1.Einleitung
Als sich Bill Clinton im Jahr 1999 wieder für die Wahl zum Präsidenten stellte, gingen die Medienberichterstattungen rund um die ganze Welt. In den USA wurden wieder mal riesengroße Wahlreden und Wahlpartys gefeiert. Alle Präsidentschaftskandidaten buhlten um die Gunst des Wählers. Neu eingeführt in den US-amerikanischen Wahlkampf hatte Clinton 1992 das „Townhall Format“, in dem sich die Kandidaten den Fragen der Wähler stellten und so die Möglichkeit hatten ihre Wähler von ihrem Programm zu überzeugen.
Dagegen lief die Wahlpropaganda 2000 in Russland ganz anders als in den USA. Putin gewann die Sympathie der Russen angesichts seiner Eingriffe in Tschetschenien, die gelenkten Medienberichte taten ein Übriges2. Alle anderen Kandidaten waren bzw. bleiben mehr oder weniger unbekannt.
Angesichts der unterschiedlichen Wahlpropaganda, kann wohl davon ausgegangen werden, dass beide Länder eine unterschiedliche Medienpolitik betrieben.
Zu Beginn werde ich Begriffe wie Medien, Pressefreiheit, Selbstzensur, Zensur und die Medienwirkungsmodelle erläutern.
Im Hauptteil gehe ich auf die verfassungsrechtlichen Grundlagen ein sowie den Umgang der Präsidenten Clinton und Putin mit den Medien. Danach vergleiche ich beide Medienpolitiken miteinander.
Das abschließende Fazit stellt eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse dar und geht kurz auf die aktuellen Präsidenten der USA und Russland ein.
2. Zum Begriff der Medien und der Medienwirkungsmodelle
„Medien sind Mittel und Vermittler, deren man sich bedient, um anderen etwas mitzuteilen“. Ist von Medien die Rede, so meint man normalerweise die Massenmedien: Radio, Fernsehen und Presse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff der Medien und der Medienwirkungsmodelle
3. Pressefreiheit vs. Zensur
3.1. Die Medienpolitik der USA: Sensationslust und Meinungsmache
3.1.1. Verfassungsrechtliche Grundlagen der Medienpolitik der USA
3.1.2. Clintons Medienpolitik (1993-2001)
3.2. Die Medienpolitik Russlands: Neugier ist der Katze Tod
3.2.1. Verfassungsrechtliche Grundlagen der Medienpolitik Russlands
3.2.2. Putins Medienpolitik (2000-2008)
3.3. Vergleich der Medienpolitik der USA mit Russland
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Medienpolitik in den USA unter Bill Clinton und in Russland unter Wladimir Putin. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Pressefreiheit und Zensur in den jeweiligen politischen Systemen gehandhabt werden und welchen Einfluss die politischen Akteure auf die Medienberichterstattung nehmen.
- Vergleichende Analyse der Medienpolitik zwischen den USA und Russland
- Untersuchung verfassungsrechtlicher Grundlagen der Medienfreiheit
- Anwendung von Medienwirkungsmodellen (top-down, mediokratisch, bottom-up)
- Analyse der Rolle von Präsidenten im Umgang mit kritischer Berichterstattung
- Betrachtung von Zensurmechanismen und Selbstzensur im Journalismus
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Clintons Medienpolitik (1993-2001)
„Regierungen sollten nur in Einzelfällen und so wenig wie möglich eingreifen", so Ira Magaziner, Internet-Berater von US-Präsident Bill Clinton zum Thema Internet im Interview in der Süddeutschen Zeitung, 11.8.1998.
Als jedoch beim UNO-geleiteten Einsatz in Somalia Bilder von verletzten Soldaten durch die Medien gingen, zog Clinton seine Truppen zurück. Weder reagierte Clinton noch zensierte er in diesen beiden Fällen: Im Auftrag des Kongresses führte der Staatsanwalt Kenneth Starr gegen Bill Clinton seit August 1994 eine Untersuchung wegen zweifelhafter Immobiliengeschäfte in den 70-er und 80-er Jahren durch (sog. „Whitewatergate“).
