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Zur Shop-Startseite › Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Die Problematik von Mehrheitsklauseln im Gesellschaftsrecht

Titel: Die Problematik von Mehrheitsklauseln im Gesellschaftsrecht

Examensarbeit , 2010 , 47 Seiten , Note: 14

Autor:in: Sebastian Biller (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Konflikte zwischen Mehrheit und Minderheit gehören zu den Grundproblemen des Gesellschaftsrechts. Dies gilt sowohl für Personengesellschaften als auch für Kapitalgesellschaften . Wesentliche Unterschiede bestehen jedoch in der gesetzlichen Ausgangslage dieser beiden Gesellschaftsformen, v.a. im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Mehrheit und Minderheit. Während bei Kapitalgesellschaften kraft Gesetzes das Mehrheitsprinzip gilt und zum Schutze der Minderheit vor der Mehrheit eine Vielzahl von Vorschriften vorgesehen sind, stellt sich die Situation im Personengesellschaftsrecht grundlegend anders dar. Hier geht das Gesetz grds. davon aus, dass alle Beschlüsse der Gesellschafter einstimmig gefasst werden und verzichtet dabei weitestgehend auf einen gesetzlichen Minderheitenschutz . Das Einstimmigkeitsprinzip wird jedoch oftmals den Erfordernissen nach einem flexiblen Beschlussverfahren nicht gerecht. Daher sehen Gesellschaftsverträge von Personengesellschaften regelmäßig Mehrheitsklauseln vor.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem daraus erwachsenden Spannungsverhältnis zwischen Minderheitenschutz und Mehrheitsmacht im Personengesellschaftsrecht. Dabei wird mit der Mehrheitsklausel die Legitimationsgrundlage des Mehrheitsbeschlusses untersucht. Auf Fragen, die mit dem konkreten Mehrheitsbeschluss einhergehen, wird daher nur am Rande eingegangen. Das Ziel der Arbeit ist es, den Bedeutungsgehalt der Mehrheitsklausel herauszuarbeiten, die im Wesentlichen ungeschriebenen Schranken der Mehrheitsmacht auf Klauselebene zu nennen, zu untersuchen und die aus ihnen für die Mehrheitsklausel folgenden Gestaltungsfaktoren zu bezeichnen und zueinander ins Verhältnis zu setzen, um eine diesen gerecht werdende Gestaltungsmöglichkeit aufzuzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Zuständigkeitsordnung bei Personengesellschaften

I. Der Grundsatz der Einstimmigkeit als gesetzliche Ausgangslage

II. Zulässigkeit einer Mehrheitsklausel

1. Zulässigkeit für nicht vertragsändernde Mehrheitsbeschlüsse

2. Zulässigkeit für vertragsändernde Mehrheitsbeschlüsse

III. Erforderlichkeit einer Mehrheitsklausel

1. Gesetzestypische Personengesellschaft

2. Körperschaftlich und kapitalistisch strukturierte Personengesellschaften

C. Die Mehrheitsklausel in der gesetzestypischen Personengesellschaft

I. Bedeutungsgehalt der Mehrheitsklausel

1. Theorie der antizipierten Zustimmung

2. Theorie der Gestaltungsmacht

3. Theorie der Verfahrensregel

II. Anforderungen an die Gestaltung einer Mehrheitsklausel

1. Allgemeines Bestimmtheitserfordernis – Bestimmtheitsgrundsatz

a) Entwicklung und Inhalt des Bestimmtheitsgrundsatzes

c) Dogmatische Legitimation des Bestimmtheitsgrundsatzes

aa) Herleitung aus dem Bedeutungsgehalt der Mehrheitsklausel

(1) Formale Regel des Minderheitenschutzes oder Auslegungsregel

(2) Kritik und alternative Konzepte

(3) Formelle Ermächtigungsregel

d) Möglichkeit des Verzichts auf den Bestimmtheitsgrundsatz

e) Zusammenfassende Würdigung des Bestimmtheitsgrundsatzes

2. Qualifizierte Bestimmtheitsanforderungen – Kernbereichslehre

a) Entwicklung und Inhalt der Kernbereichslehre

aa) Unverzichtbare Rechte

(1) Charakterisierung des unverzichtbaren Bereichs

(2) Auswirkungen auf Klauselebene

bb) Unentziehbare Rechte

(1) Charakterisierung des unentziehbaren Bereichs

(2) Korrektiv auf Klausel- oder Beschlussebene?

