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"La escritura o la vida" von Jorge Semprún - Darstellung der KZ-Thematik in der Literatur

Titel: "La escritura o la vida" von Jorge Semprún - Darstellung der KZ-Thematik in der Literatur

Seminararbeit , 2007 , 13 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Stefanie Feller (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jorge Semprún wurde am 10.Dezember 1923 geboren. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges 1936 emigrierte die republikanische Familie Semprún zunächst in die Niederlande und anschließend nach Paris. Nach dem Abitur fing Semprún ein Literatur- und Philosophiestudium an der Pariser Sorbonne an; bevor er sich 1941 der Résistance anschloss und kurz darauf in die Kommunistische Partei (KP) Spaniens eintrat. 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert.
1945 kehrte er aus der Gefangenschaft nach Paris zurück, um zunächst als Übersetzer für die UNESCO zu arbeiten. Ab 1953 beteiligte er sich als Mitglied des Zentralkomitees der spanischen Exil-KP an der Organisation des Widerstandes gegen die Francodiktatur und leitete von 1957 bis 1962 die Untergrundarbeit der Kommunistischen Partei in Spanien. Aufgrund seiner Kritik am stalinistischen Führungsstil innerhalb der spanischen KP wurde er 1964 aus der Partei ausgeschlossen und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller in Paris.
Sein Romandebüt gab Semprún mit Le grand voyage (1963; El largo viaje), in dem er sich mit der eigenen Deportation ins Konzentrationslager auseinandersetzt. Die Aufarbeitung der KZ-Erlebnisse sowie seine Zeit als KP-Mitglied finden sich auch in seinen weiteren Werken wieder. So beispielsweise seine autobiographischen Erinnerungen in L’Écriture ou la vie (1994; La escritura o la vida), die nach einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald im Jahr 1992 entstanden.
Die KZ-Erfahrung blieben traumatisch für sein ganzes Leben und die Erinnerungen an das Konzentrationslager – Erinnerungen, die sein ganzes Leben bestimmten. Sie überfielen ihn bei einem besonderen Essen oder beim Klang eines Namens. Semprún hat über das Schreiben und die Literatur die eigene Erinnerung zugelassen und im Zaum gehalten. Er erkannte nach seiner Befreiung aus dem KZ, dass die unmittelbare literarische Verarbeitung seiner Erlebnisse ihn töten würde. Daher ließ er ein angefangenes Buchprojekt unvollendet und entschied sich für das Leben. So auch der Titel seines Buches La escritura o la vida.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II La escritura o la vida

II.1 Die Entstehung

II.2 La escritura o la muerte

II.3 Der Blick

II.4 Das Erzählen

III Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Jorge Semprún in seinem Werk La escritura o la vida die traumatischen Erinnerungen an das Konzentrationslager Buchenwald literarisch verarbeitet und welche Rolle das Erzählen als Prozess der Lebensbewältigung einnimmt.

  • Die psychologische Bedeutung des Schreibens nach der KZ-Haft
  • Der Einfluss des Suizids von Primo Levi auf Semprúns literarische Reflexion
  • Die Funktion des Motivs des Blicks in der Erzählstruktur
  • Die Verknüpfung von autobiografischer Wahrheit und literarischer Fiktion
  • Die Rolle des Autors als Zeuge und Bewahrer von Einzelschicksalen

Auszug aus dem Buch

II.2 La escritura o la muerte

Am Samstag, dem 11. April 1987, schrieb Semprún 15 Blätter, die er in eine „carperta de cartón, de un azul pálido, decolorido“steckte und darauf den Titel des neuen Werkes festhielt. Eigentlich war er gerade dabei, ein anderes Buch zu schreiben, Netchaïev est de retour, als ihn die Erinnerung überkommt und ihn 15 Seiten schreiben lässt, die den Anfang eines neuen Buches bilden würden. Diesem neuen Buch gibt er zunächst den Titel La escritura o la muerte, doch ohne an irgendeiner Stelle im Buch explizit die Gründe dafür zu nennen, erscheint das Buch später unter dem Titel La escritura o la vida. Der Grund für die radikale Änderung lässt sich an der Gestaltung des letzten Kapitels ‚Retorno a Weimar‘ ablesen. Semprún muss sich auf diesen Seiten dem Ort des Todes jetzt auch räumlich nähern, um sein Buch abschließen zu können und vielleicht sogar damit die Auseinandersetzungen mit dem Tod ein Ende finden lassen zu können.

