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Der Behinderungsbegriff - Von der Vielfalt und dem Umgang

Title: Der Behinderungsbegriff - Von der Vielfalt und dem Umgang

Term Paper , 2010 , 9 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Ziehm (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

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Summary Excerpt Details

Der Behinderungsbegriff
- Von der Vielfalt und dem Umgang -

1. Hinführung zur Thematik

Das menschliche Behindertsein ist eine allgegenwärtige Erscheinung – wir alle begegnen täglich behinderten Menschen und glauben zu wissen, was ein Behinderter sei (vgl. Bleidick 1999, S. 11).
Der Begriff der Behinderung gehört zum festen Inventar der deutschen Sprache und seine Erörterung ist keine neue Erscheinung der verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche. Seit Jahrhunderten beschäftigen sich vor allem Medizin, Psychologie, Soziologie und Pädagogik mit einer Begriffsbestimmung. Jede Disziplin verweist bei ihrer Definition jeweils auf andere Ursachen, Schwerpunkte und Aspekte des Phänomens und dementsprechend unterschiedlich sind die Versuche, Behinderung zu bestimmen. Zu den bekanntesten Vorläufern des Begriffes zählen u.a. Entartung oder Krüppel, die eine negative Behaftung beinhalten (vgl. Lindmeier 1993, S. 21 -24).

Doch trotz der umfangreichen Geltung innerhalb der Gegenwartssprache lässt sich nicht behaupten, dass der Behinderungsbegriff geklärt ist und einen Konsens findet. Es zeigt sich ein Maß der Unklarheit bezüglich seiner Bedeutung, so dass sich eine Verortung als äußert schwierig erweist. Zu dem zeichnet sich seit den letzten Jahrzehnten ein starker Wandel des Behinderungsbegriffes ab. Durch die Medien rückt die Thematik zunehmend in den Fokus und wird zum Spiegelbild der öffentlichen Wahrnehmung. Die veränderte gesellschaftliche Sachlage wird auch durch die Ergänzung des Grundgesetztes mit dem Diskriminierungsverbot für Behinderte (Art.3, Abs.2) zum Ausdruck gebracht. Das sonderpädagogische Handeln der letzten Jahrzehnte bestand daher im Wesentlichen darin, Menschen mit Behinderungen so weit wie nur möglich zur Teilhabe an „unserer“ Gesellschaft heranzuführen. Doch durch vielfältige Sparmaßnahmen verläuft sich diese Forderung im Nichts und wird zu einer zynischen Phrase. Die Lebenswert – Diskussion wird zunehmend ersetzt durch Kosten – Nutzen – Berechnungen, die einen zu überdenkenden Respekt gegenüber behinderten Menschen zum Ausdruck bringen (vgl. Neumann 1997, S.7).

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zur Thematik

2. Darstellung des Behinderungsbegriffes und Ableitungen für den Umgang damit

3. Eigene Stellungnahme und Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Definition und gesellschaftlichen Konstruktion des Behinderungsbegriffs auseinander. Ziel ist es zu untersuchen, ob eine allgemein gültige, wissenschaftlich-pädagogische Definition überhaupt möglich ist, wobei insbesondere die Stigmatisierung und die soziale Wahrnehmung von Behinderung hinterfragt werden.

  • Multidimensionale Ansätze der Begriffsbestimmung (WHO, Cloerkes, Neumann)
  • Die gesellschaftliche Konstruktion von „Normalität“ und „Abweichung“
  • Stigmatisierungsprozesse und ihre Folgen für das Individuum
  • Die Rolle der Sprache bei der Definition von Behinderung
  • Sozial-konstruktivistische Perspektiven auf das Phänomen Behinderung

Auszug aus dem Buch

Darstellung des Behinderungsbegriffes und Ableitungen für den Umgang damit

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird Behinderung als Synonym für Schädigung oder auch Andersartigkeit verwendet. Das Gesamtphänomen wird in einem international anerkannten Klassifikationssystem der WHO wie folgt in drei Dimensionen unterteilt. Dazu zählen die Schädigung, womit die körperliche, intelligenzmäßige oder seelische Ebene angesprochen wird, die Beeinträchtigung, die den Mangel einer Fähigkeit in Folge der Schädigung beschreibt sowie die Benachteiligung, die die negativen Konsequenzen im sozialen Umfeld als „behindert sein“ beinhaltet (vgl. Bleidick u.a. 1992, S.11). Diese Begriffserklärung bietet augenscheinlich eine objektive Grundlage, die das Phänomen der Behinderung in seiner Gesamtheit anzusprechen versucht. Doch ob sie tatsächlich geeignet ist, die Behinderung umfassend zu umrahmen bleibt abzuwarten, so dass ich dieser zunächst kritisch gegenüber stehe.

