aus der Einleitung:
Ein sogenanntes ästhetisches Objekt muss laut Fremdwörterbuch 'stilvoll-schön' bzw. 'geschmackvoll' sein. Die Bild-Zeitung ist jedoch weder das eine, noch das andere. Trotzdem drängte sie sich mir in dem Café förmlich auf, was vermutlich genau daran liegt, dass sie dieser Definition nicht entspricht. Denn durch das unfreiwillige Lesen der Überschriften wurde mir wieder schlagartig bewusst, dass die Bild-Zeitung m. E. weniger auf fundierte und informierende Inhalte setzt, als dass sie durch wohl selektierte und meist überspitzte Themen versucht, die Menschen zu verunsichern und aufzustacheln.
An diesem Punkt schließt sich wiederum der Kreis bezüglich der Ästhetik des Objekts, denn diese Ausgabe der Bild-Zeitung sprach mich nicht nur an, wie es in der Definition des Wortes ästhetisch im Fremdwörterduden steht, die Beschäftigung mit den provokanten Inhalten und dem unfreiwilligen Kopfschütteln darüber verselbständigte sich genau genommen.
Mein Ärger über die überzogene Art der Berichterstattung zeigte mir zwar, dass ich, als erwachsener Mensch, in der Lage war, diese Methode des Auflage-Machens zu durchschauen, die Überschriften und Artikel somit nicht ernst zu nehmen und mir deswegen meine Meinung durch andere Informationen und Erfahrungen bilden würde. Doch was ist mit der Vielzahl an Kindern, die ebenfalls bei diesem Bäcker kaufen und dort, oder in unzähligen anderen Geschäften, ohne Zutun diese Artikel lesen?
Die meisten dieser Kinder haben (noch) nicht das (Welt-)Wissen, mit dem ich dieser Zeitung begegne und haben ebenso wenig die Möglichkeit, sich vor diesem negativen Einfluss zu wehren.
Diese Gedanken, die ich einem ungeplanten Bäckereibesuch verdanke, haben mir den Anstoß gegeben, mich mit dem Schlüsselproblem „Massenmedien und ihre Wirkungen“ auseinanderzusetzen und dabei besonders auf die Fähigkeiten einzugehen, die nötig sind, um in der heutigen Informations- & Kommunikationsgesellschaft kompetent und weitestgehend selbst bestimmt leben zu können...
Inhaltsverzeichnis
1. Mein Erlebnis mit dem ästhetischen Objekt
2. Sachanalyse
2.1. Was ist ein Schlüsselproblem?
2.2. Was sind Massenmedien?
2.3. Das Massenmedium Fernsehen
2.3.1. Die geschichtliche Entwicklung des Fernsehens in der BRD
2.3.2. Die aktuelle Verbreitung von Fernsehgeräten in der BRD
3. Didaktische Analyse
4. Methodischer Vorschlag – „Das Grusel-Projekt“
4.1. Projektverlauf
4.2. Lernziele
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio setzt sich mit dem Schlüsselproblem "Massenmedien und ihre Wirkungen" auseinander, um aufzuzeigen, wie Kinder in der heutigen Informations- und Kommunikationsgesellschaft zur kompetenten und selbstbestimmten Mediennutzung befähigt werden können.
- Wolfgang Klafkis Schlüsselproblemansatz in der Bildung
- Definition und Funktion von Massenmedien
- Historische Entwicklung und Verbreitung des Fernsehens in der BRD
- Pädagogische Relevanz und Auswirkungen des Fernsehkonsums bei Kindern
- Medienerziehung und die Vermittlung von Medienkompetenz
- Entwicklung eines didaktischen Projekts ("Das Grusel-Projekt")
Auszug aus dem Buch
2.3. Das Massenmedium Fernsehen
Das deutsche Wort Fernsehen stammt von dem griechisch-lateinischen Kunstwort „Television“, kurz „TV“.
Vereinfacht besteht der Ablauf beim Fernsehen aus der Aufnahme von Bild und Ton an einem Ort, deren Nachbearbeitung, der Übertragung zu anderen Orten (elektronische Bildzerlegung) und der dortigen Wiedergabe (elekt. Bildzusammensetzung).