Doch von Beginn des Kapitels an taucht ein Satz auf, der sich leitmotivartig durch die letzten Seiten des Buches zieht und einschneidende Veränderungen für Semprún erahnen lässt: „¡No, no es eso lo que escribió! (...). No escribió ‚estudiante‘, ¡sino algo muy distinto!“ (Semprún 1995: 297) – solche und ähnliche Gesprächsfragmente durchkreuzen die Darstellung. Während er das frühere KZ Buchenwald besucht, erfährt er von einem „cuadragenario, barbudo“ (ebd.: 316), der sie während der Besichtigung durch Buchenwald begleitet, dass er sein Überleben höchstwahrscheinlich der simplen Tatsache verdankt, als Stuckateur, statt als Student, in die Liste der neu aufgenommenen Häftlinge eingetragen worden zu sein: Er erinnert sich, dass ihn der Schreiber als er seinen Beruf nennen sollte, eindringlich beschworen hatte, einen handwerklichen Beruf anzugeben; er selbst hatte allerdings stur darauf bestanden, ein Student zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung stellt Jorge Semprún als bedeutenden Autor der spanischen Literatur vor und beleuchtet seine Biografie sowie die traumatische Bedeutung seiner Erfahrungen im Konzentrationslager Buchenwald.

II La escritura o la vida: Dieses Kapitel analysiert das zentrale Werk von Semprún und den Versuch des Autors, durch das Schreiben die eigenen traumatischen Erinnerungen an das Lager zu bewältigen.

II.1 Die Entstehung: Hier wird der Entstehungsprozess des Buches unter dem Eindruck der Nachricht vom Suizid Primo Levis und Semprúns notwendiger Rückkehr nach Buchenwald beschrieben.

II.2 La escritura o la muerte: Dieses Kapitel thematisiert die Titeländerung des Werkes und zeigt auf, wie Semprún durch die Entdeckung einer historischen Unwahrheit über seine eigene Lager-Identität erneut zur Konfrontation mit seinem Leben gezwungen wird.

II.3 Der Blick: Hier wird das leitmotivische Element des Blicks untersucht, das sowohl die Distanz des Überlebenden zur Außenwelt als auch die tiefe Verbundenheit zu Mithäftlingen verdeutlicht.

II.4 Das Erzählen: Dieser Teil beleuchtet Semprúns Selbstverständnis als Erzähler und Zeuge, der durch eine collageartige Technik versucht, eine „wahrhaftige Wahrheit“ des Lageralltags zu vermitteln.

III Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Semprún durch die literarische Auseinandersetzung mit dem Tod zum „Schriftsteller-Zeugen“ gereift ist und die Authentizität seines Werkes gerade aus der Reflexion über Erinnerungslücken gewinnt.

Schlüsselwörter

Jorge Semprún, La escritura o la vida, Buchenwald, KZ-Thematik, Literatur, Erinnerung, Zeugenschaft, Autobiografie, Trauma, Identität, Überleben, Erzählform, Holocaust, Geschichte, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Werk La escritura o la vida des Autors Jorge Semprún hinsichtlich der literarischen Darstellung seiner persönlichen Erlebnisse im Konzentrationslager Buchenwald.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Trauma der KZ-Haft, die schwierige Rückkehr in die Normalität, das Schreiben als Bewältigungsmechanismus sowie die Rolle des Autors als Zeuge des Holocaust.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und wie die Darstellung des Unauslöschlichen, also die Wiedergabe der traumatischen KZ-Erinnerung in der Literatur, überhaupt möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Analyse basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Untersuchung des Primärtextes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur, insbesondere der Arbeiten von M. Neuhofer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehungsgeschichte des Buches, die symbolische Bedeutung des Blicks, die Entwicklung des Titels und die Bedeutung des Erzählens als Prozess des Bezeugens detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erinnerung, KZ-Thematik, Zeugenschaft, autobiografisches Schreiben, Identität und die literarische Aufarbeitung von Trauma.

Warum spielt der Suizid von Primo Levi eine so zentrale Rolle?

Die Nachricht von Levis Tod fungiert als Wendepunkt für Semprún; er realisiert dadurch seine eigene Sterblichkeit und die Dringlichkeit, die Erinnerungen an die Lagerzeit festzuhalten.

Was ist mit dem „Motiv des Blicks“ bei Semprún gemeint?

Der Blick dient Semprún dazu, die unüberwindbare Distanz zu Außenstehenden zu markieren, während der „brüderliche Blick“ gleichzeitig eine tiefe, kollektive Verbindung zu anderen Leidensgenossen im Lager symbolisiert.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"La escritura o la vida" von Jorge Semprún - Darstellung der KZ-Thematik in der Literatur
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Autor
Stefanie Feller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V166401
ISBN (Buch)
9783640826605
ISBN (eBook)
9783640826766
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sempún Erinnerung Konzentrationslager Schreiben Leben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Feller (Autor:in), 2007, "La escritura o la vida" von Jorge Semprún - Darstellung der KZ-Thematik in der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166401
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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