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"Naming and Necessity" von Saul A. Kripkes. Eine bedeutende Wende in der Theorie der Eigennamen

Titel: "Naming and Necessity" von Saul A. Kripkes. Eine bedeutende Wende in der Theorie der Eigennamen

Essay , 2005 , 8 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thomas Wörther (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine bedeutende Wende in der Theorie der Eigennamen wurde durch Saul A. Kripkes 1972 erschienene Vorträge "Naming and Necessity" eingeleitet. Hierin verwirft er die gesamte bisherige Eigennamentheorie der analytischen Philosophie.
Für Kripke stehen Eigennamen zwar für einen Gegenstand, sie haben aber, wie schon zuvor bei Mill, keine Bedeutung. Kripkes Kritik richtet sich somit in erster Linie gegen die Beschreibungs- und Bündeltheorie. Darin wird behauptet, daß der Träger eines Eigennamens derjenige Gegenstand ist, der als einziger die Beschreibungen oder die Mehrzahl aus einem Bündel von Beschreibungen erfüllt, die wir mit dem Namen verbinden.

Kripke entwickelt dagegen folgendes Bild: Würde jemand, der mit dem Namen "Kolumbus" "der Entdecker Amerikas" verbindet, erfahren, daß ein Normanne Amerika Jahre früher entdeckt hat, den Namen "Kolumbus" fortan auf diesen Normannen übertragen? Sicherlich nicht. Kripke zeigt damit, daß der Gegenstand Träger des Namens bleibt, selbst wenn alle seine Beschreibungen falsch sind. Folglich können die Beschreibungen nicht die Bedeutung eines Eigennamens ausmachen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Kripke

Kritiker

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich kritisch mit der Theorie der Eigennamen von Saul A. Kripke auseinander und untersucht die Positionen verschiedener Kritiker, die alternative Ansätze zur Beschreibung der Bedeutung und Referenz von Eigennamen vorschlagen.

  • Kripkes kausale Theorie der Eigennamen und die Kritik an der Beschreibungstheorie
  • Die Positionen von Dummett, Reinhardt und Searle als Verteidiger modifizierter klassischer Ansätze
  • Die Synthese-Ansätze von Evans, Burkhardt und Wolf
  • Die Problematik der Referenzfestlegung und der Rolle sortaler Prädikate

Auszug aus dem Buch

Kripke

Eine bedeutende Wende in der Theorie der Eigennamen wurde durch Saul A. Kripkes 1972 erschienene Vorträge "Naming and Necessity" eingeleitet. Hierin verwirft er die gesamte bisherige Eigennamentheorie der analytischen Philosophie.

Für Kripke stehen Eigennamen zwar für einen Gegenstand, sie haben aber, wie schon zuvor bei Mill, keine Bedeutung. Kripkes Kritik richtet sich somit in erster Linie gegen die Beschreibungs- und Bündeltheorie. Darin wird behauptet, daß der Träger eines Eigennamens derjenige Gegenstand ist, der als einziger die Beschreibungen oder die Mehrzahl aus einem Bündel von Beschreibungen erfüllt, die wir mit dem Namen verbinden. Kripke entwickelt dagegen folgendes Bild: Würde jemand, der mit dem Namen "Kolumbus" "der Entdecker Amerikas" verbindet, erfahren, daß ein Normanne Amerika Jahre früher entdeckt hat, den Namen "Kolumbus" fortan auf diesen Normannen übertragen? Sicherlich nicht. Kripke zeigt damit, daß der Gegenstand Träger des Namens bleibt, selbst wenn alle seine Beschreibungen falsch sind. Folglich können die Beschreibungen nicht die Bedeutung eines Eigennamens ausmachen.

