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Außerschulische Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Übergewicht und Adipositas

Kritische Reflexion und Ansätze zur Anwendung in der schulischen Praxis

Titel: Außerschulische Präventions- und Interventionsmaßnahmen  gegen Übergewicht und Adipositas

Examensarbeit , 2010 , 77 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Artiom Chernyak (Autor:in)

Sport - Sportmedizin, Therapie, Ernährung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema Gesundheit hat in den letzten Jahren eine gesteigerte mediale Aufmerksamkeit erfahren. Besonders die Übergewichts- und Adipositasproblematik bei Kindern ist in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Die Entwicklung ist dramatisch. Die Prävalenzen sind in den letzten 20 Jahren um 50 % gestiegen. Heute leidet schätzungsweise jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche an Übergewicht beziehungsweise Adipositas. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Folgekrankheiten. Krankheitsbilder wie Bluthochdruck, Diabetes Mellitus Typ II, Fettstoffwechselstörungen sind bei adipösen Kindern keine Ausnahme. Mangelndes Selbstwertgefühl ist in einer Gesellschaft, die Übergewichtige diskriminiert, die Folge. Insgesamt ist die Lebensqualität übergewichtiger Kinder gemindert. Auch die Folgen für Gesellschaft und Gesundheitssystem sind unübersehbar. Bereits heute wird ein Drittel der Kosten des Gesundheitssystems für ernährungsbedingte Krankheiten aufgewendet. Hinzu kommen Einkommens- und Produktionseinbußen des Staates und der Wirtschaft aufgrund von Krankheitsausfällen. Denn die Wahrscheinlichkeit, das Übergewicht in das Erwachsenenalter zu überführen, ist hoch. Die WHO bezeichnet heute Adipositas als die erste globale Epidemie des 21. Jahrhunderts. Die Bedingungsfaktoren des Übergewichts und der Adipositas sind weitestgehend bekannt. Genetik, fehlerhafte Ernährung, Bewegungsmangel und soziale Faktoren sind Ursachen, die den betroffenen Kindern und Jugendliche nicht angelastet werden können, sondern ihren Ursprung meist im Umfeld des Kindes haben. Als Teilziel dieser Arbeit gilt es, Übergewicht im Allgemeinen und Adipositas im Besonderen als Krankheit begreifbar zu machen. Was bedeuten die beiden Begriffe im Einzelnen? Wie sehr ist die Verbreitung fortgeschritten? Was sind die Ursachen und welchen Konsequenzen sind die Betroffenen ausgesetzt? Als zentrales Motiv der Arbeit gilt es herauszustellen, welche Projekte zur außerschulischen Prävention und Intervention bereits initiiert wurden und inwieweit diese sinnvoll erscheinen. Welche Maßnahmen ergreifen Krankenkassen, Krankenhäuser oder Universitäten? Die Projekte sollen vorgestellt und kritisch hinterfragt werden. Daran schließt sich eine Erörterung darüber an, inwiefern einzelne Maßnahmen oder gar ganze Konzepte sich für die Verwendung in der Schule eignen.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1. Definition und Abgrenzung der Begriffe Adipositas und Übergewicht

2.2. Diagnostik

2.2.1. Body Mass Index (BMI)

2.2.2. Weitere Diagnostische Verfahren

3. Prävalenz von Adipositas und Übergewicht im Kindes- und Jugendalter

4. Ursachen

4.1. Genetische Faktoren

4.2. Fehlerhafte Ernährung

4.3. Bewegungsmangel

4.4. Adipogene Umweltfaktoren

4.4.1. Gesellschaft

4.4.2. Familie

4.4.3. Psychologische Einflüsse

4.4.4. Medienkonsum

4.4.5. Zwischenfazit

5. Konsequenzen von kindlicher Adipositas und Übergewicht

5.1. Körperliche Konsequenzen

5.2. Psychosoziale Folgen

5.3. Zwischenfazit

6. Außerschulische Präventions- und Interventionsprojekte

6.1. PowerKids (AOK)

6.2. FITOC (Freiburg Intervention Trial for Obese Children)

6.3. Obeldicks (Vestische Kinderklinik)

6.4. Walking Bus

6.5. PAPI (Uni Paderborn)

7. Kritische Reflexion der Projekte

8. Ansätze zur Anwendung in der schulischen Praxis

9. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Problematik von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen und die Möglichkeiten der Schule zu evaluieren, präventiv und intervenierend zu wirken. Dabei steht die Frage im Fokus, welche außerschulischen Projektansätze sich für eine Implementierung in den schulischen Alltag eignen.

  • Ursachenanalyse kindlicher Adipositas (Genetik, Ernährung, Lebensstil)
  • Medizinische und psychosoziale Konsequenzen von Übergewicht
  • Kritische Analyse bestehender Interventionsprojekte wie "PowerKids" oder "Walking Bus"
  • Entwicklung von Strategien zur Gesundheitsförderung in der Schule
  • Optimierung von Sport- und Ernährungsangeboten im schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.4.4. Medienkonsum

Die KiGGS-Studie (2007) kommt zu dem Ergebnis, dass 95,9 % der 11- bis 17-Jährigen täglich fernsehen oder Video schauen und 92,5 % täglich Musik hören. Der Computer und das Internet werden von 76,0 % dieser Altersgruppe genutzt, Spielkonsolen von 33,5 % und Mobiltelefone von 62,0 % der Jugendlichen (Lampert, Sygusch & Schlack, 2007, S. 646).

