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Das zweisprachige Schulwesen in Kärnten im Spiegel der gesellschaftspolitischen Entwicklung

Titel: Das zweisprachige Schulwesen in Kärnten im Spiegel der gesellschaftspolitischen Entwicklung

Seminararbeit , 2006 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dietmar Innerwinkler (Autor:in)

Didaktik - Politik, politische Bildung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklung des gemischtsprachigen Schulwesens in Kärnten von
der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bis zur Jetztzeit ist geprägt
von einem wesentlichen Kontinuum: die Bestimmungen waren zumeist
minderheitenfeindlich. Nur in wenigen Zeiträumen kann man eine echte
Förderung der Minderheit feststellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Geschichte der Kärntner Slowenen

3. Das habsburgische Österreich

4. Die Erste Republik und der Ständestaat

5. Die nationalsozialistische Herrschaft

6. Die Zweite Republik

6.1. Phase der Gewährung (1945 – 1955)

6.2. Phase der Verhinderungspolitik (1955 – 1972)

6.3. Phase der restriktiven Politik (1972 – 1988)

6.4. Phase der Dialogpolitik (1988 – 1994)

6.5. Phase der Ignoranzpolitik (nach 1994)

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der historischen Entwicklung des zweisprachigen Schulwesens in Kärnten als Spiegelbild der gesellschaftspolitischen Behandlung der slowenischen Minderheit über einen Zeitraum von 150 Jahren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie sich Staat und Gesellschaft gegenüber den Schulen für die Kärntner Slowenen verhalten haben und welche Rückschlüsse dies auf das jeweilige Minderheitenverständnis zulässt.

  • Historische Genese und Entwicklung der slowenischen Volksgruppe in Kärnten.
  • Einfluss politischer Systeme (Monarchie, Erste/Zweite Republik, Nationalsozialismus) auf die Bildungssituation.
  • Die utraquistische Schule als Instrument der Assimilation versus Identitätsförderung.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen wie der Staatsvertrag von 1955 und dessen gesellschaftspolitische Umsetzung.
  • Der Konflikt zwischen gesellschaftlicher Mehrheit und Minderheit in Bildungs- und Sprachenfragen.

Auszug aus dem Buch

3. Das habsburgische Österreich

Im Jahre 1774 wurde die Allgemeine Schulpflicht in Österreich eingeführt und die Schulen aus der kirchlichen in die staatliche Kontrolle übertragen. Allerdings gab es in den einzelnen Kronländern sehr unterschiedliche Bestimmungen, von einer Schulpflicht im Allgemeinen war nicht die Rede.

Eine Veränderung gab es bereits für die Zeit zwischen 1804 bis 1869. „Im Jahre 1804 wurde die Aufsicht über die Schulen wieder den kirchlichen Behörden übertragen. (...) Weil die Geistlichkeit in den Jahren 1804 bis 1869 auch im damals fast noch geschlossenen slowenischsprachigen Südkärnten den entscheidenden Einfluss hatte, waren die Schulverhältnisse für die Slowenen in Kärnten in sprachlicher Hinsicht nicht ungünstig. Von 1851 bis 1858 war der slowenische Priester Simon Rudmaš Landesschulinspektor für Kärnten. Damals gab es im Kronland Kärnten 216 deutsche, 15 slowenische und 67 slowenisch-deutsche Schulen. Dazu kamen noch 34 deutsche evangelische Trivialschulen.“ (Kukovica, S 20 f) Hier zeigt sich das Bestreben der liberalen Phase der Politik des Unterrichtswesen in Österreich, „in dem es primär den Unterricht in der Muttersprache betonte, die Erlernung einer zweiten Sprache aber der Vorsorge der Gemeinden überließ“ (Haas, S 15)

Durch die Ereignisse 1866/67 kam es jedoch zu einer wesentlichen Veränderung. Das Reichsvolksschulgesetz von 1869 verfügte, dass über den Unterricht in der zweiten Landessprache die Landesschulbehörde nach Anhören der Schulerhalter zu entscheiden habe. Daraufhin wurden in Kärnten die utraquistischen Schulen eingerichtet. „Der Utraquismus besteht darin, dass an einer konkreten Schule einige Unterrichtsgegenstände ohne Rücksicht auf den Sprachunterricht in der einen, einige andere wieder in der anderen Sprache unterrichtet werden, indem die Unterrichtssprache für denselben Gegenstand in einzelnen Sprachen (sic!) verschieden ist.“ (Nečak, S 57)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schulsystems als Indikator für den gesellschaftlichen Umgang mit Minderheiten und steckt den zeitlichen Rahmen der Untersuchung ab.

