Diese Arbeit beleuchtet den Hintergrund der "Lex Vatinia de Imperio Caesaris", die es Julius Caesar ermöglichte, sich in die vorteilhafte Stellung eines Prokonsuls der gallischen Provinzen zu bringen. Mit der "Lex Vatinia" gelang es Caesar, seine Machtbasis immens zu verbreitern - was ihn schließlich dazu befähigte, gegen die römischen Republikaner in den Krieg zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Provinzstatthalterschaft Caesars als Sprungbrett
2. Die Rolle der Lex Vatinia de Imperio Caesaris auf seinem Weg zur Alleinherrschaft
2.1. Ausgangssituation
2.2. Inhalt der Lex Vatinia
2.3. Gründe für die Auswahl der Provinzen
2.4. Die Lex Vatinia im zeitgenössischen Kontext
2.4.1. Schwierigkeit der Datierung der Lex Vatinia
2.4.2. Datierung anhand der Briefe Ciceros
2.4.3. Die Datierung der Lex Vatinia in der Forschung
3. Bewertung der Lex Vatinia
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die politische Bedeutung der „Lex Vatinia de Imperio Caesaris“ als Instrument zur Etablierung von Caesars Machtbasis in der späten Römischen Republik und analysiert dabei insbesondere die kontroversen wissenschaftlichen Debatten zur chronologischen Einordnung dieses Gesetzes.
- Analyse der Ausgangslage Caesars zu Beginn seines Konsulats im Jahr 59 v. Chr.
- Untersuchung des Inhalts und der strategischen Tragweite der Lex Vatinia.
- Diskussion der antiken Quellenlage sowie der Briefe Ciceros zur Datierung des Gesetzes.
- Bewertung der Rolle des Provinzkommandos für Caesars späteren Aufstieg zur Alleinherrschaft.
Auszug aus dem Buch
2.2. Inhalt der Lex Vatinia
Eine Investition, die den Schuldenberg Caesars zwar noch mehr vergrößerte, die sich aber durchaus auszahlte, stellte die Bestechung des Volkstribuns Publius Vatinius dar, nach dem das Gesetz über die Zuteilung eines prokonsularischen Kommandos für Caesar benannt ist. Diese Lex Vatinia beinhaltete die Übertragung der Leitung der Provinzen Illyricum und Gallia Cisalpina zusammen mit drei Legionen für eine Fünfjahresfrist an Caesar. In den Quellen wird sie jedoch teilweise nicht von dem separat gefaßten Senatsbeschluß unterschieden, ihm außerdem noch die Gallia Transalpina nebst einer weiteren Legion zuzusprechen, was dann aber jährlich der Verlängerung bedurfte.
So heißt es zwar bei Cassius Dio ausführlich, daß das Volk ihm „die Leitung von Illyricum und Gallia Cisalpina nebst drei Legionen auf fünf Jahre [übertrug], und der Senat fügte noch Gallia Transalpina und eine weitere Legion hinzu.”, bei Plutarch jedoch findet sich die stark verkürzte Version, daß er die illyrische und die gallischen Provinzen mit vier Legionen auf fünf Jahre erhalten habe. Ebenso kommt bei Appian nicht heraus, daß es sich bei der Zuteilung der Gallia Transalpina nicht um einen Bestandteil der Lex Vatinia handelte. Einzig Sueton liefert uns einen Grund für den Zuschlag der Gallia Transalpina an Caesar: „ (...) bald übertrug der Senat ihm auch noch Gallia Comata, denn die Senatoren befüchteten, daß, sollten sie ihm diese Provinz verweigern, das Volk ihm auch diese geben werde.”
Daraus läßt sich schließen, daß der Senat sich zu diesem Zeitpunkt seiner Aushebelung bewußt gewesen sein dürfte. Dabei versuchte er wohl trotzdem, noch einen Resteinfluß über die Provinzen zu behalten. Ein Kommando über Gallia Cisalpina ohne die Transalpina wäre für Caesar natürlich nicht zweckdienlich gewesen, wie im folgenden Kapitel gezeigt werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Provinzstatthalterschaft Caesars als Sprungbrett: Einleitung in die Bedeutung der gallischen Statthalterschaft für Caesars finanzielle und politische Konsolidierung sowie die Rolle antiker Quellen.
2. Die Rolle der Lex Vatinia de Imperio Caesaris auf seinem Weg zur Alleinherrschaft: Untersuchung der politischen Ausgangslage, des Gesetzesinhaltes und der komplexen chronologischen Einordnung mittels zeitgenössischer Quellen und moderner Forschung.
3. Bewertung der Lex Vatinia: Abschließende Einordnung des Gesetzes als entscheidendes Machtinstrument im Kontext des Zusammenbruchs der republikanischen Ordnung.
Schlüsselwörter
C. Iulius Caesar, Lex Vatinia, Römische Republik, Konsulat, Provinzkommando, Gallia Cisalpina, Gallia Transalpina, Marcus Tullius Cicero, Datierung, Chronologie, Frank Burr Marsh, Matthias Gelzer, Volkstribunat, Machtpolitik, Bürgerkrieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lex Vatinia, einem Gesetz, das Caesar ein bedeutendes Provinzkommando in Gallien sicherte und eine entscheidende Weichenstellung für seine spätere Alleinherrschaft darstellte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die politische Situation im Jahr 59 v. Chr., die inhaltliche Bestimmung der Lex Vatinia, die quellenkritische Datierung sowie die langfristige Bedeutung dieses Kommandos für Caesars Karriere.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Rolle der Lex Vatinia als strategisches Instrument Caesars im Kampf um Macht und politische Unabhängigkeit gegenüber dem Senat aufzuzeigen und die widersprüchlichen Forschungsmeinungen zur zeitlichen Einordnung zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quellenkritische historische Untersuchung, die antike Texte (Sueton, Plutarch, Cassius Dio, Appian) mit den Briefen Ciceros und moderner wissenschaftlicher Fachliteratur vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ausgangslage, eine inhaltliche Untersuchung des Gesetzes und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der chronologischen Problematik der Verabschiedung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Caesar, Lex Vatinia, Provinzkommando, Römische Republik, politische Machtstrategie und die chronologische Einordnung in das Konsulatsjahr 59 v. Chr.
Welche Rolle spielt die Datierung der Lex Vatinia in der Forschung?
Die Datierung ist hochgradig umstritten, da sie maßgeblich beeinflusst, ob man Caesar als einen rücksichtslosen Militärdiktator oder als einen unter Druck agierenden Politiker sieht, der auf die Obstruktionspolitik des Senats reagierte.
Warum wird im Dokument auf Cicero als „Kronzeuge“ verwiesen?
Cicero wird als unentbehrlicher Zeitgenosse angesehen, da seine Briefe und Reden unmittelbare Einblicke in die politische Atmosphäre in Rom bieten, auch wenn seine persönliche Haltung gegenüber Caesar starken Schwankungen unterworfen war.
- Arbeit zitieren
- Dagmar Köhnlein (Autor:in), 2009, Die Lex Vatinia de Imperio Caesaris, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166910