Das Übersee-Museum Bremen vereint unter einem Dach natur-, völker- und handelskundliche Sammlungen. Seine Anfänge lassen sich bis weit in das 18. Jahrhundert verfolgen. Es gehört zu den meistbesuchten Museen in Deutschland, wobei 60% der Besucher Schulklassen sind.
In dieser Unterrichtsskizze wird eine Exkursion mit der fiktiven Grundschulklasse geplant, die auch Kinder mit Migrationshintergrund, Angststörungen und Hörbeeinträchtigung beinhaltet. In der Planung muss daher auf vielen Gegebenheiten ausführlich eingegangen werden, damit die Exkursion für alle Schülerinnen und Schüler eine freudige Erfahrung wird.
Gliederung
1. Vorwort
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse & Lernziele
3.1. Außerschulische Lernorte
3.2. Gegenwartsbedeutung
3.3. Zukunftsbedeutung
3.4. Exemplarische Bedeutung
3.5. Zugänglichkeit des Inhalts
4. Die Lerneinheit / Stationen im Überblick
5. Ausführliche Darstellung dreier Stationen der Lerneinheit
5.1. Station 3: Traditionelle Musik kennen lernen
5.2. Station 4: Körperbemalung mit Naturmaterialien
5.3. Station 6: Schutz vor Malaria
6. Reflexion der Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine didaktisch strukturierte Lerneinheit für eine Grundschulklasse in Form eines Stationenlernens im Übersee-Museum Bremen zu konzipieren, um den Schülern die Kultur Ozeaniens handlungsorientiert und ganzheitlich näherzubringen.
- Methodik des Lernens an Stationen als außerschulisches Angebot
- Inklusive Planung unter Berücksichtigung individueller Förderbedarfe
- Kulturelle Vermittlung durch sensorische und interaktive Erlebnisse
- Förderung von Sozialkompetenz und Gruppenarbeit in der Museumsumgebung
- Integration von Sachwissen zu Themen wie Musik, Brauchtum und Gesundheitsprävention
Auszug aus dem Buch
5.1. Station 3: Traditionelle Musik kennen lernen
Die Schüler/innen und Schüler lernen das traditionelle Musikinstrument der Südseevölker, die Schlitztrommel (Sepik), kennen und erhalten die Möglichkeit damit in der Gruppe zu musizieren. Das Instrument soll mit den aus dem Musikunterricht bekannten Instrumenten verglichen werden. Zu diesem Zweck haben die Lehrkräfte Klanghölzer, Triangeln und ein Tamburin dabei.
In Melanesien sind die Welt der Ahnen und die der Lebenden eng miteinander verbunden. Die Ahnen sind im Diesseits immer gegenwärtig und ihr Einfluss ist überall erkennbar. Die Lebenden haben ein zwiespältiges Verhältnis zu ihnen: Einerseits trauern sie um ihre Verstorbenen und ehren ihr Andenken. Andererseits fürchten sie ihre Ahnen aber auch und versuchen, sie gnädig zu stimmen, um eine schlechte Einflussnahme abzuwehren.
Die Stimmen der Ahnen ertönen in Musikinstrumenten. Das Schlagen der Schlitztrommel (siehe Foto) und das Spielen der Querflöte ermöglichen die Kommunikation mit ihnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Begründung der Wahl des Übersee-Museums Bremen als außerschulischer Lernort und Vorstellung der spezifischen Klassenzusammensetzung mit ihren besonderen Anforderungen.
2. Sachanalyse: Überblick über die Geografie Ozeaniens und die konzeptionelle Gestaltung der Dauerausstellung im Übersee-Museum.
3. Didaktische Analyse & Lernziele: Theoretische Herleitung der Exkursion bezüglich der Lernorte, der Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung für die Kinder sowie der methodischen Zugänglichkeit.
4. Die Lerneinheit / Stationen im Überblick: Detaillierte Darstellung des organisatorischen Rahmens des Stationenlernens, der Gruppenaufteilung und des Zeitplans.
5. Ausführliche Darstellung dreier Stationen der Lerneinheit: Konkrete Ausarbeitung ausgewählter Stationen (Musik, Körperbemalung, Malaria) inklusive Sachanalyse und Lernzielformulierungen.
6. Reflexion der Unterrichtsskizze: Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Umsetzung und den potenziellen Schwierigkeiten im Rahmen der Lesefähigkeiten der Zweitklässler.
Schlüsselwörter
Ozeanien, Stationenlernen, Übersee-Museum Bremen, Sachunterricht, Grundschule, Inklusion, Kulturvermittlung, Schlitztrommel, Körperbemalung, Malaria, Museumspädagogik, Außerschulischer Lernort, Handlungsorientierung, Sozialkompetenz, Erlebnispädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt eine Unterrichtsskizze für eine Grundschulklasse, die einen Museumsbesuch in Form eines Stationenlernens zur Ausstellung „Ozeanien“ methodisch aufbereitet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Inhalten zählen traditionelle ozeanische Musik, Körperbemalung als kulturelles Brauchtum und gesundheitliche Aspekte wie die Prävention der Krankheit Malaria.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Kindern einen Zugang zu fremden Kulturen durch entdeckendes Lernen mit allen Sinnen zu ermöglichen und dabei museumspädagogische Angebote effektiv in den Sachunterricht zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Konzept des "Lernens an Stationen" angewandt, welches durch kooperative Aufgabenstellungen die Selbstständigkeit der Schüler fördern soll.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in didaktische Analysen, die Vorstellung der Stationsarbeit inklusive Ablaufsplanung sowie die detaillierte Ausarbeitung ausgewählter Lernstationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Ozeanien, Stationenlernen, Sachunterricht, Inklusion, Museumspädagogik, handlungsorientiertes Lernen, Kulturvermittlung und interdisziplinäre Didaktik.
Wie wird mit Kindern mit Förderbedarf, wie z.B. Hörgeräten, umgegangen?
Durch den Einsatz von Mikrofonen und die bewusste Gruppeneinteilung wird sichergestellt, dass auch hörgeschädigte Schüler aktiv und barrierefrei am Unterricht teilnehmen können.
Welche Rolle spielt die Mutter der Schülerin mit Angststörung während der Stationen?
Die Mutter dient als vertraute Bezugsperson, die bei Bedarf Sicherheit vermittelt, sich jedoch im Prozess zurückhält, um der Schülerin dennoch die Interaktion innerhalb der Gruppe zu ermöglichen.
Warum wurde das Übersee-Museum Bremen gewählt?
Neben der thematischen Eignung der Ozeanien-Ausstellung zeichnet sich das Museum durch ein ausgereiftes museumspädagogisches Angebot und eine gute Erreichbarkeit aus.
Wie wird die soziale Kompetenz bei der Station "Körperbemalung" gefördert?
Die Kinder müssen untereinander kommunizieren, Rücksicht bei der Bemalung nehmen und sich gegenseitig abstimmen, was Vertrauen und soziale Interaktion stärkt.
- Arbeit zitieren
- M.Ed. Georg Rabe (Autor:in), R. Röhling (Autor:in), S. Muck (Autor:in), 2006, Unterrichtsskizze zum Anfangsunterricht - Stationenlernen in der Ausstellung "Ozeanien", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166269