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Die Jesuitenrepubliken als Kritik an totalitären Machtstaaten in Döblins Amazonas Trilogie

Titel: Die Jesuitenrepubliken als Kritik an totalitären Machtstaaten in Döblins Amazonas Trilogie

Hausarbeit , 2009 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jacqueline Turpel (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Alfred Döblin arbeitete an seinem Südamerika-Werk während dem Exil in Paris in den Jahren 1935 und 1937. Durch das Berufsverbot seine ärztliche Tätigkeit weiter auszuüben, wird automatisch das Schreiben zu seiner Hauptbeschäftigung und einziger Einnahmequelle. Döblin selbst sah sein Werk stets als Trilogie. Doch unterschiedliche editorische Eingriffe in das Gesamtwerk „Amazonas“ führten dazu, dass die zusammenhängenden Bücher auseinandergerissen wurden und somit die Kernaussage Döblins schwer zu erfassen war. Dies kann aber nicht allein der Grund gewesen sein, weshalb Döblins Amazonas-Trilogie, sowohl von der zeitgenössischen als auch der gegenwärtigen Forschung, weitestgehend gemieden oder vernachlässigt wurde. Die existierenden Rezensionen sind wissenschaftlich kaum verwertbar, da sie entweder ideologischen Inhalts sind oder sich ausschließlich mit der im Roman dargestellten Religion und Döblins damit einhergehenden Konversion zum Christentum beschäftigen. Ein weiterer Grund für das Schattendasein des Südamerika-Werkes wird wohl auch Döblins frühe Annahme der französischen Staatsbürgerschaft gewesen sein, welche die deutsche Bevölkerung seiner Person gegenüber nicht gerade positiv stimmte. Hinzu kommt die Kritik an seinem „unüberlegtem“ Schreibstil und der teilweise fehlerhaften historischen Recherche. Alles in allem gelingt es dem Roman nie aus dem Schatten von Döblins wohl bekanntestem Werk „Berlin Alexanderplatz“ herauszutreten.
Angesichts des Umfangs des Werkes und seiner Vielschichtigkeit, erhebt die folgende Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das zu bearbeitende Gebiet musste also stark eingegrenzt werden und beschränkt sich hier größtenteils auf das zweite Buch „Der blaue Tiger“, in dem ich versuche anhand des Textes und des Erzählstils Kritik an totalitären Machtstaaten nachzuweisen. Da sich Döblin in großen Passagen dem Schicksal der Jesuitenrepubliken und ihrer Entwicklung zuwendet, eignen sich jene am Besten zur genauen Erörterung des Themas.
Ungewöhnlich erscheint zunächst Döblins Themenwahl: im französischen Exil schreibt er von Exotik, Fremdheit und christlicher Missionierung. Die „Vielsträngigkeit der Handlung“ , das sich nicht festlegen auf eine einzige Epoche oder einen bestimmten geographischen Handlungsort, lässt erkennen, dass Döblin in seiner Trilogie thematisch weit über das Gebiet des Amazonasflusses hinausgeht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Döblins Amazonas-Trilogie als Exilroman

3. Darstellung einzelner Machtstaaten in „Der blaue Tiger“

a.) Europa

b.) Die Siedler und Indios

1. Die Reduktionen

4. Bischof Felix

a.) Der Unentschlossene

b.) Kritik des Bischofs an den Jesuiten

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Alfred Döblins Roman "Der blaue Tiger" (aus der Amazonas-Trilogie) hinsichtlich seiner zeitkritischen Dimensionen. Es wird analysiert, inwieweit Döblin die historische Eroberung Südamerikas und das Modell der Jesuitenrepubliken als metaphorisches Spiegelbild für die totalitären Herrschaftsstrukturen in Deutschland während der 1930er Jahre nutzt und welche Rückschlüsse dies auf seine Auseinandersetzung mit Macht, Zivilisation und menschlichem Versagen zulässt.

