vorherrsche, „allein die positivistische Vernunft und die ihr zugehörigen Formen der Philosophie seien universal“ . Aufgrund der „selbstverfügte Beschränkung der Vernunft auf das im Experiment Falsifizierbare“ und die „Abneigung gegen die grundlegenden Fragen seiner Vernunft“, sei der Okzident gefährdet der „Wahrheit des Seienden verlustigt zu gehen und einen sehr großen Schaden“ zu erleiden.
Sieht man einmal ab von den Auswirkungen, die der ungeschickten Wahl des Zitats des byzantinischen Kaisers geschuldet sind und richtet das Augenmerk auf die formulierte Kritik an der Moderne, zeigen sich doch deutliche Parallelen zur Kritik, die Gehlen bereits 1957 in „Die Seele im technischen Zeitalter“ formuliert hat. ‚Der große Schaden’, wie ihn der Anthropologe versteht, besteht für die Gesellschaft des wissenschaftlich-technischen Zeitalters im Verfall ihrer Institutionen, die nur nach Aspekten der Nützlichkeit betrachtet werden und so ihre sinnstiftende Funktion verloren haben. Der Einzelne ist daher im extremen Maße gefährdet, da er der Institutionen zwangläufig bedarf, um seinen undefinierten Antrieben eine Richtung zu geben.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die spezifische Herangehensweise Gehlens an eine Kritik der wissenschaftlich-technischen Zivilisation darzustellen und diese wiederum in Ansätzen zu kritisieren. Von daher wird eine Darstellung der zentralen anthropologischen Begriffe der Ausgangspunkt sein, von dem aus zu einem Verständnis der Institutionenlehre Gehlens zu kommen ist. Daraufhin werde ich auf die Superstruktur der Moderne und die daraus resultierende Kristallisation der gesellschaftlichen Institutionen eingehen, woraus sich dann, in Verbindung mit den ersten beiden Punkten, Gehlens These von der existenziellen Gefährdung des Menschen in der wissenschaftlich-technischen Zivilisation verstehen lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. VORWORT

II. DER MENSCH, DAS MÄNGELWESEN

III. ENTLASTUNG DURCH INSTITUTIONEN

IV. DIE SUPERSTRUKTUR DER MODERNE

V. DIE GESELLSCHAFT IN DER MODERNE

VI. KONSEQUENZEN FÜR DAS INDIVIDUUM

VII. KRISTALLISATION DER INSTITUTIONEN

VIII. KRITIK

IX. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Arnold Gehlens kritische Perspektive auf die wissenschaftlich-technische Zivilisation unter Einbeziehung seiner Institutionenlehre darzustellen und diese kritisch zu hinterfragen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob und wie die moderne Technik sowie die industrielle Struktur zur existenziellen Gefährdung des Menschen beitragen.

  • Anthropologische Grundlagen des „Mängelwesens“ Mensch
  • Die entlastende Funktion von Institutionen in der menschlichen Kultur
  • Die technologische Superstruktur der modernen Industriegesellschaft
  • Auswirkungen der Spezialisierung und Objektivation auf das Individuum
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Gehlenschen Kulturkritik

Auszug aus dem Buch

Die Superstruktur der Moderne

Kultur, als die Welt, in der menschliches Leben überhaupt erst möglich wird, behauptet sich stets gegen, d.h. in Abgrenzung, zu einer Natur, deren chaotische Unwirtlichkeit und Irrationalität den Menschen von Grund auf gefährden. Konsequenterweise entfernt sich Kultur im Allgemeinen und Technik im Besonderen mit zunehmendem Fortschritt immer weiter von jenem natürlichen Ausgangspunkt. Dies ist ein Prozess, der sich von einem ursprünglichen Ersatz der organischen Mängel des Menschen in Richtung auf einen vollständigen Ersatz des Organischen überhaupt vollzieht und sich im Groben in drei Stufen unterteilen lässt: Auf der ersten Stufe, der Stufe des Werkzeugs, verbessert die Technik lediglich die organischen Mängel des Menschen, verlangte ihm aber immer noch einen maßgeblichen Teil des Kraftaufwandes und den geistigen Aufwand in Gänze ab. Auf zweiter Stufe, der Stufe der Arbeits- und Kraftmaschine, kommt nur noch der geistige Aufwand vom Menschen, während auf der dritten und letzten Stufe sowohl der physische, als auch der geistige Aufwand vom Menschen der Technik aufgebürdet werden, d.h. dem Objekt überantwortet werden.