(3) Zulässigkeit der antizipierten Zustimmung

b) Zusammenfassende Würdigung der Kernbereichslehre

3. Das Verhältnis von Kernbereichslehre und Bestimmtheitsgrundsatz

a) Verständnis des Verhältnisses nach der Rechtsprechung

b) Eigenes Verständnis des Verhältnisses

4. Zu den Mehrheitserfordernissen

D. Besonderheiten der Mehrheitsklausel in Publikumspersonengesellschaften

I. Anwendbarkeit des Bestimmtheitsgrundsatzes

II. Geltung der Kernbereichslehre

III. Zusammenfassende Würdigung der Besonderheiten

E. Die Mehrheitsklausel in Stimmrechts–Konsortialgesellschaften

I. Zielsetzung und Rechtsnatur einer Konsortialgesellschaft

II. Gestaltungsfaktoren der Mehrheitsklausel

1. Personengesellschaftsrechtliche Aspekte

a) Auswirkungen der Korporations- auf die Konsortialebene

aa) Bestimmtheitsgrundsatz

bb) Kernbereichslehre

b) Allgemeine Sittenwidrigkeitsschranke

2. Zwingende kapitalgesellschaftsrechtliche Mehrheitserfordernisse?

III. Zusammenfassende Würdigung

F. Gestaltungsmöglichkeiten einer Mehrheitsklausel

G. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Minderheitenschutz und Mehrheitsmacht im Personengesellschaftsrecht, wobei der Fokus auf der Legitimationsgrundlage und den Schranken von Mehrheitsklauseln liegt. Ziel ist es, den rechtlichen Bedeutungsgehalt dieser Klauseln zu ergründen und Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die Rechtssicherheit gewährleisten.

  • Zuständigkeitsordnung und das Einstimmigkeitsprinzip bei Personengesellschaften.
  • Differenzierung der Schranken (Bestimmtheitsgrundsatz vs. Kernbereichslehre).
  • Besonderheiten bei Publikumspersonengesellschaften und Stimmrechts-Konsortialgesellschaften.
  • Praktische Gestaltungsmöglichkeiten und die Rolle der antizipierten Zustimmung.

Auszug aus dem Buch

3. Theorie der Verfahrensregel

Die h.A. sieht die Mehrheitsklausel daher als bloße Verfahrensregel an. Dies hat der BGH nunmehr auch in seiner Otto-Entscheidung ausdrücklich so formuliert. Nach dieser Auffassung könne der Mehrheitsklausel grds. kein materieller Gehalt entnommen werden. Sie sei allein eine „wertneutrale“ Verfahrensregel, wodurch die Anpassungsfähigkeit der Gesellschaft erhöht werden soll.

Das überzeugt. Die Theorie von der Verfahrensregel kann als einzige die wahre Bedeutung der Mehrheitsklausel erfassen. Auf diese Weise ist es möglich, deutlicher zwischen ihrer formalen und ihrer inhaltlichen Seite zu differenzieren. Mit einer Mehrheitsklausel wird grds. nur zugunsten der Flexibilität ein vereinfachter Abstimmungsmodus festgelegt. Diese formale Seite dient also nur dazu, dass korrekt abgestimmt wird. Dass die Mehrheitsklausel auch eine inhaltliche Seite haben kann, wird hingegen nicht geleugnet, sondern aufgrund der Differenzierungsmöglichkeit sogar herausgehoben. So kann der Mehrheitsklausel unter strengen Bestimmtheitsanforderungen gleichwohl der Wille zu bestimmten Vertragsänderungen entnommen werden. Allerdings gilt dies eben nur unter strengen Voraussetzungen und somit nur ausnahmsweise. Die grds. Bedeutung der Mehrheitsklausel als Verfahrensregel ist davon aber zu unterscheiden. Allein daraus, dass sich ein Gesellschafter in bestimmten Punkten mit der Geltung des Mehrheitsprinzips einverstanden erklärt hat, kann nicht geschlossen werden, dass er seinen Willen hinsichtlich des Abstimmungsergebnisses in diesen Punkten geäußert hat. Hier ist kein Raum für eine materiell-rechtliche Bedeutung der Mehrheitsklausel. Hier dient die Mehrheitsklausel allein der prozeduralen Ermächtigung zur Beschlussfassung. Die teilweise vorgebrachte Kritik gegen die Einordnung der Mehrheitsklausel als bloße wertneutrale Verfahrensvorschrift, weil diese lediglich eine Funktionsbeschreibung gebe, aber eine Bindungswirkung für die überstimmten Gesellschafter nicht begründen könne, ist insofern verfehlt.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Grundproblem des Spannungsverhältnisses zwischen Minderheitenschutz und Mehrheitsmacht im Personengesellschaftsrecht und definiert das Ziel der Arbeit, den rechtlichen Rahmen von Mehrheitsklauseln zu untersuchen.

