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Der göttliche Held mit dem Rücken zur Kirche - Don Fernandos Rolle in einer unerträglichen Welt

Title: Der göttliche Held mit dem Rücken zur Kirche - Don Fernandos Rolle in einer unerträglichen Welt

Term Paper , 2009 , 19 Pages

Autor:in: Dennis Depta (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

[...]Die zwei männlichen Protagonisten stehen im gleichen Konflikt mit der anthropogenen Umgebung. Sowohl Jeronimo als auch Fernando sind sinnsuchende Menschen in einer sinnverweigernden Welt. Die Idealgesellschaft, die sie zusammen vor der Stadt gründen, existiert zuvor bereits ungeahnt in ihrem menschlichen Geist. Brutalen Machtkonstrukten kehren sie intuitiv den Rücken. Während Jeronimo als Ausgestoßener der Gesellschaft keine andere Wahl hat, zeichnet der Autor mithilfe Fernandos den mündigen, aufgeklärten Gutmenschen, der sich einer Idee verschreibt.
Beide avancieren auf ihre Art zu Söhnen Gottes, indem sie, vom Gott des Erbarmens geleitet, den Scheincharakter der Gesellschaft – wenn auch für Constanze, Joseph, Juan und Jeronimo selbst zu spät – durchbrechen. Für einen kurzen Augenblick erkannten sie die göttliche Wahrheit, um sie vor der fehlgeleiteten Masse im Dom postulieren zu können. Dabei ignoriert Fernando jedoch die bösen Vorausdeutungen, die ihm seine Schwägerin Donna Elisabeth auf Geheiß Donna Elvires in sein Ohr flüstert. Auf naive, nicht übermenschliche Art und Weise führt er die Gruppe so in den Tod.
Obwohl er das Grauen auf sie zukommen sieht, schaut er bewusst weg, um eine scheiternde Utopie aufrecht zu erhalten. „[E]r wolle eher umkommen, als zugeben, daß seiner Gesellschaft etwas zu Leide geschehe[…]“ wirft er der tobenden Menge an den Kopf, als alle Hoffnung für Josephe und Jeronimo bereits verloren scheint. Ein ums andere Mal versucht er die breite Masse mit seinen Worten und Taten zu erreichen. „Dennoch kommt bei ihnen nach dem Erdbeben der menschliche Geist nicht zum Vorschein.“ Das Schwert bleibt die einzige Antwort Don Fernandos, mit der dieser fanatischen Gemeinschaft beizukommen ist. Nachdem die „[…] prekäre, scheinhafte Idylle, als bloße Als-ob-Konfiguration […] im Schlusstableau in und vor der Kathedrale brutal zerstört wird[…]“ wächst Fernando als letzter Verbliebener zum opfer- und verzichtsbereiten Krieger heran. [...] Der Gedanke einer familiären Gesellschaft, die sich zum rechten Zeitpunkt irgendwann bilden könnte, wird durch Fernando und sein Adoptivkind vom Erzähler aufrecht erhalten und bietet das letzte Fünkchen Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Offenbarung einer gottlosen Kirche

3. Die Verkörperung des Göttlichen

4. Religion als Kulisse

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Charakters Don Fernando in Heinrich von Kleists Erzählung "Das Erdbeben in Chili". Dabei wird analysiert, wie Kleist durch die Figur des Don Fernando als "göttlichen Helden" ein Spannungsfeld zwischen religiöser Institution, menschlichem Leid und moralischer Utopie entwirft und ob Fernando tatsächlich eine göttliche Stellung innerhalb der Erzählung einnimmt.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Kirche als gesellschaftliche Instanz.
  • Analyse der Paradoxie des "göttlichen Helden" in einer gottlosen Welt.
  • Die Darstellung von Menschlichkeit und Mitgefühl als Gegenentwurf zu fanatischen Machtstrukturen.
  • Untersuchung der Theodizee-Debatte als literarische Folie innerhalb der Erzählung.
  • Die Bedeutung von Zufall und menschlicher Konstruktion in existenziellen Krisensituationen.

Auszug aus dem Buch

Die Verkörperung des Göttlichen

Don Fernando, dieser göttliche Held, stand jetzt, den Rücken an die Kirche gelehnt […].

Dieses gewichtige Paradoxon ist nun nach längerem Erörtern über die Rolle der Kirche in der Erzählung aufgelöst. Das Adjektiv göttlich steht hier bewusst antithetisch zu dem Substantiv Kirche, das in der Erzählung jeden religiös konnotierten Charakter verloren hat. Fragwürdig bleibt jedoch, ob Fernando aus Überlebensinstinkten als Gegenpol zur fanatischen Kirchengemeinde agiert oder ob er wirklich als göttlicher Charakter erscheint.

