Die grenzüberschreitende Tätigkeit von Unternehmen stellt in der heutigen Zeit kein besonderes Phänomen dar, sondern ist in vielen Wirtschaftsbereichen eher die Norm. Viele Unternehmen unterhalten Beziehungen zu ausländischen Kunden sowie Lieferanten, kooperieren beispielsweise bei der Entwicklung neuer Produkte mit ausländischen Wettbewerbern oder betreiben Tochtergesellschaften im Ausland, welche mit dem Vertrieb der Produkte des Unternehmens auf den Auslandsmärkten beauftragt sind. Dabei wird gerade die internationale Unternehmenstätigkeit sowohl in der wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbuchliteratur als auch in der Argumentation der Unternehmenspraxis hinsichtlich ihrer Relevanz für den Unternehmenserfolg bzw. die langfristige Unternehmensexistenz meist expressis verbis hervorgehoben. Demzufolge sind es eben die Aktivitäten auf den Auslandsmärkten, die die Wettbewerbsposition des Unternehmens sichern und zur Stärkung der Ertragssituation beitragen.
Damit einhergehend stellt sich an dieser Stelle die Frage, wie Unternehmensinternationalität oder -erfolg gemessen werden kann. Internationale Unternehmen lassen sich quantitativ durch verschiedene Bestands- und Bewegungsgrößen beschreiben. In der quantitativen Betrachtung finden sowohl Bestandsgrößen der Internationalität eines Unternehmens für eine statische Bestandsaufnahme der Unternehmensinternationalität zu einem bestimmten Zeitpunkt Anwendung als auch Bewegungsgrößen, die die Internationalität von Unternehmen während eines bestimmten Zeitraumes erfassen. Prinzipiell ergibt sich bei der quantitativen Betrachtungsweise der Nachteil, dass unter der Vielzahl gegebener Untersuchungsgrößen eine oder mehrere ausgewählt werden müssen. Je nachdem ergeben sich aber oft unterschiedliche Aussagen angesichts der Internationalität eines oder mehrerer Unternehmen im Vergleich zueinander.
Hinsichtlich dieser dargestellten Problematik quantitativer Betrachtung der Unternehmensinternationalität muss auch für den Internationalisierungsgrad herausgestellt werden, dass abhängig von den betrachteten Einfluss- und Untersuchungsgrößen differierende Ergebnisse resultieren. Der Internationalisierungsgrad kann infolgedessen nur für einen bestimmten Untersuchungszweck definiert werden. In Anhängigkeit vom Untersuchungsziel müssen unter der Vielzahl von Größen, welche zur Einschätzung des Einflusses der Unternehmensinternationalität dienen, diejenigen herausgefiltert werden, die im besonderen Fall von größtem Interesse sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Thematische Einleitung
2. Kurzfassung des Untersuchungsvorhabens
3. Entwicklung eines Kausalmodells
4. Datenbasis
5. Operationalisierung relevanter Untersuchungsgrößen
6. Forschungshypothesen
7. Wahl eines geeigneten Analyseverfahrens
8. Ergebnisse der Analysen
9. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Unternehmensinternationalität auf den Unternehmenserfolg von börsennotierten Kapitalgesellschaften aus Deutschland, Frankreich und Italien im Zeitraum von 1990 bis 2000. Im Kern steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit unterschiedliche Internationalisierungsindikatoren sowie länderspezifische Rahmenbedingungen und diverse Kontrollvariablen den Unternehmenserfolg beeinflussen.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Internationalisierungsgrad und Unternehmenserfolg
- Einfluss von länderspezifischen Rahmenbedingungen (Deutschland, Frankreich, Italien)
- Methodische Anwendung multipler Regressionsmodelle
- Berücksichtigung von Interaktionseffekten und weiteren Prädiktoren
Auszug aus dem Buch
1. Thematische Einleitung
Die grenzüberschreitende Tätigkeit von Unternehmen stellt in der heutigen Zeit kein besonde res Phänomen dar, sondern ist in vielen Wirtschaftsbereichen eher die Norm. Viele Unter nehmen unterhalten Auslandsbeziehungen zu ausländischen Kunden sowie ausländischen Lieferanten, kooperieren beispielsweise bei der Entwicklung neuer Produkte mit ausländi schen Wettbewerbern oder betreiben Tochtergesellschaften im Ausland, welche mit dem Vertrieb der Produkte des Unternehmens auf den Auslandsmärkten beauftragt sind. Dabei wird gerade die internationale Unternehmenstätigkeit sowohl in der wirtschaftswissenschaft lichen Lehrbuchliteratur als auch in der Argumentation der Unternehmenspraxis hinsichtlich ihrer Relevanz für den Unternehmenserfolg bzw. die langfristige Unternehmensexistenz zu meist expressis verbis hervorgehoben. Demzufolge sind es gerade die Aktivitäten auf den Auslandsmärkten, die die Wettbewerbsposition des Unternehmens sichern, zur Stärkung der Ertragssituation beitragen und den Wert des Unternehmens steigern.