Gleichzeitig ermittelte er auch wegen sexueller Nötigung gegen Clinton (Anklägerin Paula Jones). Um die Vorwürfe von Paula Jones zu untermauern, versuchten ihre Anwälte ähnliche Fälle zu finden. Im Rahmen der Ermittlung wurde 1998 auch die Präsidentenpraktikantin Monica Lewinsky dazu befragt. Sowohl sie als auch der Präsident leugneten eine derartige Beziehung.
Die Webseite www.drudgereport.com berichtete, dass das Nachrichtenmagazin „Newsweek“ eine Enthüllungsstory des Journalisten Michael Isikoff über eine sexuelle Beziehung zwischen Clinton und Lewinsky verhindert hatte. In diesem Fall könnte man von Selbstzensur sprechen, aus moralischen Gründen Clintons gegenüber. Als sich dann aber 3 Tage später herausstellte, das an den Vorwürfen etwas stimmen könnte, war die „Washington Post“ am 21.1.1998 das erste Printmedium, das darüber berichtete. Der Skandal, der monatelang durch die Medien ging, wurde durch Gerüchte im Internet ausgelöst. Das Internet wurde damit zum ersten Mal zu einem bedeutenden Medium.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die unterschiedliche Wahlpropaganda in den USA und Russland und skizziert das Vorgehen der Untersuchung.
2. Zum Begriff der Medien und der Medienwirkungsmodelle: Hier werden zentrale theoretische Begriffe definiert und verschiedene Modelle der Medienwirkung, wie das top-down oder bottom-up Modell, vorgestellt.
3. Pressefreiheit vs. Zensur: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die verfassungsrechtlichen Gegebenheiten sowie die politische Praxis in den USA und Russland, ergänzt durch einen direkten Vergleich.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Gegensätzlichkeit der untersuchten Medienpolitiken zusammen und wagt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung unter nachfolgenden Regierungen.
Schlüsselwörter
Medienpolitik, Pressefreiheit, Zensur, Selbstzensur, USA, Russland, Bill Clinton, Wladimir Putin, Medienwirkungsmodelle, Demokratie, Enthüllungsjournalismus, Staatskritik, Meinungsbildung, Informationssicherheit, Wahlpropaganda
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Medienpolitiken der USA unter Bill Clinton und Russlands unter Wladimir Putin, wobei die Spannungsfelder Pressefreiheit und staatliche Einflussnahme im Vordergrund stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen für Medien, die Auswirkungen von Medienwirkungsmodellen, der Umgang von Staatsoberhäuptern mit den Medien sowie die Praxis von Zensur und Selbstzensur.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Weise sich die Medienpolitik der USA und Russlands unter den genannten Präsidenten unterscheidet und wie sich dies auf die Freiheit der Berichterstattung auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse auf Basis einer Literatur- und Quellenrecherche durchgeführt, unter Einbeziehung medienwissenschaftlicher Wirkungsmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der US-amerikanischen Medienpolitik (inkl. Verfassung und Fallbeispielen) und der russischen Medienpolitik, gefolgt von einem direkten Vergleich beider Systeme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Medienpolitik, Pressefreiheit, Zensur, Selbstzensur, USA, Russland sowie der direkte Vergleich der Regierungsstile von Clinton und Putin.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Medien unter Clinton von der unter Putin?
Während Clinton trotz öffentlicher Skandale auf die Medien als Vermittler setzte, etablierte Putin ein System „gelenkter Medien“, das durch staatliche Kontrolle und die Unterdrückung kritischer Journalisten geprägt ist.
Welche Rolle spielt das Internet in der Arbeit?
Das Internet wird anhand des Beispiels der Lewinsky-Affäre als wichtiges neues Medium identifiziert, während es in Russland zunehmend unter staatliche Beobachtung und Regulierung fällt.
- Quote paper
- Haike Blinn (Author), 2008, Pressefreiheit vs. Zensur: Die Medienpolitik der USA und Russland im Vergleich Clinton vs. Putin, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166721