Dass der tapfere spanische Edelmann in der Erzählung Das Erdbeben in Chili die Stellung eines Ausnahmecharakters im Handlungsverlauf annimmt, ist leicht ersichtlich. Nicht grundlos avanciert er nach dem Tod des befreundeten Paares zum göttlichen Helden. Zuvor wird etwa in der Mitte der Erzählung als aufgeklärter Hoffnungsträger vom Erzähler eingeführt.

Als „[…] junger wohlgekleideter Mann, mit einem Kinde auf dem Arm […]“ fragt er Josephe auf tugendhaft bescheidene Weise, ob sie seinen Sohn stillen könne. Seine Frau sei durch Verwundungen dazu gegenwärtig nicht in der Lage. Josephe- verwirrt, da sie in ihm einen Bekannten erkennt - kann nicht glauben, dass man sie um einen Gefallen bittet. Hat er etwa vergessen, dass sie als gottlose Sünderin nur glücklich ihrem Todesurteil entgangen ist?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Problemstellung der Erzählung ein und stellt die Frage, wie Don Fernando trotz seiner Abkehr von der Kirche als "göttlich" tituliert werden kann.

Die Offenbarung einer gottlosen Kirche: Dieses Kapitel analysiert die Rolle der Kirche im 17. Jahrhundert sowie deren Versagen als moralische Instanz während und nach der Naturkatastrophe.

Die Verkörperung des Göttlichen: Hier wird der Charakter Don Fernando als Gegenentwurf zur fanatischen Masse untersucht und hinterfragt, inwieweit er tatsächlich göttliche Qualitäten besitzt.

Religion als Kulisse: Das Kapitel betrachtet die Theodizee-Debatte des 18. Jahrhunderts und zeigt auf, dass Religion in Kleists Werk primär als Kulisse dient, in der menschliches Handeln dem Zufall unterworfen ist.

Schluss: Der Schluss resümiert, dass Fernando trotz seiner heldenhaften Züge ein fehlbarer Mensch bleibt und dass nicht Gott, sondern die menschliche Moral das eigentliche Zentrum der Erzählung bildet.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Das Erdbeben in Chili, Don Fernando, Theodizee, Kirche, Gott, Menschlichkeit, Gesellschaftskritik, Moral, Katastrophe, Literaturanalyse, Sinnkonstruktion, Gutmensch, Fanatismus, Utopie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die moralische Dimension und die Charakterdarstellung von Don Fernando in Heinrich von Kleists "Das Erdbeben in Chili" unter dem Aspekt seiner göttlichen Attribuierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Spannungsfeld zwischen kirchlicher Macht, menschlichem Leid, der Suche nach Sinn in Krisenzeiten und der Abgrenzung zwischen Menschlichkeit und religiösem Fanatismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob Don Fernando als "göttlicher Held" eine moralische Ausnahmeerscheinung darstellt oder lediglich ein menschlicher Gegenentwurf zu einer korrumpierten Gesellschaftsordnung ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text eng am Werk auslegt und mit zeitgenössischen philosophischen Diskursen (wie der Theodizee-Debatte) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kirchenkritischen Darstellung, die Untersuchung von Don Fernandos Rolle als Ausnahmecharakter sowie die Dekonstruktion der Rolle der Religion als reine Kulisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Kleists "Erdbeben in Chili", die Figur Don Fernando, Theodizee, gesellschaftliche Sinnkonstruktion und die Dialektik von Menschlichkeit und Unmenschlichkeit.

Inwiefern beeinflusst der Mord an seinem Sohn Juan Fernandos Charakterisierung?

Der Mord führt dazu, dass Fernandos Ideale ins Wanken geraten und er selbst an der Grenze zwischen Gut und Böse sowie Realität und Utopie zu zweifeln beginnt, was ihn menschlicher und verletzlicher erscheinen lässt.

Warum dient die Religion laut der Arbeit nur als Kulisse?

Die Arbeit argumentiert, dass das Geschehen im Werk weitgehend vom Zufall bestimmt wird und die Religion von den Figuren lediglich als Deutungsinstrument zur Sinnkonstruktion in einer chaotischen Welt genutzt wird.

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Details

Title
Der göttliche Held mit dem Rücken zur Kirche - Don Fernandos Rolle in einer unerträglichen Welt
College
Free University of Berlin
Author
Dennis Depta (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V165436
ISBN (eBook)
9783640810451
ISBN (Book)
9783640810529
Language
German
Tags
Berlin Dennis Depta Klausnitzer Literatur Hausarbeit Das Erdbeben in Chili Erzählung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Depta (Author), 2009, Der göttliche Held mit dem Rücken zur Kirche - Don Fernandos Rolle in einer unerträglichen Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165436
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