Damit einhergehend stellt sich an dieser Stelle die Frage, wie Unternehmensinternationalität oder Unternehmenserfolg gemessen werden kann. Internationale Unternehmen lassen sich quantitativ durch verschiedene Bestands- und Bewegungsgrößen beschreiben. In der quanti tativen Betrachtung finden sowohl Bestandsgrößen der Internationalität eines Unternehmens für eine statische Bestandsaufnahme der Unternehmensinternationalität zu einem bestimmten Zeitpunkt Anwendung als auch Bewegungsgrößen, die die Internationalität von Unternehmen während eines bestimmten Zeitraumes erfassen. Prinzipiell ergibt sich bei der quantitativen Betrachtungsweise der Nachteil, dass unter der Vielzahl gegebener Untersuchungsgrößen eine oder mehrere ausgewählt werden müssen. Je nachdem, welche Größen ausgewählt werden, ergeben sich aber oft unterschiedliche Aussagen angesichts der Internationalität eines Unter nehmens oder mehrerer Unternehmen im Vergleich zueinander.
Hinsichtlich dieser dargestellten Problematik quantitativer Betrachtung der Unternehmensin ternationalität muss auch für den Internationalisierungsgrad herausgestellt werden, dass ab hängig von den betrachteten Einfluss- und Untersuchungsgrößen differierende Ergebnisse resultieren. Der Internationalisierungsgrad kann infolgedessen nur für einen bestimmten Un tersuchungszweck konkret definiert werden. In Anhängigkeit vom Untersuchungsziel müssen unter der Vielzahl von Größen, welche zur Einschätzung des Einflusses der Unternehmensin ternationalität dienlich sind, diejenigen herausgefiltert werden, die im besonderen Fall von größtem Interesse sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thematische Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein und diskutiert die theoretische Relevanz von internationaler Unternehmenstätigkeit sowie die methodischen Herausforderungen bei deren Messung.
2. Kurzfassung des Untersuchungsvorhabens: Hier wird der Schwerpunkt auf die Untersuchung börsennotierter Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und Italien gelegt und die vier untergeordneten Forschungsziele definiert.
3. Entwicklung eines Kausalmodells: Dieses Kapitel beschreibt die theoretisch-hypothetische Konstruktion der Variablenabhängigkeiten in einem Kausalmodell.
4. Datenbasis: Die Datenbasis wird erläutert, welche auf Informationen aus der Datenbank Datastream Advance für den Zeitraum 1990-2000 basiert.
5. Operationalisierung relevanter Untersuchungsgrößen: Hier werden die verwendeten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen für Internationalität, Erfolg und weitere Einflussfaktoren definiert und operationalisiert.
6. Forschungshypothesen: In diesem Abschnitt werden die vier primären Arbeitshypothesen abgeleitet, die den Zusammenhang zwischen Internationalität und Erfolg untersuchen.
7. Wahl eines geeigneten Analyseverfahrens: Die lineare Regressionsanalyse wird als Methode für die Überprüfung der Kausalhypothesen vorgestellt und die allgemeine Regressionsgleichung erläutert.
8. Ergebnisse der Analysen: Dieses Kapitel präsentiert die Berechnungsergebnisse der Regressionsmodelle für die verschiedenen Fragestellungen und führt eine Interpretation der Signifikanz und Einflussstärken durch.
9. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtschau, in der die Hauptergebnisse diskutiert und methodische Limitationen, wie die Gefahr der Kollinearität, hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Unternehmensinternationalität, Unternehmenserfolg, Regressionsanalyse, Gesamtkapitalrentabilität, Tobin's Q, Auslandsaktiva, Auslandsumsätze, Kausalmodell, Datastream Advance, Kollinearität, Heteroskedastizität, Interaktionseffekte, Kapitalgesellschaften, Deutschland, Frankreich, Italien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Internationalität von börsennotierten Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und Italien deren Unternehmenserfolg beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Messung von Unternehmensinternationalität mittels Kennzahlen wie Auslandsaktiva und Auslandsumsatz sowie deren Auswirkung auf Rentabilitäts- und Marktbewertungsindikatoren.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird analysiert, welchen Einfluss die Internationalität auf den Unternehmenserfolg hat, wobei insbesondere länderspezifische Rahmenbedingungen und die Einbeziehung weiterer Prädiktoren geprüft werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf der Schätzung verschiedener bivariater und multipler linearer Regressionsmodelle unter Verwendung von Datensätzen aus der Datenbank Datastream Advance.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Forschungsaufgaben, die von einfachen bivariaten Regressionen über Ländervergleiche bis hin zu komplexen Modellen mit Interaktionseffekten und einer Vielzahl von Prädiktoren reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Begriffen wie Unternehmensinternationalität und Unternehmenserfolg sind Regressionsanalyse, Gesamtkapitalrentabilität und Tobin's Q zentral für das Verständnis der Arbeit.
Warum spielt der Hauptsitz des Unternehmens eine Rolle?
Die Ergebnisse zeigen, dass landesspezifische Rahmenbedingungen die Signifikanz der Zusammenhänge beeinflussen; insbesondere bei deutschen Unternehmen konnten signifikante Effekte nachgewiesen werden.
Welche Herausforderungen traten bei der statistischen Analyse auf?
Ein wesentliches Problem war das Auftreten von Kollinearität, insbesondere bei Modellen mit einer hohen Anzahl an Prädiktoren, sowie die Heteroskedastizität in den Residuen.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Kffr. Romy Stefanie Becker (Autor:in), 2010, Untersuchung des Einflusses der Unternehmensinternationalität auf den Unternehmenserfolg , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166345