Menschliches Handeln wird so zunehmend objektiviert, was soweit führen kann, dass der Mensch aus dem Arbeitsprozess gänzlich ausgeschlossen wird, weil „Maschinen auch komplizierte Arbeitsgänge mit allen Kontrollen, Messungen und Stichproben selbst erledigen“. In nüchterner Voraussicht schließt Gehlen daher bereits in einem Aufsatz von 1963, dass für die Zukunft mit einer „Zunahme der strukturellen Arbeitslosigkeit“ zu rechnen ist; eine Zukunft, die für die Gegenwart längst Realität geworden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. VORWORT: Einleitung in die Themenstellung durch Bezugnahme auf die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. und deren Parallelen zu Arnold Gehlens Kulturkritik.

II. DER MENSCH, DAS MÄNGELWESEN: Erläuterung der anthropologischen Basis, nach der der Mensch als instinktarmes Mängelwesen auf Kultur und Technik zur Lebensführung angewiesen ist.

III. ENTLASTUNG DURCH INSTITUTIONEN: Darstellung der Rolle von Gewohnheiten und Institutionen, die dem Menschen Handlungsspielräume kanalisieren und Stabilität verleihen.

IV. DIE SUPERSTRUKTUR DER MODERNE: Analyse der technischen Entwicklung in drei Stufen, die in einer totalen Objektivation menschlicher Tätigkeit mündet.

V. DIE GESELLSCHAFT IN DER MODERNE: Untersuchung der praktisch-positivistischen Weltanschauung, die in der Moderne zu einer Verdrängung der Sinnfrage führt.

VI. KONSEQUENZEN FÜR DAS INDIVIDUUM: Reflexion über die Folgen von extremer Arbeitsteilung, Orientierungslosigkeit und Abhängigkeit von technischen Systemen für das Subjekt.

VII. KRISTALLISATION DER INSTITUTIONEN: Kritik am Verfall sinnstiftender Institutionen in der modernen Gesellschaft zugunsten rein utilitaristischer Rentabilitätsziele.

VIII. KRITIK: Kritische Gegenüberstellung und Hinterfragung der Thesen Gehlens hinsichtlich ihrer Widersprüchlichkeit und dogmatischen Strenge.

IX. FAZIT: Zusammenfassende Würdigung des Potenzials von Gehlens Thesen unter gleichzeitiger Abgrenzung von dessen nostalgischen Tendenzen.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Mängelwesen, Institutionenlehre, wissenschaftlich-technische Zivilisation, Entlastung, Kulturkritik, technologische Superstruktur, Arbeitsteilung, praktisch-positivistisch, Sinnfrage, Objektivation, Industriegesellschaft, Moderne, Anthropologie, Handlungsspielräume

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die philosophische Kulturkritik Arnold Gehlens und dessen Sicht auf die Gefährdung des Menschen durch die moderne wissenschaftlich-technische Zivilisation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die menschliche Anthropologie, die Bedeutung von Institutionen für die Stabilität des Daseins, die Rolle moderner Technik und die sozialen Folgen der arbeitsteiligen Industriegesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Gehlens Herangehensweise an die Kritik der Zivilisation darzulegen und diese Theorie kritisch auf ihre logische Konsistenz und praktische Anwendbarkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie Gehlens Begriffe expliziert und sie in den Kontext aktueller gesellschaftlicher Fragestellungen einbettet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil behandelt die anthropologischen Voraussetzungen, das Konzept der Entlastung, die Stufen der technischen Entwicklung sowie die sozialen Konsequenzen der Moderne für das Individuum.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Mängelwesen“, „Entlastung“, „Superstruktur“, „Institutionenlehre“ und „Objektivation“ charakterisiert.

Wie bewertet der Autor Gehlens Auffassung von Institutionen?

Der Autor würdigt Gehlens Kristallisationsthese als fruchtbares Potenzial, kritisiert jedoch die strikte Ablehnung jeglicher Reflexion als dogmatisch und problematisch.

Wie wird das Verhältnis von Technik und Ethik in der Arbeit diskutiert?

Anhand des Beispiels der Gentechnik zeigt der Autor auf, dass Sinnfragen in der modernen Gesellschaft trotz des technologischen Primats weiterhin öffentlich verhandelt werden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Riskiertheit des modernen Menschen
Untertitel
Gehlens Kritik an der wissenschaftlich-technischen Zivilisation im Lichte der Institutionenlehre
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Philosophie)
Note
1,3
Autor
Heribert Stenger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V166923
ISBN (Buch)
9783640830589
ISBN (eBook)
9783640831456
Sprache
Deutsch
Schlagworte
riskiertheit menschen gehlens kritik zivilisation lichte institutionenlehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Heribert Stenger (Autor:in), 2006, Die Riskiertheit des modernen Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166923
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