Die betriebswirtschaftliche Bedeutung des Internets hat in der vergangenen Zeit stark zugenommen, Web 2.0 wurde etabliert und viele neue Internet-Start-Up-Unternehmen wurden gegründet. Die direkte Übernahme traditioneller Geschäftskonzepte für das Internet gestaltet sich jedoch als schwierig. Um diese Herausforderung zu meistern, werden Möglichkeiten gesucht, Konzepte in Form von neuen Modellen darzustellen, welche häufig als Geschäftsmodelle bezeichnet werden. Für den Einstieg in die internetbasierte Geschäftswelt, das Gewinnen von Investoren, das Planen des Geschäftsaufbaus und die Vorstellung bei Führungskräften und Entscheidungsträgern sind Geschäftsmodelle relevant. „Because a business model tells a good
story, it can be used to get everyone in the organization aligned around the kind of value the company wants to create“ (Magretta 2002). In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, wie solche Geschäftsmodelle technisch und grafisch dargestellt werden können. Um einschätzen zu können, welche Ansätze für den jeweiligen
Adressaten von Interesse sind, ist ein Vergleich vorteilhaft.
Diese Seminararbeit hat als Ziel, zwei unterschiedliche Ansätze vor dem Hintergrund Web 2.0 zur Modellierung und Visualisierung von Internet Geschäftsmodellen zu vergleichen und in den Rahmen der verschiedenen Ansätze einzuordnen. Des Weiteren sollen die Ansätze auf ihre Vor- und Nachteile untersucht und zur jeweiligen Zielgruppe zugeordnet werden. Dem interessierten Leser sollen die Notwendigkeit und der Nutzen der Modellierung von Geschäftsmodellen aufgezeigt werden. Nach dieser Einführung werden zunächst die Begriffe Geschäftsmodell und Web 2.0 für den weiteren Verlauf der Arbeit definiert, der Nutzen ihrer Modellierung und Visualisierung
erläutert, die Anforderungen an die grafische Repräsentation
erfasst und die verschiedenen Zielgruppen aufgezählt. Nach einer kurzen Erläuterung, warum die Wahl auf diese bestimmten Ansätze fiel, werden diese nacheinander vorgestellt, ihre jeweilige Zielgruppe genannt und auf Vor- und Nachteile untersucht. Abschließend wird ihre Stellung im Rahmen weiterer verschiedener Ansätze geklärt. Am Schluss erfolgt eine Zusammenfassung
der Ergebnisse mit einem Ausblick auf die Zukunft der Geschäftsmodellierung und deren Bedeutung in Hinsicht auf das Thema Web 2.0.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Entstehung und Definition von Web 2.0
2.1.2 Definition des Geschäftsmodellbegriffes
2.1.3 Geschäftsmodelle im Web 2.0
2.2 Modellierung und Visualisierung von Internet Geschäftsmodellen
2.2.1 Nutzen
2.2.2 Anforderung
2.2.3 Zielgruppen
3 Modellierung- und Visualisierungsmethoden
3.1 Einstufung der Arbeit
3.2 Ansatz von Deelmann
3.2.1 Modellierungsbeispiel Onlineauktionshaus
3.2.2 Zielgruppeneinordnung
3.2.3 Vorteile
3.2.4 Nachteile
3.3 Ansatz von Wirtz
3.3.1 Modellierungsbeispiel StudiVZ
3.3.2 Zielgruppeneinordnung
3.3.3 Vorteile
3.3.4 Nachteile
3.4 Gesamtüberblick
3.4.1 Modellierungsbeispiel von Stähler
3.4.2 Modellierungsbeispiel von Weill und Vitale
3.4.3 Einordnung der Ansätze
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, zwei unterschiedliche methodische Ansätze zur Modellierung und Visualisierung von Internet-Geschäftsmodellen im Kontext des Web 2.0 zu vergleichen, deren Vor- und Nachteile zu untersuchen sowie sie einer spezifischen Zielgruppe zuzuordnen.