  • Döblins Exilerfahrung und deren Einfluss auf sein Schaffen
  • Kritik an europäischem Machtstreben und totalitären Tendenzen
  • Dialektik zwischen prometheischem Streben und der Macht der Natur
  • Die Rolle der jesuitischen Reduktionen als gescheiterte Gesellschaftsutopie
  • Charakterisierung von Bischof Felix als ambivalente Identifikations- und Kritikfigur

Auszug aus dem Buch

3. Darstellung einzelner Machtstaaten in „Der blaue Tiger“

Die europäischen Eroberer vergleicht Döblin mit „Steinen, die aus einem Feuerberg spritzten“, aus dem „Vulkan Europa“ über die Welt verbreitet wurden und als „Unbehauste“ sich ins Leere stürzten. Angetrieben von einer unbändigen Gier nach Reichtum, Macht und Herrschaft erreichten sie Südamerika und steuerten unwissentlich auf ihr Ziel, die Vernichtung ihrer selbst, zu. Die Charakterisierungen der einzelnen Konquistadoren, wie Dalfinger, Benalcázar und Federmann, fallen in der Amazonas-Trilogie durchweg negativ aus: Döblin lässt sie alle eines gewaltsamen und grausamen Todes auf dem von ihnen eroberten Kontinent sterben und zeigt bereits hier, dass der „hoffnungslose Kampf mit dem Wald“ zum Scheitern verurteilt ist und allgemeiner, dass das in der menschlichen Natur angelegte prometheische Streben schlussendlich doch nur in Sinnlosigkeit mündet.

Nicht unbeachtet sollte an dieser Stelle Döblins Essay „Prometheus und das Primitive“ bleiben, in dem Döblin den ständigen Kampf des Menschen zwischen zwei in ihm fest angelegten inneren Kräften darstellt: die Entdeckungs-und Eroberungswut des Menschen lässt ihn in Konflikt geraten mit der Natur, während die primitive Kraft dem entgegenzuwirken versucht indem sie die ursprüngliche Bindung zur Natur wieder herzustellen glaubt. Besonders zu Tage tritt dieser „dialektische Wettstreit“ zwischen dem Flussgeist Sukuruja, der das primitive verkörpert, aus der Natur entspringt und ganz eins mit ihr ist und dem „blauen Tiger“, der für die prometheische Kraft und das Machtstreben der weißen Eroberern steht. Am stärksten zum Ausdruck kommt dieses Verlangen des Menschen sich über andere Lebewesen zu erheben und sie sich Untertan zu machen durch das Handeln der Konquistadoren in „Das Land ohne Tod“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Entstehungsbedingungen von Döblins Amazonas-Trilogie im Exil und grenzt das Forschungsfeld auf das zweite Buch „Der blaue Tiger“ ein, um dort Kritik an totalitären Machtstaaten nachzuweisen.

2. Döblins Amazonas-Trilogie als Exilroman: Das Kapitel analysiert, wie Döblins eigene Situation als Exilant und die politische Lage in Europa in das Werk einfließen und warum der Roman als Exilroman im Sinne einer zeit- und gesellschaftskritischen Auseinandersetzung zu lesen ist.

3. Darstellung einzelner Machtstaaten in „Der blaue Tiger“: Hier werden die europäischen Eroberer, Siedler und die jesuitischen Reduktionen untersucht, wobei Döblins Darstellung als Kritik am unbändigen Machtstreben der Moderne gedeutet wird.

a.) Europa: Dieser Abschnitt thematisiert Döblins negative Darstellung der europäischen Eroberer, die durch Gier nach Macht und Zivilisationszwang gekennzeichnet sind.

b.) Die Siedler und Indios: Dieser Teil beleuchtet die Gegenüberstellung von Siedlern und der indianischen Bevölkerung im Konflikt zwischen prometheischem Handlungsdrang und naturverbundener Lebensweise.

