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Raub und weibliche Kriminalität im 17. und 18. Jahrhundert

Titel: Raub und weibliche Kriminalität im 17. und 18. Jahrhundert

Seminararbeit , 2009 , 15 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Marcel Nagel (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Zunächst hauptsächlich im Rahmen der Rechtsgeschichte behandelt, bildete sich, mit Fokus auf die rechtlichen Grundlagen und die sozial- und kulturgeschichtlichen Aspekte, um das Thema der Devianz und Delinquenz von den Achtziger Jahren bis in die Neunziger Jahre ein eigenständiges Forschungsfeld der historischen Kriminalitäts- und Strafrechtsforschung aus. Im Zuge dessen erfuhren im Detail zunächst kleinere Randruppen wie Arme und Bettler, oder rechtliche Vorgänge wie die strafrechtliche Sanktionierung, das Interesse der Forschung.1 Eine geschlechtsspezifische Betrachtung von Devianz und Delinquenz in der Frühen Neuzeit wurde erst mit verstärkt aufkommendem Interesse an der Genderforschung seit Mitte der Neunziger Jahre in Angriff genommen. Anhand von Gerichtsakten und Verhörprotokollen konnten zum einen Statistiken über Vergehen und deren Verurteilung nach Geschlechtern aufgeschlüsselt erstellt werden. Zum anderen konnte aber auch anhand privater und offizieller Schriftstücke die zeitgemäße Bewertung devianten Verhaltens beider Geschlechter erarbeitet und in zumeist regionalen Studien zusammengefaßt werden.
Ebenso existieren diverse Regionalstudien zu dem Räuber- und Bandenwesen der Frühen Neuzeit, die auch besonders Bezug auf die Rolle der Frauen im kriminellen Milieu nehmen. Fallstudien über besonders herausstechende kriminelle Frauen belegen eine durchaus aktive weibliche Teilnahme im Bereich der Raub- oder Diebstahlsdelikte. Diese Regional- und Fallstudien können verständlicherweise nur der exemplarischen Darstellung der Verhältnisse dienen, von einer überregionalen Gesamtdarstellung ist die Forschung noch weit entfernt. Im Folgenden werde ich der Frage nachgehen, in welchem Maße das weibliche Geschlecht Anteil an dem Delikt des Raubs hat und es soll sich herausstellen, daß Frauen keineswegs eine Randerscheinung waren. Dabei ist eine Betrachtung des Frauenbildes jener Zeit und des sozial und rechtlich normativen Rahmens unumgänglich, denn diese bilden die Voraussetzung für die hohe Zahl krimineller Frauen. Darüber hinaus wird sich zeigen, daß die Definition von Raub und Diebstahl in den Rechtsvorschriften der Constitutio Criminalis Carolina die Annahme einer weitaus höheren Dunkelziffer delinquenter Frauen begründet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die sozialen Bedingungen als Voraussetzung für Delinquenz

2. Das Problem der Definition von „Raub“ und „Diebstahl“

3. Diebstahlsdelikte

4. Frauen und Räuberbanden

5. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Rolle von Frauen im kriminellen Milieu der Frühen Neuzeit in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf ihre Beteiligung an Raub- und Diebstahlsdelikten. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwiefern Frauen entgegen der gängigen Forschungsperspektive aktiv an Delikten beteiligt waren und wie sich die rechtliche sowie soziale Definition von Raub und Diebstahl auf ihre Kriminalisierung und Wahrnehmung auswirkte.

  • Soziale Bedingungen und Kriminalisierung in der Frühen Neuzeit
  • Rechtliche Definition von Raub und Diebstahl in der Constitutio Criminalis Carolina
  • Die Rolle weiblicher Kriminalität im Kontext von Eigentumsdelikten
  • Strukturen und Beteiligung von Frauen in Räuberbanden
  • Die Bedeutung von Geschlechterrollen in der historischen Kriminalitätsforschung

Auszug aus dem Buch

Die sozialen Bedingungen als Voraussetzung für Delinquenz

Die soziale Komponente, insbesondere die gesellschaftliche und rechtliche Bewertung von Randgruppen und Unterschichten, ist für die Kriminalisierung des Individuums in der Frühen Neuzeit von kaum zu unterschätzender Bedeutung.

Das Zusammenspiel von Bevölkerungswachstum, enormen Teuerungen landwirtschaftlicher Produkte und alltäglicher Gebrauchsgüter, der Krisenzeit des Dreißigjährigen Krieges und klimatischen Veränderungen kann hier nur angedeutet werden, festzuhalten ist jedoch, daß in der Frühen Neuzeit ein weitläufiger Mangel an lebensnotwendigen Gütern wie Kleidung und Nahrung vorherrschte, dessen Auswirkungen besonders die unteren Schichten der Bevölkerung zu spüren bekamen. Martin Rheinheimer spricht in diesem Zusammenhang von einer Kultur des Mangels.