2. Zur Geschichte der Kärntner Slowenen: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der slowenischen Volksgruppe von der slawischen Besiedlung über das Fürstentum Karantanien bis hin zum Aufkommen des Nationalitätenstreits in der Donaumonarchie.

3. Das habsburgische Österreich: Hier wird der Wandel von der kirchlichen zur staatlichen Aufsicht sowie die Einführung der utraquistischen Schulen nach dem Reichsvolksschulgesetz von 1869 analysiert.

4. Die Erste Republik und der Ständestaat: Das Kapitel behandelt die Auswirkungen der Volksabstimmung 1920, die Instrumentalisierung des „Windischen“-Begriffs und die zunehmende deutschnationale Prägung der Schulpolitik.

5. Die nationalsozialistische Herrschaft: Der Fokus liegt auf der gewaltsamen Unterdrückung der slowenischen Sprache, der Vertreibung von Eliten und der Rolle der Partisanenbewegung als Widerstand gegen die NS-Diktatur.

6. Die Zweite Republik: Diese Untersuchung der Nachkriegsgeschichte unterteilt die Minderheitenpolitik in fünf Phasen, von der anfänglichen Gewährungsphase bis hin zur Ära der Ignoranzpolitik nach 1994.

7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Erkenntnisse über das Kontinuum der meist minderheitenfeindlichen Schulpolitik in Kärnten über die untersuchten Epochen hinweg.

Schlüsselwörter

Kärntner Slowenen, Minderheitenpolitik, zweisprachiges Schulwesen, utraquistische Schulen, Assimilation, Volksabstimmung 1920, Nationalsozialismus, Kärntner Heimatdienst, Staatsvertrag 1955, Ortstafelkonflikt, Pädagogenmodell, Identität, Volksgruppenrecht, Kärnten, Bildungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die wechselhafte Geschichte des zweisprachigen Schulwesens in Kärnten als Spiegelbild der politischen und gesellschaftlichen Einstellung gegenüber den dort ansässigen Slowenen über die letzten 150 Jahre.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Bildungsgeschichte der slowenischen Minderheit, die Auswirkungen staatlicher Gesetzgebung auf den Sprachunterricht und die soziopolitische Instrumentalisierung von Schulmodellen in verschiedenen historischen Epochen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Schulsystem als Generator und Ergebnis historischer Prozesse fungiert und inwieweit die Einbindung der Minderheit in das Bildungswesen als Indikator für demokratische Verhältnisse und gesellschaftliche Toleranz dient.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-politologischen Analyse, die Fachliteratur, historische Dokumente, Gesetzestexte und Berichte über die Minderheitenpolitik auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der Monarchie bis in die Gegenwart der Zweiten Republik und beleuchtet detailliert Phasen der Förderung, der Verhinderungspolitik, der restriktiven Behandlung sowie der Dialog- und Ignoranzpolitik.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wesentliche Begriffe sind Kärntner Slowenen, zweisprachiges Schulwesen, Assimilation, utraquistische Schule, Staatsvertrag von 1955 und das sogenannte Pädagogenmodell.

Welche Bedeutung hatte das Reichsvolksschulgesetz von 1869 für die Slowenen in Kärnten?

Das Gesetz führte zur Einrichtung utraquistischer Schulen, die theoretisch den Unterricht in beiden Landessprachen vorsehen sollten, in der Praxis jedoch oft als Instrument zur raschen Hinleitung zur deutschen Sprache genutzt wurden.

Inwiefern hat der Kärntner Heimatdienst (KHD) die Minderheitenpolitik beeinflusst?

Der KHD sammelte seit seiner Konstituierung 1957 Interessen von minderheitenfeindlichen Kreisen, übte massiven Druck gegen den verpflichtenden Slowenischunterricht aus und war maßgeblich an der Polarisierung im Ortstafelkonflikt beteiligt.

Was unterscheidet das „Pädagogenmodell“ von vorherigen Schulmodellen?

Das Pädagogenmodell entstand 1988 als Kompromiss, der einen Assistenzlehrer für den gemischtsprachigen Unterricht in Volksschulen vorsieht und den Slowenischunterricht als Freigegenstand ermöglicht, was zu einer Stabilisierung und teilweisen Verbesserung der Anmeldezahlen führte.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das zweisprachige Schulwesen in Kärnten im Spiegel der gesellschaftspolitischen Entwicklung
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung  (Politische Kommunikation)
Note
1,0
Autor
Dietmar Innerwinkler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V165384
ISBN (Buch)
9783640810048
ISBN (eBook)
9783640810321
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule Minderheiten Slowenisch Sprache Kärntnen Lehrplan Österreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dietmar Innerwinkler (Autor:in), 2006, Das zweisprachige Schulwesen in Kärnten im Spiegel der gesellschaftspolitischen Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165384
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Leseprobe aus  25  Seiten
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