1. Die Reduktionen: Dieser Unterpunkt analysiert das jesuitische Experiment der Reduktionen, das als gescheiterte Utopie und als Spiegelbild für totalitäre Überwachungsstaaten interpretiert wird.

4. Bischof Felix: Diese Analyse der zentralen Romanfigur beleuchtet Felix als humanistisch-ästhetischen Gegenpol, dessen eigenes Doppelleben und Unentschlossenheit jedoch ebenfalls kritisch hinterfragt werden.

a.) Der Unentschlossene: Dieser Abschnitt deckt die Realitätsflucht und das zwiespältige Handeln des Bischofs auf, der versucht, sich den politischen Konflikten zu entziehen.

b.) Kritik des Bischofs an den Jesuiten: Hier wird gezeigt, wie der Bischof als Sprachrohr Döblins fungiert, um die totalitären Strukturen und die Unterdrückung der Indios in den Jesuitenrepubliken zu kritisieren.

5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, dass die Amazonas-Trilogie primär als zeitkritischer Roman fungiert, der die „Ohnmacht“ menschlichen Handelns entlarvt und Parallelen zwischen dem kolonialen Eroberungsstreben und dem Faschismus zieht.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Amazonas-Trilogie, Der blaue Tiger, Exilliteratur, Jesuitenrepubliken, totalitäre Herrschaft, Sozialkritik, Zeitkritik, Kolonialismus, Machtstreben, Zivilisationskritik, Naturphilosophie, Faschismus, Identitätsverlust, Bischof Felix

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Döblins Roman „Der blaue Tiger“ als sozial- und zeitkritisches Werk, das die Eroberungsgeschichte Südamerikas als Metapher für totalitäre Bestrebungen und das Scheitern menschlicher Utopien nutzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Exil des Autors, die Kritik an totalitären Systemen, der dialektische Konflikt zwischen prometheischem Machtwillen und der Natur sowie die Analyse jesuitischer Gesellschaftsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, anhand der Darstellung verschiedener Gesellschaftsformen im Roman nachzuweisen, dass Döblin bereits Merkmale einer Antipathie gegenüber diktatorischem Absolutismus zeigt und die Geschichte nutzt, um die Krise der europäischen Moderne zu spiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die durch den Einbezug historischer und zeitkritischer Kontexte Döblins sowie durch die Gegenüberstellung mit Forschungsliteratur (Sekundärquellen) gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Darstellung der Eroberer, der Siedler und Indios sowie der Jesuitenrepubliken. Zudem wird der Bischof Felix als komplexe Figur untersucht, die sowohl als Medium der Kritik dient als auch selbst kritisch reflektiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Alfred Döblin, Exilliteratur, totalitäre Herrschaft, Sozialkritik, Jesuitenrepubliken und Zivilisationskritik.

In welchem Maße wird der Bischof Felix als Identifikationsfigur des Autors gesehen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Felix nicht als einfache Identifikationsfigur Döblins gesehen werden kann, da seine rassistischen Bemerkungen und sein opportunistisches Verhalten in klarem Widerspruch zu Döblins sonstiger Kritik an der Unterdrückung der Indios stehen.

Warum scheitern die Jesuitenrepubliken laut der Analyse?

Ihr Scheitern resultiert aus der Leugnung ihrer Naturabhängigkeit, dem übersteigerten Anspruch, „Meister über die Natur“ zu werden, und der Entwicklung hin zu einem Überwachungsstaat, der im Inneren die gleichen machtpolitischen Fehler begeht wie die koloniale Außenwelt.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Jesuitenrepubliken als Kritik an totalitären Machtstaaten in Döblins Amazonas Trilogie
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Jacqueline Turpel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
29
Katalognummer
V165803
ISBN (Buch)
9783640815340
ISBN (eBook)
9783640815692
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Döblin Amazonas Trilogie Jesuiten Südamerika
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jacqueline Turpel (Autor:in), 2009, Die Jesuitenrepubliken als Kritik an totalitären Machtstaaten in Döblins Amazonas Trilogie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165803
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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