Das, was hier so einfach klingt, ist jedoch mit ihren ca. 120 Jahren, auf die Zeit der Menschheitsgeschichte projiziert, eine sehr junge Technik. Bereits im vorletzten Jahrhundert erfand der Deutsche Paul Nipkow den "elektrischen Teleskop" und lies ihn sich 1884 patentieren (siehe Abbildung 2). Obwohl seine Erfindung elektronischer Teleskop somit kaum leistungsfähig, sodass diese Technik erst Jahrzehnte später auch auf elektronische Weise verwirklicht wurde. 1923 erfand W. K. Zworykin die Ikonoskop-Röhre und schuf damit die erste geeignete Basis für ein elektronisches Fernsehgerät. Das heute noch gängigste Bilderzeugungsverfahren basiert jedoch auf der „Braunschen Röhre“, also der Kathodenstrahlröhre, die von Ferdinand Braun um 1897 erfunden, und bis heute vielfach weiterentwickelt wurde.
Das erste elektronische gesendete Fernsehbild realisierte 1926 ein Japaner namens Kenjiro Takayanagi, der dazu eine „Braunsche Röhre“ umgebaut hatte. Allerdings verwendete er wieder ein mechanisches Aufnahmeinstrument, weshalb das erste Fernsehbild, das vollständig elektronisch aufgenommen, gesendet und wiedergegeben wurde, Philo Farnsworth im Jahr 1927 zuzuschreiben ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mein Erlebnis mit dem ästhetischen Objekt: Der Autor beschreibt eine persönliche Beobachtung in einer Bäckerei, die ihn dazu anregte, die Einflüsse von Massenmedien auf Kinder kritisch zu reflektieren.
2. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund von Schlüsselproblemen nach Klafki und analysiert das Fernsehen als zentrales Medium in der heutigen Gesellschaft.
3. Didaktische Analyse: Hier wird die Rolle des Fernsehens im Alltag von Kindern untersucht, einschließlich der Auswirkungen des Konsums auf die Entwicklung und die Notwendigkeit von Medienerziehung.
4. Methodischer Vorschlag – „Das Grusel-Projekt“: Es wird ein konkretes Unterrichtsprojekt vorgestellt, bei dem Kinder durch die Produktion eines eigenen Grusel-Kurzfilms Medienkompetenz und ein tieferes Verständnis für Fernsehproduktionen erwerben sollen.
Schlüsselwörter
Massenmedien, Fernsehen, Schlüsselproblem, Medienkompetenz, Medienerziehung, Grundschule, Sachunterricht, Digitale Medien, DVB-T, Projektarbeit, Ästhetisches Objekt, Fernsehkonsum, Angst bei Kindern, Fernsehproduktion, Informationsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Portfolio grundsätzlich?
Das Portfolio behandelt das Schlüsselproblem "Massenmedien und ihre Wirkungen" und untersucht, wie eine zeitgemäße Medienerziehung in der Grundschule aussehen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Definition von Massenmedien, die historische Entwicklung des Fernsehens in Deutschland sowie die psychischen und sozialen Auswirkungen von Fernsehinhalten auf Kinder ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Kindern Wege aufzuzeigen, wie sie in einer von Medien geprägten Gesellschaft kompetent und selbstbestimmt handeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Sach- und didaktischen Analyse unter Einbeziehung medienpädagogischer Literatur sowie aktueller Studien (wie der KIM-Studie).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Sachanalyse, eine didaktische Reflexion des Fernsehkonsums und die Vorstellung eines praktischen Unterrichtskonzepts.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders zentral sind die Begriffe Medienkompetenz, Schlüsselprobleme, Fernsehkonsum, didaktische Analyse und Medienerziehung.
Warum wurde das "Grusel-Projekt" als methodischer Vorschlag gewählt?
Das Projekt nutzt das Interesse von Kindern an Gruselthemen, um ihnen spielerisch einen Blick hinter die Kulissen der Fernsehproduktion zu ermöglichen und so ihre Medienkompetenz zu stärken.
Welche Rolle spielt die aktuelle Technik bei der Medienerziehung?
Die zunehmende Digitalisierung und technische Möglichkeiten wie DVB-T oder Schnittsoftware werden als Werkzeuge betrachtet, die Kinder aktiv nutzen lernen sollten, um die Konstruiertheit von Medieninhalten zu durchschauen.
- Quote paper
- M.Ed. Georg Rabe (Author), 2006, Schlüsselproblem-Portfolio: Massenmedien und ihre Wirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165243