Frauen waren von diesem Mangel und der für sie weitaus schlechteren Arbeitsmarktsituation stärker betroffen als Männer. Besonders alleinstehende Frauen der Unterschicht hatten über die Hoffnung hinaus, eine Arbeit als „Dienstbotinnen und Tagelöhnerinnen, als Näherinnen oder Weberinnen, als Wäscherinnen oder Hökerinnen“ zu finden, kaum Möglichkeiten zu einer Erwerbstätigkeit. Das darüber hinaus im Durchschnitt um 40% geringere Gehalt gegenüber Männern in ähnlichen Erwerbszweigen, prädestinierte besonders Frauen zu verschiedenen kriminellen Handlungen, wie Diebstahl bei den Herrschaften, in deren Dienst sie standen, oder auch anderen Delikten wie Prostitution, um die eigene Lebenssituation zu verbessern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird der Forschungsstand zur historischen Kriminalität in der Frühen Neuzeit dargelegt und die Notwendigkeit einer geschlechtsspezifischen Untersuchung der Deliktbereiche Raub und Diebstahl begründet.

1. Die sozialen Bedingungen als Voraussetzung für Delinquenz: Das Kapitel analysiert, wie sozioökonomische Notlagen und die gesellschaftliche Marginalisierung, insbesondere bei Frauen und Vaganten, den Weg in delinquentes Verhalten förderten.

2. Das Problem der Definition von „Raub“ und „Diebstahl“: Es wird aufgezeigt, dass die Constitutio Criminalis Carolina keine scharfe juristische Trennung zwischen Raub und Diebstahl vorsah, was das Ermessen der Richter und die Bewertung weiblicher Taten beeinflusste.

3. Diebstahlsdelikte: Dieses Kapitel thematisiert den Diebstahl als das häufigste weibliche Delikt und hinterfragt die statistische Abgrenzung zwischen Gelegenheitsdelikten und organisierter Kriminalität.

4. Frauen und Räuberbanden: Die Untersuchung befasst sich mit der aktiven, wenn auch oft marginalisierten Rolle von Frauen in kriminellen Bandenstrukturen des 18. Jahrhunderts.

5. Schluß: Zusammenfassend wird festgehalten, dass Eigentumsdelikte für Frauen der Unterschicht ein notwendiges Überlebensmittel darstellten und die historische Forschung die tatsächliche Teilhabe von Frauen am kriminellen Milieu bisher unterschätzt haben könnte.

Schlüsselwörter

Frühe Neuzeit, Delinquenz, Frauenkriminalität, Diebstahlsdelikte, Raub, Constitutio Criminalis Carolina, soziale Unterschichten, Vagantentum, Geschlechtergeschichte, Kriminalitätsgeschichte, Eigentumsdelikte, historische Kriminalitätsforschung, Bandenwesen, Kultur des Mangels, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kriminalität von Frauen in der Frühen Neuzeit, wobei der Schwerpunkt auf den Delikten Raub und Diebstahl liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die sozioökonomischen Bedingungen der Zeit, die rechtliche Definition von Verbrechen sowie die spezifische Rolle und Wahrnehmung von Frauen in kriminellen Netzwerken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, in welchem Maße Frauen am Raub- und Diebstahlsgeschehen beteiligt waren und inwiefern die unklare juristische Unterscheidung dieser Delikte die historische Wahrnehmung beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Auswertung historischer Rechtsquellen, insbesondere der Constitutio Criminalis Carolina, sowie die Analyse von Regionalstudien, Gerichtsakten und zeitgenössischen Gaunerlisten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung sozioökonomischer Mangelerscheinungen, die juristische Problematik der Deliktdefinition, statistische Betrachtungen von Diebstahlsdelikten sowie die Rolle von Frauen in Räuberbanden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Frühe Neuzeit, Frauenkriminalität, Raub, Diebstahl, Kriminalitätsgeschichte und Soziale Unterschichten.

Inwiefern beeinflusste die Constitutio Criminalis Carolina die Beurteilung weiblicher Straftäterinnen?

Die ungenaue Definition der Tatbestände in der Carolina ließ den Richtern weiten Spielraum und erschwerte eine objektive Einordnung, was häufig zu Vorurteilen oder einer Unterschätzung der weiblichen Beteiligung in der historischen Rezeption führte.

Warum wird die Rolle der Frauen in Räuberbanden als bisher unterbewertet betrachtet?

Aufgrund des männlich geprägten Blicks in den historischen Quellen und der schlechten Quellenlage wurden Frauen oft nur als Begleiterinnen wahrgenommen, während sie tatsächlich eine elementare Rolle bei der Beschaffung und Planung übernahmen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Raub und weibliche Kriminalität im 17. und 18. Jahrhundert
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Devianz und Delinquenz - 'Gute Policey' im 17. Jahrhundert
Note
1,2
Autor
Marcel Nagel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V166276
ISBN (eBook)
9783640819928
ISBN (Buch)
9783640822850
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Devianz Delinquenz Gender Kriminalität Peinliche Gerichtsordnung Raub Vaganten Frauen Räuber Diebstahl Recht Bestrafung Gute Policey Constitutio Criminalis Carolina Carolina
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Nagel (Autor:in), 2009, Raub und weibliche Kriminalität im 17. und 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166276
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Leseprobe aus  15  Seiten
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