- Grundlagen und Definitionen zu Web 2.0 und Geschäftsmodellen
- Analyse des Nutzens und der Anforderungen an die grafische Modellierung
- Vergleichende Untersuchung der Modellierungsansätze von Deelmann und Wirtz
- Praktische Anwendungsbeispiele wie StudiVZ und Onlineauktionshäuser
- Methodische Einordnung verschiedener Ansätze der Geschäftsmodellierung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Modellierungsbeispiel Onlineauktionshaus
Nach der Beschreibung des Aufbaus der Geschäftsmodellsprache von Deelmann soll nun ein Beispiel aufgezeigt werden, wie das Geschäftsmodell eines Onlineauktionshauses visualisiert wird:
Die Organisationseinheiten des Modells sind Anbieter, Bieter, Auktionshaus und Werbevermarkter. Bei dem eigentlichen Ersteigerungsprozess ist das Auktionshaus nur mittelbar beteiligt, jedoch leitet es die Produktinformationen an den Bieter weiter und koordiniert die Geschäftsbeziehung zwischen den Vertragspartnern. Das kann als Produktionsprozess beschrieben werden. Unterstützt wird das Auktionshaus hierbei von einer IT-Plattform. Neben der Koordinationsleistung sammelt das Auktionshaus Informationen, welche es der Organisationseinheit Werbevermarkter zur Verfügung stellt, welche wiederum diese Information zur zielgruppenspezifischen Werbung nutzt. Durch die Werbung werden weitere Geschäfte ermöglicht, was die Darstellung der Netzeffekte aufzeigen soll (vgl. Deelmann 2007, S. 161).
Im Bezug zu Web 2.0 kann hier als Onlineauktionshaus „eBay“ genannt werden. Auch bei eBay findet man die oben genannten Merkmale von Web 2.0: So können sich Anbieter professionell präsentieren und werden nach Ende des Geschäftsprozesses vom Bieter bewertet und anders herum. Des Weiteren findet man bei eBay Produkte, welche Bieter bei keinem anderen Anbieter finden, so dass hier die Nutzer voneinander partizipieren (ein Ansatz von Web 2.0 (vgl. Alby 2008, S. 161)).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Internet-Geschäftsmodellen im Web 2.0 und definiert die Forschungsziele der Arbeit.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Web 2.0 und Geschäftsmodell definiert sowie der Nutzen und die Anforderungen an deren grafische Visualisierung erläutert.
3 Modellierung- und Visualisierungsmethoden: Dieser Hauptteil analysiert und vergleicht die Ansätze von Deelmann und Wirtz anhand konkreter Beispiele wie StudiVZ und Onlineauktionshäusern.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit flexibler Geschäftsmodellierung in zukünftigen Internet-Märkten.
Schlüsselwörter
Internet Geschäftsmodelle, Web 2.0, Modellierung, Visualisierung, Geschäftsmodelltypologie, 4C-Net-Business-Model, Deelmann, Wirtz, grafische Notation, Onlineauktionshaus, StudiVZ, Semiotik, Wertschöpfungsarchitektur, Netzeffekte, Prozessvisualisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Modellierung und grafische Visualisierung von Internet-Geschäftsmodellen, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungen durch das Web 2.0.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die begriffliche Definition von Geschäftsmodellen, die Bedeutung von Web 2.0 für diese Modelle sowie einen detaillierten Vergleich verschiedener grafischer Notationsmethoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist der Vergleich zweier spezifischer Ansätze (Deelmann und Wirtz) zur Modellierung von Web-2.0-Geschäftsmodellen, um deren Eignung und Vor- bzw. Nachteile aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie den vergleichenden methodischen Ansatz, um theoretische Konzepte der Geschäftsmodellierung auf praktische Anwendungsbeispiele zu übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Ansätze von Deelmann (basierend auf der Semiotik) und Wirtz (basierend auf einer Typologie) inklusive ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile sowie Zielgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Internet Geschäftsmodelle, Web 2.0, Visualisierungsmethoden, Modellierung, grafische Notation, Deelmann, Wirtz und Netzeffekte.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Deelmann von dem von Wirtz?
Deelmann stützt sich auf die Semiotik und die Zeichentheorie zur Entwicklung einer Modellierungssprache, während Wirtz eine strukturierte Geschäftsmodelltypologie (4C-Net-Business-Model) nutzt.
Welche Rolle spielt das Web 2.0 in der Modellierung?
Web 2.0 erfordert aufgrund der aktiven Nutzerpartizipation und Vernetzung neue Ansätze, um diese komplexen Interaktionsprozesse visuell in Geschäftsmodellen darzustellen.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Buddecke (Autor:in), 2010, Modellierung und Visualisierung von Internet-Geschäftsmodellen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165722