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Kognitive Kurzzeittherapie nach dem Brügger Modell

Fallstudie einer Zwangsstörung

Titel: Kognitive Kurzzeittherapie nach dem Brügger Modell

Wissenschaftliche Studie , 2010 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dr. Franz-Josef Schwarz (Autor:in)

Psychologie - Beratung und Therapie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach dem Brügger Modell ist das Vorliegen einer psychischen Störung dadurch gekennzeichnet, dass die Verhaltenswahl des Patienten eingeschränkt ist: Sein Verhalten stellt ein Symptom für sein Leiden dar.

Die Wahlmöglichkeiten und der Umgang mit der Realität werden nach dem therapeutischen Selbstverständnis des Brügger Modells durch die Faktoren Erfahrungen, Erziehung, genetische Faktoren und den Kontext bestimmt. Dabei wird zwischen der semantischen und der pragmatischen Wahl unterschieden: Unsere Wahrnehmung der Realität wird geleitet durch die Wahl der Zuschreibung von Bedeutungen (semantischer Aspekt), die unser Handeln (pragmatischer Aspekt) leiten. Ist die Bedeutungswahl in der Wahrnehmung eingeschränkt, so ist auch die pragmatische Wahl eingeschränkt

Die Aufgaben des Therapeuten im Brügger Modell beziehen sich darauf, einen Kontext herzustellen, in dem gemeinsam mit dem Patienten Möglichkeiten der semantischen und der pragmatischen Wahl entwickelt werden, um auf diesem Wege die Wahlfreiheit wieder herzustellen oder zu erweitern: Der (Wieder-)Herstellung von Wahlfreiheit dient die Veränderung von (pathologischen) Gewohnheiten. Da die wenigsten Gewohnheiten stets völlig gleich ablaufen - selbst bei Zwangsritualen finden sich oft kleine Varianten -, bieten sich hier therapeutische Chancen. Die Gewohnheiten und ihr Vollzug werden im therapeutischen Gespräch und in Selbstbeobachtungsaufgaben des Patienten erkundet. Daraus wird ein vom Patienten gewünschter Zustand abgeleitet sowie Wege, diesen Zustand zu erreichen.

Die Annahme, dass Patienten bei wieder hergestellter Wahlfreiheit die Wahl treffen, anstelle ihres pathologischen Verhaltens ihre Symptome zu beherrschen, ist aus der therapeutischen Erfahrung abgeleitet.

In der vorliegenden Studie werden die Prinzipien des Brügger Modells auf die Therapie des Fallbeispiels einer Zwangsstörung angewendet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Fallbeispiel einer Zwangsstörung

1.1 Diagnostische Aspekte nach ICD 10, Kapitel V

1.1.1 Differentialdiagnostische Überlegungen

1.2 Weitere Verständnis leitende Aspekte

2. Epidemik, Ätiologie und Pathogenese der Zwangsstörung

3. Das Brügger Modell im Überblick

4. Die therapeutische Praxis bei Zwangsstörungen: eine Skizze

4.1 Der Abschluss der Therapie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der kognitiven Kurzzeittherapie nach dem Brügger Modell am Beispiel einer chronifizierten Zwangsstörung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Erweiterung der Wahlfreiheit des Patienten ein konstruktiver Umgang mit zwanghaften Verhaltensmustern erreicht und die therapeutische Beziehung als zentrales Arbeitsinstrument genutzt werden kann.

  • Grundlagen und diagnostische Einordnung der Zwangsstörung nach ICD-10
  • Erläuterung des therapeutischen Selbstverständnisses des Brügger Modells
  • Methoden zur Identifikation und Veränderung von Gewohnheiten
  • Reflexion der therapeutischen Beziehungsgestaltung
  • Entwicklung eines Fall-spezifischen Vorgehens bei Kontrollzwängen

Auszug aus dem Buch

1. Fallbeispiel einer Zwangsstörung

Der 36-jährige Mark P. kommt mit seiner Lebensgefährtin Bianca M. in die Beratung. Herr P. erzählt, er leide seit Jahren an einer Zwangsstörung, sei deswegen auch in therapeutischer Behandlung. Dennoch würden die Probleme nicht weniger werden.

Wann immer der Klient seine Wohnung verlassen wolle, müsse er zunächst alle möglichen Gefahrenquellen ausschalten. Er kontrolliere, ob noch irgendwo Kerzen brennen, ob der Herd ausgeschaltet sei und ziehe zur Sicherheit die Stecker aller Elektrogeräte aus der Steckdose. Dann schließe er die Tür sorgfältig ab und kontrolliere mehrfach, ob sie wirklich zu sei. Teilweise falle ihm auf dem Weg zur Arbeit noch etwas ein, das er nicht kontrolliert habe, oder er sei plötzlich unsicher, "ob die eine Kerze auch wirklich aus ist". Dann drehe er um und fahre zurück nach Hause, um ganz sicher zu gehen. "Stellen Sie sich vor, ich lasse eine Kerze brennen, und dann brennt das Haus ab. Da wohnen Familien mit kleinen Kindern!" Mittlerweile kosten die regelmäßigen Kontrollrituale Herrn P. so viel Zeit, dass er bereits um 4.30 Uhr aufstehen muss, um pünktlich um 7.00 Uhr seine Wohnung verlassen zu können. Dennoch komme er regelmäßig zu spät zur Arbeit, weil er noch etwas zu kontrollieren vergessen hatte. Vor einer Woche habe er wegen seiner ständigen Unpünktlichkeit bereits eine Abmahnung von seinem Arbeitgeber bekommen.