Dies zeigt Kripke auch in Überlegungen über kontrafaktische Situationen. Aristoteles wäre weiterhin Aristoteles, auch wenn er nicht der Schüler Platons geworden wäre. Ebenso verhält es sich bei lokalisierenden Beschreibungen. Auch sie gehören nicht zur Bedeutung des Eigennamens, da man Eigennamen sinnvoll verwenden kann, ohne zu wissen, wann der Gegenstand existiert hat. (Allerdings sieht selbst Kripke diesen Punkt mit Vorbehalt.) Eigennamen sind für Kripke starre Bezeichnungsausdrücke, die für denselben Gegenstand in allen möglichen Welten und kontrafaktischen Situationen gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

Kripke: Dieses Kapitel erläutert Kripkes Ablehnung der Bündeltheorie sowie sein Konzept der Eigennamen als starre Bezeichnungsausdrücke, die durch eine kausale Kommunikationskette referieren.

Kritiker: Dieser Abschnitt analysiert verschiedene Gegenpositionen und Modifikationen zu Kripkes Theorie, insbesondere von Autoren wie Dummett, Searle, Evans und Wolf, um die Problematik der Referenzbildung tiefergehend zu beleuchten.

Schlüsselwörter

Kripke, Eigennamen, Referenz, Beschreibungstheorie, Bündeltheorie, kausale Theorie, starre Bezeichnungsausdrücke, Taufakt, sortale Prädikate, Semantik, Intentionalität, Identifizierung, Kontrafaktische Situationen, Sprachphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Debatte über die Bedeutung und Referenz von Eigennamen, ausgehend von Kripkes "Naming and Necessity" bis hin zu verschiedenen kritischen Positionen der Semantik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Streit zwischen der kausalen Namentheorie und der Beschreibungstheorie sowie die Frage, wie ein Eigenname seinen Träger verlässlich identifiziert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Kripkes Thesen zu hinterfragen und die Argumente seiner Kritiker, die versuchen, die Bedeutung von Eigennamen durch zusätzliche Konzepte wie Kennzeichnungen oder Intentionen zu ergänzen, darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der analytischen Philosophie, indem sie theoretische Konzepte der Referenztheorie vergleicht, deren logische Konsistenz prüft und anhand von Gegenbeispielen diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Kripkes Kausaltheorie und danach die Theorien von Dummett, Reinhardt, Kuzminski, Searle, Evans, Burkhardt und Wolf detailliert besprochen und bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Referenz, starre Bezeichnungsausdrücke, Kausalkette, Beschreibungstheorie und sortale Prädikate charakterisiert.

Inwiefern kritisiert die Arbeit Kripkes Konzept der Referenz?

Die Autorin/der Autor merkt kritisch an, dass Kripke den Referenzbegriff selbst nicht erklärt, sondern als irreduzibel voraussetzt, was die Verifizierbarkeit des Namensbezugs in der Praxis erschwert.

Was bemängelt die Arbeit an Searles Theorie der Intentionalität?

Die Theorie wird als problematisch eingestuft, da sie zu subjektiv sei und den Rahmen der klassischen Semantik sprengt, indem sie psychologische oder neurobiologische Aspekte notwendig macht.

Wie bewertet der Autor die Rolle des sortalen Prädikats?

Während der Autor das sortale Prädikat für die Taufsituation als weniger relevant erachtet, hält er es für die spätere Identifizierung und Reidentifizierung eines Gegenstandes für absolut unverzichtbar.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Naming and Necessity" von Saul A. Kripkes. Eine bedeutende Wende in der Theorie der Eigennamen
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Philosophie)
Veranstaltung
Seminar Eigennamen
Note
2,0
Autor
Thomas Wörther (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
8
Katalognummer
V165564
ISBN (eBook)
9783668320611
ISBN (Buch)
9783668320628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eigennamentheorie Kripke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Wörther (Autor:in), 2005, "Naming and Necessity" von Saul A. Kripkes. Eine bedeutende Wende in der Theorie der Eigennamen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165564
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Leseprobe aus  8  Seiten
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