B. Zuständigkeitsordnung bei Personengesellschaften: Dieses Kapitel erläutert das gesetzliche Einstimmigkeitsprinzip als Ausgangslage und prüft, inwieweit das Abweichen davon durch Mehrheitsklauseln zulässig ist.

C. Die Mehrheitsklausel in der gesetzestypischen Personengesellschaft: Hier werden der Bedeutungsgehalt der Mehrheitsklausel sowie die gestalterischen Grenzen durch den Bestimmtheitsgrundsatz und die Kernbereichslehre detailliert analysiert.

D. Besonderheiten der Mehrheitsklausel in Publikumspersonengesellschaften: Dieses Kapitel arbeitet heraus, warum für Publikumspersonengesellschaften andere Anforderungen an die Bestimmtheit gelten als für den gesetzestypischen Fall.

E. Die Mehrheitsklausel in Stimmrechts–Konsortialgesellschaften: Die Analyse konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Konsortial- und Korporationsebene bei der Stimmrechtsbindung.

F. Gestaltungsmöglichkeiten einer Mehrheitsklausel: Es werden praxisnahe Empfehlungen zur Formulierung rechtssicherer Mehrheitsklauseln gegeben, insbesondere unter Berücksichtigung von Verweisen auf das GmbH-Recht.

G. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Einordnung der Mehrheitsklausel als primäre Verfahrensregel mit funktionsabhängigen Schranken.

Schlüsselwörter

Mehrheitsklausel, Personengesellschaft, Einstimmigkeitsprinzip, Bestimmtheitsgrundsatz, Kernbereichslehre, Minderheitenschutz, Vertragsgestaltung, Publikumsgesellschaft, Konsortialgesellschaft, Stimmrechtsbindung, Gesellschaftsrecht, Vertragsfreiheit, Rechtssicherheit, Beschlussfassung, Korporationsebene

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Problematik von Mehrheitsklauseln bei Personengesellschaften und wie diese im Spannungsfeld zwischen der gesetzlichen Einstimmigkeit und dem Bedarf nach Flexibilität gestaltet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Bestimmtheitsgrundsatz, die Kernbereichslehre als Schutz der Gesellschafter, die Abgrenzung zur Kapitalgesellschaftsform sowie die Besonderheiten bei Publikumspersonengesellschaften und Stimmrechtspools.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Bedeutungsgehalt von Mehrheitsklauseln zu klären, die Grenzen der Mehrheitsmacht aufzuzeigen und ex ante rechtssichere Gestaltungsmöglichkeiten für die Vertragspraxis zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer rechtsdogmatischen Analyse, die sich auf Gesetzestexte, die Rechtsprechung (insb. BGH) und die herrschende Literatur stützt, um das Verhältnis der verschiedenen Schutzinstrumente zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der gesetzestypischen Personengesellschaften, spezifische Besonderheiten von Publikumsgesellschaften sowie die komplexen Herausforderungen bei der Stimmrechtsbindung in Konsortien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Mehrheitsklausel, Personengesellschaftsrecht, Bestimmtheitsgrundsatz, Kernbereichslehre und Minderheitenschutz.

Was unterscheidet eine gesetzestypische Personengesellschaft von einer Publikumsgesellschaft in Bezug auf Mehrheitsklauseln?

Bei gesetzestypischen Gesellschaften wird der Bestimmtheitsgrundsatz strikter als Schutzinstrument angewendet, während bei Publikumsgesellschaften aufgrund ihrer körperschaftlichen Struktur die Anforderungen primär über die Auslegung und weniger über formale Kompetenzkontrollen gesteuert werden.

Warum ist die Kernbereichslehre bei unentziehbaren Rechten so wichtig?

Die Kernbereichslehre schützt den Gesellschafter davor, dass durch Mehrheitsbeschlüsse essenzielle Mitgliedschaftsrechte ohne seine Zustimmung entzogen werden, was eine qualifizierte Bestimmtheit der entsprechenden Klausel erforderlich macht.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Problematik von Mehrheitsklauseln im Gesellschaftsrecht
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Vertragsgestaltung
Note
14
Autor
Sebastian Biller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
47
Katalognummer
V166008
ISBN (eBook)
9783640818129
ISBN (Buch)
9783640821495
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Oberseminararbeit Oberseminar Schwerpunkt Abschlussarbeit Vertragsgestaltung Schwerpunktbereich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Biller (Autor:in), 2010, Die Problematik von Mehrheitsklauseln im Gesellschaftsrecht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166008
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Leseprobe aus  47  Seiten
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