Frau M., die bis zu diesem Zeitpunkt nur zugehört hat, schaltet sich nun auch ein. Wenn er so weiter mache, bekäme er von ihr demnächst auch eine Abmahnung, schimpft sie. Sie lebe zwar mit ihrem vierjährigen Sohn (er stammt aus einer früheren Beziehung) in einer eigenen Wohnung, aber auch auf die Entfernung mache sie das Verhalten des Klienten noch wahnsinnig. "Der kontrolliert ja auch bei mir! Teilweise, wenn er bei uns übernachtet, dreht er uns morgens die Sicherung raus, damit unsere Wohnung nicht möglicherweise abbrennt!" Sie habe ihn mehrfach gebeten, wenigstens bei ihr damit aufzuhören, weil sein Verhalten auch ihre Tagesplanung durcheinander bringe. Jedes Mal verspreche er, sich zu bessern. "Aber er hat sich einfach nicht im Griff. Und das ärgert mich." Mittlerweile habe ihr kleiner Sohn schon Angst vor ihrem Lebensgefährten, weil der sich "so komisch" benimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fallbeispiel einer Zwangsstörung: Dieses Kapitel führt den Patienten Mark P. ein, beschreibt seine Kontrollrituale sowie die daraus resultierenden massiven Belastungen für seinen Alltag und seine Partnerschaft.

1.1 Diagnostische Aspekte nach ICD 10, Kapitel V: Hier erfolgt eine Einordnung der Symptomatik von Herrn P. gemäß den diagnostischen Leitlinien, wobei der chronifizierte Charakter der Zwangsstörung bestätigt wird.

1.1.1 Differentialdiagnostische Überlegungen: Es wird geprüft, ob andere psychiatrische Erkrankungen oder organische Ursachen vorliegen, was jedoch weitgehend ausgeschlossen werden kann.

1.2 Weitere Verständnis leitende Aspekte: Dieses Kapitel identifiziert notwendige Klärungsschritte bezüglich bisheriger Therapieversuche sowie der Beziehungsdynamik vor Beginn der eigentlichen Behandlung.

2. Epidemik, Ätiologie und Pathogenese der Zwangsstörung: Hier werden theoretische Hintergründe, von neurophysiologischen bis zu psychodynamischen und lerntheoretischen Ansätzen, zur Entstehung von Zwängen beleuchtet.

3. Das Brügger Modell im Überblick: Dieses Kapitel stellt das zentrale theoretische Fundament der Arbeit vor, das auf der Förderung der Wahlfreiheit des Patienten basiert.

4. Die therapeutische Praxis bei Zwangsstörungen: eine Skizze: Hier wird der therapeutische Prozess konkretisiert, von der Beziehungsaufnahme bis hin zur Anwendung spezifischer Interventionstechniken.

4.1 Der Abschluss der Therapie: Abschließend wird definiert, was als Therapieerfolg bei Zwangsstörungen gilt – nämlich das Finden eines für den Patienten befriedigenden Gleichgewichts.

Schlüsselwörter

Zwangsstörung, Brügger Modell, kognitive Kurzzeittherapie, Kontrollzwang, Wahlfreiheit, Verhaltensänderung, therapeutische Beziehung, Symptomverschreibung, Gewohnheitsbildung, systemischer Ansatz, Psychotherapie, ICD-10, Fallstudie, Ressourcenorientierung, Verhaltenstherapie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der psychotherapeutischen Behandlung einer chronifizierten Zwangsstörung auf Basis des sogenannten Brügger Modells, illustriert an einem konkreten Fallbeispiel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der diagnostischen Einordnung von Zwängen, den theoretischen Hintergründen von Verhaltensänderungen sowie der praktischen Anwendung von Techniken zur Steigerung der Wahlfreiheit bei Patienten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Patienten durch den therapeutischen Kontext des Brügger Modells befähigt werden können, ihre starren Verhaltensmuster zu lockern und ein individuelles, befriedigendes Gleichgewicht zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die kognitive Kurzzeittherapie nach dem Brügger Modell, ergänzt um systemische Ansätze und eine detaillierte Fallanalyse auf Basis der ICD-10-Leitlinien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung des Brügger Modells und der Ätiologie von Zwangsstörungen insbesondere die konkreten therapeutischen Vorgehensweisen und Interventionen bei einem Patienten mit ausgeprägter Kontrollsymptomatik erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Zwangsstörung, Brügger Modell, Wahlfreiheit, Kontrollzwang, therapeutische Beziehung und Verhaltensänderung.

Wie geht das Modell mit dem Widerstand des Patienten gegen Veränderung um?

Das Modell betrachtet Widerstand als Teil des Prozesses. Der Therapeut begegnet ihm durch Geduld, Wertschätzung und durch die bewusste Entscheidung, den Patienten nicht zu Änderungen zu zwingen, sondern ihn zu unterstützen, eigene neue Gewohnheiten zu wählen.

Welche Rolle spielt die Lebensgefährtin des Patienten im Therapiekonzept?

Aufgrund der systemischen Verflechtung wird die Partnerin als Co-Therapeutin oder sogar Co-Patientin betrachtet, da sie oft unbewusst in die Zwangsgewohnheiten eingebunden ist und der Störungserhaltung entgegenzuwirken ist.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kognitive Kurzzeittherapie nach dem Brügger Modell
Untertitel
Fallstudie einer Zwangsstörung
Veranstaltung
Zertifizierung
Note
1,0
Autor
Dr. Franz-Josef Schwarz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V165871
ISBN (eBook)
9783640816767
ISBN (Buch)
9783640820337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kognitive kurzzeittherapie brügger modell fallstudie zwangsstörung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Franz-Josef Schwarz (Autor:in), 2010, Kognitive Kurzzeittherapie nach dem Brügger Modell, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165871
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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