Ausgehend von Günther Cloerkes lässt sich demgegenüber Behinderung wie folgt verstehen: „Eine Behinderung ist ein Merkmal im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich, das erstens Spontanreaktionen oder Aufmerksamkeit hervorruft und dem zweitens allgemein ein entschieden negativer Wert zugeschrieben wird“ (Neubert / Cloerkes 1994, S. 35). Diese Beschreibung rückt meines Erachtens vor allem die negativen Folgen für einen behinderten Menschen in den Mittelpunkt, mehr als die von der WHO, die eher wissenschaftlich zu charakterisieren ist. Zudem fehlt bei Cloerkes der Aspekt der Beeinträchtigung für eine bestimmte Fähigkeit, die nach meiner Ansicht ein wesentlicher Bestandteil sein sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zur Thematik: Dieses Kapitel erläutert die Vielschichtigkeit des Begriffs Behinderung und stellt die Problematik der fehlenden Konsensfähigkeit wissenschaftlicher Definitionen in einem historischen und gesellschaftlichen Kontext dar.

2. Darstellung des Behinderungsbegriffes und Ableitungen für den Umgang damit: Hier werden verschiedene Begriffsansätze – von der WHO über Cloerkes bis hin zu Neumann – analysiert, wobei besonders die gesellschaftliche Konstruktion des Stigmas und die Abgrenzung zur Krankheit im Fokus stehen.

3. Eigene Stellungnahme und Reflexion: Die Autorin reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens, das den Respekt vor der Würde des Menschen über rein leistungsorientierte Definitionsmerkmale stellt.

Schlüsselwörter

Behinderungsbegriff, Stigmatisierung, soziale Konstruktion, Normalisierung, Sonderpädagogik, WHO-Klassifikation, gesellschaftliche Teilhabe, Diskriminierung, Behinderung, Normalität, Identitätsbildung, Inklusion, pädagogische Verantwortung, Andersartigkeit, Lebenswert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Begriff "Behinderung" definiert wird und inwiefern diese Definitionen von gesellschaftlichen Konstruktionen und Stigmatisierung geprägt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Begriffsbestimmung, das Zusammenspiel von Behinderung und gesellschaftlicher Normierung sowie die kritische Reflexion über den professionellen Umgang mit behinderten Menschen.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Lässt sich ein allgemeingültiger Behinderungsbegriff aufstellen, der wissenschaftlich-pädagogischen Zwecken genügt?

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine literaturgestützte, analytische Arbeit, die unterschiedliche fachwissenschaftliche Positionen vergleicht und in den Kontext der sonderpädagogischen Theoriebildung stellt.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse existierender Definitionen, der kritischen Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Normalität und der Gegenüberstellung verschiedener Autoren wie Neumann und Palmowski.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Behinderungsbegriff, Stigmatisierung, soziale Konstruktion, Normalität und gesellschaftliche Teilhabe.

Warum lehnt die Autorin eine rein biologische oder medizinische Definition ab?

Die Autorin argumentiert, dass diese Definitionen den Menschen auf ein Defizit reduzieren und die gesellschaftliche Mitverantwortung an der Entstehung von Behinderung ausblenden.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Theoriebildung?

Sie schließt sich der Forderung an, dass eine Theoriebildung nicht über die Betroffenen, sondern gemeinsam mit ihnen stattfinden muss, um einen gleichberechtigten Dialog zu ermöglichen.

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Details

Title
Der Behinderungsbegriff - Von der Vielfalt und dem Umgang
College
University of Erfurt
Grade
1,3
Author
Patrick Ziehm (Author)
Publication Year
2010
Pages
9
Catalog Number
V166806
ISBN (eBook)
9783640831326
ISBN (Book)
9783640831678
Language
German
Tags
behinderungsbegriff vielfalt umgang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Ziehm (Author), 2010, Der Behinderungsbegriff - Von der Vielfalt und dem Umgang, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166806
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