Diese Arbeit soll den metaphorischen Grundcharakter der Sprachen des Okzident aufzeigen. Dabei ist der Ausgangspunkt bei Nietzsche zu finden, der meint, dass alle Begriffe nur verhärtete Metaphern sind. Dieser Grundcharakter (bswp. das Farbtöne als "warm" wahr genommen werden, oder dass das physikalische Phänomen des Lichts in seiner Struktur wellenartig sei) ist für Nietzsche ein Unbewusster. Für Nietzsche sowie einige andere (Sprach)-Philosophen transportieren Metaphern sprachliche Figuren in einen Organisationsraum, um einer Sprachnot auszuweichen. Oder wie könnte man Musiktöne noch beschreiben und somit "sichtbar" machen, ohne auf die metaphorischen Begriffe von "hoch und niedrig" zurückzugreifen? Durch solch eine Beschreibung wird es dem Menschen möglich Dinge zu sagen (und vorallem zu denken), wo vorher Sprachnot galt.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Metaphorik aus sprachphilosophischer Sicht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Metaphorik innerhalb der Sprachphilosophie und analysiert, wie Metaphern als Werkzeuge zur Strukturierung von Denk- und Sprachräumen fungieren. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, aus welchen Gründen Metaphern eingesetzt werden, welche Prozesse ihre Akzeptanz und ihr Gelingen bestimmen und wie sie zur Etablierung wissenschaftlicher sowie alltäglicher Wissenssysteme beitragen.
- Sprachphilosophische Bedeutung von Metaphern
- Die didaktische und strukturierende Funktion von Metaphorik
- Der Prozess der Erstarrung und Verblassung von Metaphern
- Metapherngebrauch in den Wissenschaften und im Alltag
- Kriterien für das Gelingen und die Akzeptanz metaphorischer Begriffe
Auszug aus dem Buch
Die Metaphorik aus sprachphilosophischer Sicht
Dieser kurze Aufsatz versucht darzulegen, weshalb die Metaphorik innerhalb der Sprachphilosophie eine so starke Gewichtung hat. Die Metaphorik gilt wohl den meisten nur als ein geeignetes Werkzeug der Poetik, um die Gedanken des Dichters besser zu verdeutlichen, bzw. seine abstrakten Gedanken in einem schlüssigen Bild darzustellen. Eine solche Ansicht würde die Metaphorik lediglich auf eine didaktische Funktion reduzieren. Eine Veranschaulichung dieser didaktischen Funktion kann in einer Analogie zu dem Film „Forrest Gump“ geknüpft werden. Dem modernen Simplicius Simplicissimus Forrest Gump wird auf eine fürsorgliche Art erklärt, dass das Leben wie eine Schachtel Pralinen sei, da man nie weiß, was man bekommt.
Aus diesem kurzen Stück Filmgeschichte, wird die didaktische Funktion einer Metapher verdeutlicht. Doch darüber hinaus gibt es viel mehr über die Metaphorik zu sagen. Wie bereits oben erwähnt, bildet sie ein schweres Gewicht innerhalb der Sprachphilosophie. Um diese Gewichtung zu verdeutlichen, stellt dieser Aufsatz drei grundlegende Fragestellungen zur Metaphorik. Zunächst wird nach dem Grund gesucht für einen Metapherneinsatz (Stichwort Sprachnot). Darauf folgend wird der Frage nachgegangen, was letztendlich passiert, wenn eine Metapher gebraucht wird (Stichwort Denk- und Sprachräume)? Und zu guter letzt stellt sich die Frage, wie Metaphern einen Eingang in unseren Sprachgebrauch finden (Stichwort: Gelingen, Akzeptanz, Durchsetzen).
Zusammenfassung der Kapitel
Die Metaphorik aus sprachphilosophischer Sicht: Der Text beleuchtet die tiefgreifende Bedeutung von Metaphern über ihre rein didaktische Funktion hinaus und untersucht deren Rolle bei der Erschließung neuer Denk- und Sprachräume unter Einbeziehung philosophischer Ansätze von Nietzsche, Goodman und Davidson.
Schlüsselwörter
Metaphorik, Sprachphilosophie, Sprachnot, Denkräume, Sprachräume, Donald Davidson, Nelson Goodman, Friedrich Nietzsche, Paradigmenwechsel, Alltagsmetaphern, Wissenschaft, Akzeptanz, Wahrheit, Symboltheorie, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die philosophische Relevanz von Metaphern und argumentiert, dass diese weit mehr als bloße rhetorische Schmuckmittel sind, da sie grundlegende Ordnungsstrukturen in Denken und Sprache schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Entstehung von Metaphern aus Sprachnot, ihre strukturierende Wirkung in Wissenschaft und Alltag sowie die Mechanismen, die zu ihrer Akzeptanz oder ihrem „Sterben“ führen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Gewicht der Metaphorik in der Sprachphilosophie aufzuzeigen und zu klären, warum Menschen Metaphern bilden, wie diese neue Wissenssysteme organisieren und wie sie als „Wahrheiten“ in einer Gesellschaft kanonisiert werden.
Welche philosophischen Ansätze werden zur Methodik verwendet?
Es werden die theoretischen Konzepte von Friedrich Nietzsche (zur Erstarrung von Metaphern), Nelson Goodman (zur Analyse von Alltagsmetaphern) und Donald Davidson (zum Wahrheitsgehalt metaphorischer Aussagen) genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Beispiele aus Film, Musik, Physik und Wirtschaft, um die Funktion von Metaphern als Werkzeuge zur Strukturierung komplexer Systeme und zur Erschließung neuer Erkenntnisräume darzulegen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Metaphorik, Sprachnot, paradigmatische Wirkung, Denk- und Sprachräume sowie der Prozess der Metaphernerstarrung zu festen Wahrheiten.
Wie unterscheidet der Autor zwischen poetischen und alltäglichen Metaphern?
Der Autor folgt hierbei Nelson Goodman, der poetische Metaphern als Spezialfälle mit hoher Komplexität betrachtet, während alltägliche Metaphern aufgrund ihrer besseren Zugänglichkeit und Verbreitung analysiert werden.
Warum wird das Beispiel des „Wirtschaftswachstums“ angeführt?
Es verdeutlicht, wie Metaphern unbewusst emotionale Bewertungsräume aktivieren und durch die Kopplung an biologische Wachstumsprozesse den Charakter eines „Naturgesetzes“ annehmen können.
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- Sebastian Schneider (Author), 2009, Die Metaphorik aus sprachphilosophischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165681