Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung befasst sich mit dem Thema
„oral history“. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt zunächst in der
Entstehungsgeschichte des oral history, wobei anschließend die
Voraussetzungen für ein oral history geführtes Interview erklärt werden.
Das Interview selbst, auch Erinnerungsinterview genannt, dient als Einleitung zum Thema, welches vom zweiten Referenten behandelt wird. Dort liegt der thematische Schwerpunkt auf den methodischen und didaktischen Vorgehens- und Auswertungsweisen solcher Interviewtexte. Auch werden die Problemfelder und die Anwendbarkeit jener Texte kritisch untersucht und beleuchtet. Zum Schluss erfolgt ein kurzes Fazit zur Gesamtthematik.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Hauptteil: oral history
a) Entstehung und Nutzung der oral history
b) Das Interview
c) Interviewtexte
(1) Lesbarkeit
(2) Vorgehensweise
(3) Auswertung
(4) Funktionalität
(5) Problematik
(6) Praktischer Gebrauch
3) Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Methode der "oral history" als wissenschaftliches Instrument der Geschichtswissenschaft zu erläutern und deren Anwendung, insbesondere im Bereich von Interviews, kritisch zu beleuchten. Dabei wird untersucht, wie mündliche Überlieferungen als historische Quellen erschlossen, ausgewertet und für ein tieferes Verständnis vergangener Ereignisse genutzt werden können.
- Entstehungsgeschichte und theoretische Grundlagen der oral history
- Methodische Vorgehensweise bei der Durchführung von Erinnerungsinterviews
- Systematische Analyse und Auswertung von Interviewtexten
- Didaktische Anwendbarkeit und Problematik in der historischen Arbeit
Auszug aus dem Buch
b) Das Interview
Zu Beginn der oral history wird ein gemeinsames Erinnerungsinterview produziert. Der Interviewer regt durch Fragen und Impulse den Befragten zu Erzählungen über seine persönlichen Erinnerungen an. Dabei ist auch die Haltung des Interviewers enorm wichtig: Dieser schreibt ständig mit und sollte Interesse an dem Erzählten bekunden, damit die befragte Person zu weiteren Erzählungen motiviert wird. An dieser Stelle sollten ergänzende Alternativen wie Video- und Tonbandaufzeichnungen erwähnt werden. Diese könnten jedoch die interviewte Person nervös werden lassen, da diese sich eventuell beobachtet fühlen könnte und nicht „aus sich heraus geht“.
Es lassen sich zwei Arten von Interviews unterscheiden: „Das thematische Interview, bei dem der Befragte zu einem ganz bestimmten Sachverhalt , sei es ein Ereignis oder ein Stück Alltagswelt oder eine begrenzte biographische Erfahrung, Auskunft gibt,(zweitens gibt es) das biographische Interview, bei Dem die ganze Lebensgeschichte in den Zusammenhang einer Epoche, historische Brüche und Kontinuitäten gestellt werden soll.“, (Zitat nach Dorothee Wierling, S. 237)
Bei allen Interviews handelt es sich um offen und narrativ gehaltene Interviews, damit die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, das der Befragte einen so genannten „Kontrollverlust“ erfährt und so in seinen Erzählungen versinkt und mehr erzählt als er sich vorgenommen hatte. Bei der Gesprächsführung gilt es, dass der Interviewer sich hauptsächlich aus den Erzählungen raus hält. Dennoch sollte er nie seine erhoffte Information aus dem Interview außer Acht lassen. Zum Schluss kann er hierbei verstärkt durch gezielte Fragen eingreifen.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die Entstehungsgeschichte der oral history zu beleuchten und deren methodische sowie didaktische Anwendungsmöglichkeiten zu untersuchen.
2) Hauptteil: oral history: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der oral history in den USA, die Durchführung von Interviews sowie die systematische Analyse von Interviewtexten inklusive ihrer Probleme und Einsatzgebiete.
3) Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die oral history eine anerkannte wissenschaftliche Methode ist, deren Validität jedoch durch die Befragung mehrerer Personen zur gleichen Thematik sichergestellt werden muss.
Schlüsselwörter
oral history, Geschichtswissenschaft, Zeitzeugen, Erinnerungsinterview, biographisches Interview, mündliche Quellen, historische Forschung, Sozialgeschichte, Interviewtexte, Quellenkritik, historische Bildung, Narrativität, Zeugnis, Auswertungsmethode, Zeitgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der oral history als Methode der Geschichtswissenschaft, um erlebte Geschichte durch mündliche Berichte zu erforschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der oral history, der Interviewführung, der textlichen Auswertung und den Herausforderungen bei der Arbeit mit Zeitzeugen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Relevanz von mündlichen Überlieferungen aufzuzeigen und die methodische Strenge bei deren Erhebung und Auswertung zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die qualitative Methode des narrativen Erinnerungsinterviews und die anschließende systematische Analyse dieser Texte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entstehung, die Durchführung von Interviews, die Analyse von Transkripten sowie die didaktische und kritische Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind oral history, Zeitzeugen, Quellenkritik, biographisches Interview und historische Forschung.
Warum spielt die Haltung des Interviewers eine so große Rolle?
Der Interviewer fungiert als Katalysator; durch sein gezeigtes Interesse und seine Zurückhaltung ermöglicht er erst den Erzählfluss, der für die Gewinnung authentischer Informationen notwendig ist.
Wie unterscheidet sich das thematische vom biographischen Interview?
Das thematische Interview konzentriert sich auf einen spezifischen Sachverhalt, während das biographische Interview die gesamte Lebensgeschichte in einen historischen Kontext einbettet.
Warum wird die oral history oft als "kreisend" bezeichnet?
Dies beschreibt die methodische Vorgehensweise, bei der der Interviewer immer wieder auf zentrale Themen zurückkommt, um ein umfassendes Gesamtbild zu erhalten.
Welche Rolle spielt die kritische Überprüfung im Fazit?
Das Fazit betont, dass ein einzelnes Interview nicht ausreicht, um Authentizität zu belegen, weshalb die Verifizierung durch mehrere Quellen zwingend erforderlich ist.
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- Boris Meder (Author), 2004, Oral History: Forschung mit Schülern - ein sinnvolles Unterfangen außerhalb der Schule?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165272