1. Einleitung
„Wer Desertifikation hört, denkt an viel Sand und wenig Leben. Doch Wüstenbildung ist mehr: Es sind Flächen, die austrocknen und unfruchtbar werden; es ist die Zerstörung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Vegetation, und es ist zumeist ein von den Menschen verursachtes Problem.“ [Berger, I. 2002] Wer weiter glaubt als Deutscher hat man mit der Desertifikation nichts zu tun und dieses Phänomen wird nun in fernen Ländern diskutiert, der irrt offenbar.
Das Jahr 2006 wurde von den Vereinten Nationen zum „International Year of Deserts and Desertifikation“ erklärt. An diesem Umstand kann man bereits die Aktualität des Phänomens der Desertifikation erkennen. Deutschland, als Vertragsstaat der Wüstenkonvention, hat ein besonderes Interesse am Erfolg des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der Wüsten und der Desertifikation. Die 191 Vertragsstaaten der UN-Vollversammlung haben die internationale Koordination dieses Jahres dem UN-Sekretariat der internationalen Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation in Bonn, übertragen. Besonderes Ziel ist es Bewusstsein zu schaffen über den ökologischen Reichtum der Trockengebiete und über die kulturelle Vielfalt der Völker, die in ihnen leben. Es gilt Zusammenhänge darzustellen zwischen Dürren, Hunger, Ressourcendegradierung und internationalen Sicherheitsthemen. In Deutschland hat sich inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, die gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen vorbereitet. Ihr gehören neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch verschiedene Entwicklungsorganisationen und wissenschaftliche Organisationen an. [vgl. www.iydd2006.de]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
3. Ausmaß der Wüstenbildung in Afrika
4. Ursachen der Wüstenbildung in Afrika
4.1 Klimatische Ursachen
4.2 Anthropogene Ursachen
4.2.1 Landwirtschaft
4.2.2 Überweidung
4.2.3 Abholzung
4.2.4 Sozio-ökonomische Ursachen
4.2.5 Bevölkerungswachstum
4.2.6 Verschuldung
5. Folgen der Wüstenbildung in Afrika
6. Strategien gegen die Wüstenbildung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Desertifikation in Afrika, analysiert deren klimatische und anthropogene Ursachen und beleuchtet die gravierenden ökologischen sowie sozialen Folgen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Ressourcendegradierung und menschlichem Handeln zu entwickeln sowie nachhaltige Strategien zur Bekämpfung der Wüstenbildung aufzuzeigen.
- Wissenschaftliche Definition und Abgrenzung der Desertifikation
- Analyse der klimatischen und anthropogenen Einflussfaktoren
- Auswirkungen von Überweidung, Abholzung und Landnutzung
- Zusammenhang zwischen Verschuldung und Bodendegradation
- Vorstellung traditioneller und moderner Lösungsansätze
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Überweidung
Der häufigste Eingriff des Menschen in den Naturhaushalt der Trockengebiete besteht in der Überweidung, dass heißt, der Viehbestand pro Fläche ist unter den gegebenen trockenen klimatischen Verhältnissen zu groß. Durch das Vieh wird die Pflanzendecke immer lichter und der Boden wird durch die Hufe aufgelockert. Die Folge ist eine zunehmende Erosion wodurch dem Pflanzenwuchs die Basis noch weiter entzogen wird.
Umstritten bei der Problematik der Desertifikation ist der Nomadismus. Befürworter sagen, dass der Nomadismus besonders umweltfreundlich ist, weil durch das Umherziehen der Herden die Schäden auf eine größere Fläche verteilt sind und so die Desertifikation nicht so Intensiv wirken kann. Erst durch die Seßhaftmachung durch die Regierung, waren die Nomaden gezwungen ihr Vieh in der Nähe der Siedlungen weiden zu lassen. Die Schäden durch die Überweidung in der Nähe der Siedlungen ist dadurch immens. Die Gebiete rund um die Siedlungen sind am stärksten von der Desertifikation und ihren Folgen betroffen. Gegner des Nomadismus sagen, dass angesichts der Größe der Viehherden es keinen Unterschied macht, ob sie umherziehen oder nicht, die Schäden seien bei beiden Formen die Gleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Aktualität und Dringlichkeit der Wüstenbildung als globales und insbesondere afrikanisches Problem, das eng mit menschlichen Aktivitäten verknüpft ist.
2. Begriffsklärung: Hier wird der Begriff Desertifikation definiert und klar von dem reversiblen Phänomen der Dürre abgegrenzt.
3. Ausmaß der Wüstenbildung in Afrika: Dieses Kapitel veranschaulicht die geografische Verbreitung der Desertifikation und identifiziert besonders betroffene Regionen wie die Sahel-Zone.
4. Ursachen der Wüstenbildung in Afrika: Es werden die komplexen klimatischen Faktoren sowie die vielfältigen menschlichen Einflüsse analysiert, die zur Bodendegradation führen.
5. Folgen der Wüstenbildung in Afrika: Die Auswirkungen der Desertifikation, insbesondere hinsichtlich Erosionsraten und Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen, werden hier erörtert.
6. Strategien gegen die Wüstenbildung: Das abschließende Kapitel diskutiert Lösungsansätze wie traditionelle Anbaumethoden, nachhaltige Landnutzung und internationale Zusammenarbeit zur Milderung des Problems.
Schlüsselwörter
Desertifikation, Wüstenbildung, Afrika, Bodendegradation, Sahel-Zone, Erosion, Überweidung, Abholzung, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Verschuldung, Landwirtschaft, Nomadismus, Ressourcenschutz, Umweltflüchtlinge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Desertifikation in Afrika, ihren Ursachen, Folgen und möglichen Lösungsstrategien.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit behandelt die klimatischen Grundlagen, die anthropogenen Ursachen wie Landwirtschaft und Überweidung, sozio-ökonomische Faktoren sowie Ansätze zur nachhaltigen Regeneration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung der Zusammenhänge zwischen menschlicher Nutzung und der Degradation natürlicher Ressourcen sowie die Identifikation von Wegen aus der ökologischen Krise.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es handelt sich um eine geographische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Statistiken und thematischen Karten basiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen (klimatisch und anthropogen), die Betrachtung der Auswirkungen auf den Boden und die Vorstellung von Strategien gegen die Wüstenbildung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Desertifikation, Bodendegradation, Nachhaltigkeit, Sahel-Zone und anthropogene Einflüsse.
Warum spielt die Verschuldung eine Rolle bei der Wüstenbildung?
Verschuldung zwingt Entwicklungsländer zur Exportsteigerung, was oft zu einer intensiven, nicht-nachhaltigen Ausbeutung der Böden und zum Verlust von Vegetation führt.
Was unterscheidet Desertifikation von einer Dürre?
Dürre ist ein zeitlich begrenztes Wetterphänomen, während Desertifikation eine meist irreversible Zerstörung der biologischen Produktivität des Bodens beschreibt.
Wie kann die einheimische Bevölkerung effektiv in Gegenmaßnahmen einbezogen werden?
Erfolg versprechende Projekte erfordern die Identifikation der Bevölkerung mit den Maßnahmen und das Verständnis für die Notwendigkeit des ökologischen Schutzes.
Welche Bedeutung hat das CILSS für die Region Sahel?
Das CILSS ist ein Beispiel für eine staatenübergreifende Zusammenarbeit, die durch gemeinsamen Erfahrungsaustausch und Strategien gegen Dürre versucht, die Lebensgrundlagen in der Sahel-Zone zu sichern.
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- BA Christoph Staufenbiel (Author), 2011, Wüstenbildung in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166224