Wie man anhand der Daten Ergebnisse deutlich erkennen kann, spielt die Beschäftigung mit elektronischen Medien für das Freizeitverhalten der Jugendlichen eine bedeutende Rolle. Die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS), die mit Fokus auf die 11- bis 17-Jährigen ausgewertet wurden, bestätigen die starke Nutzung elektronischer Medien. Allerdings zeigen sich deutliche gruppenspezifische Unterschiede. So verbringen Jungen mehr Zeit als Mädchen mit Computer und Internet und Spielkonsole, während Mädchen häufiger mobil telefonieren und Musik hören. Video schauen ist bei Jungen und Mädchen gleichermaßen populär. Jugendliche aus Familien mit niedrigerem Sozialstatus oder geringerer Schulbildung beschäftigen sich weitaus häufiger und länger mit elektronischen Medien, insbesondere mit Fernsehen/Video, Spielkonsole und Handy.

Mit Hinblick auf die Themenstellung der vorliegenden Arbeit stellt sich die Frage, inwieweit die intensive Mediennutzung auf Kosten der körperlich-sportlichen Aktivität und der gesundheitlichen Entwicklung der Heranwachsenden geht (Lampert et al., 2007, S. 645).

Ein kausaler Rückschluss auf die Entstehung der Adipositas durch übermäßigen Fernsehkonsum ist jedoch durch solche Studien nicht möglich. Gut vorstellbar ist nämlich auch, dass adipöse Kinder gerade aufgrund ihres Übergewichts vermehrt fernsehen. Für die Tatsache, dass die vorliegende Befundlage für den epidemischen Anstieg des Übergewichts im Kindes- und Jugendalter mitverantwortlich ist, sprechen jedoch drei Annahmen: Erstens ersetzt Fernsehen körperliche Aktivität und führt somit zu einem erniedrigten Energieverbrauch (Robinson, 2001, zitiert nach Hebebrand & Bös 2005, S. 57).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der wachsenden Problematik von Adipositas bei Kindern und Festlegung des Zieles, Interventionsmöglichkeiten für die Schule zu erarbeiten.

2. Begriffsbestimmung: Klärung und Abgrenzung der Begriffe Übergewicht und Adipositas sowie Vorstellung gängiger Diagnostikmethoden wie dem BMI.

3. Prävalenz von Adipositas und Übergewicht im Kindes- und Jugendalter: Analyse der aktuellen Verbreitung von Adipositas anhand nationaler und internationaler Studien.

4. Ursachen: Untersuchung multifaktorieller Ursachen wie Genetik, Ernährung, Bewegungsmangel und adipogener Umweltfaktoren.

5. Konsequenzen von kindlicher Adipositas und Übergewicht: Erörterung der physischen Folgekrankheiten sowie der psychosozialen Belastungen für betroffene Kinder.

6. Außerschulische Präventions- und Interventionsprojekte: Detaillierte Vorstellung etablierter Programme wie PowerKids, FITOC, Obeldicks, Walking Bus und PAPI.

7. Kritische Reflexion der Projekte: Evaluierung der vorgestellten Programme hinsichtlich ihrer Ansätze und Erfolgsaussichten.

8. Ansätze zur Anwendung in der schulischen Praxis: Konkrete Handlungsempfehlungen für Schulen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Elternarbeit.

9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Adipositas-Problematik und Plädoyer für eine verstärkte Investition in Prävention durch Politik und Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Adipositas, Übergewicht, Kindesalter, Gesundheitsförderung, Prävention, Intervention, Bewegungsmangel, Fehlernährung, BMI, Schulsport, Medienkonsum, Psychosoziale Folgen, Schulische Praxis, PAPI, Obeldicks

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Problematik von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie außerschulische Projekte diese angehen und welche Konzepte davon in den Schulalltag übertragen werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben den medizinischen und psychosozialen Ursachen und Folgen von Adipositas liegt der Fokus auf verschiedenen Interventionsprojekten, der Elternarbeit und Möglichkeiten der Bewegungsförderung im schulischen Umfeld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Übergewicht und Adipositas als relevante Gesundheitsthemen zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Schulen durch gezielte Maßnahmen zur Prävention beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse bestehender Studien und der kritischen Reflexion ausgewählter Interventionsprojekte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen (Genetik, Umwelt), Folgen (metabolisches Syndrom, Stigmatisierung), stellt spezifische Programme (PowerKids, Obeldicks, etc.) vor und diskutiert praktische Ansätze für den Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind unter anderem Adipositas, Prävention, Schulische Praxis, Bewegungsmangel, BMI und Gesundheitsförderung.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Schule bei der Adipositas-Prävention?

Der Autor sieht die Schule als essenzielle Sozialisationsinstanz, die durch interdisziplinäre Ansätze und die Vernetzung mit externen Partnern einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsbildung leisten kann.

Was ist die Besonderheit des PAPI-Projekts?

Das PAPI-Projekt zeichnet sich durch einen ganzheitlichen, modularen Aufbau aus, der das Kind von der Schwangerschaft bis zum Ende der Grundschulzeit begleitet und Akteure wie Eltern, Lehrer und Ärzte vernetzt.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Außerschulische Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Übergewicht und Adipositas
Untertitel
Kritische Reflexion und Ansätze zur Anwendung in der schulischen Praxis
Hochschule
Universität Paderborn  (Department Sport & Gesundheit)
Note
2,3
Autor
Artiom Chernyak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
77
Katalognummer
V166486
ISBN (eBook)
9783640825943
ISBN (Buch)
9783640825967
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adipositas Übergewicht Schule Gesundheit Kinder Adipositasprävention Adippositasintervention Prävention Intervention PowerKids FITOC (Freiburg Intervention Trial for Obese Children) Obeldicks Walking Bus PAPI
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Artiom Chernyak (Autor:in), 2010, Außerschulische Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Übergewicht und Adipositas , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166486
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Leseprobe aus  77  Seiten
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