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Zusammenhang zwischen Subjektivität und Normativität

Der Umsturz der alten Metaphysik und der Beginn der Neuzeit

Title: Zusammenhang zwischen Subjektivität und Normativität

Essay , 2010 , 6 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries

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Summary Excerpt Details

Die Subjektivität in ihrer ursprünglichen Bedeutung war Voraussetzung für die Entstehung von modernen theoretischen Wissenschaften und im weitesten Sinne für die Entstehung der Menschenrechte. Das neuere Verständnis der Subjektivität im Sinne von die subjektive Meinung betreffend, zeigt nur die Folgen der entscheidenen Umwendung im abendländischen Denken, welche den Beginn der Neuzeit beschreibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Die Aufklärung

1. Subjektivierung

2. Ethisierung der Metaphysik

3. Die Normativität der Ratio

Zielsetzung & Themen

Dieses Essay untersucht die philosophische Genese des modernen Subjekts und dessen Bedeutung für die Entstehung individueller Rechte. Es wird analysiert, wie der Übergang von einer durch göttliche Ordnung geprägten Welt hin zur rationalen Selbstbestimmung des Menschen die Grundlagen für das heutige Verständnis von Individualität und Vertragsfähigkeit legte.

  • Die Ablösung des christlichen Weltbildes durch rationales Denken
  • Die philosophische Wende zum Subjekt bei Denkern wie Descartes, Hobbes und Kant
  • Der Wandel von einem pflichtgebundenen Weltbild zum Zeitalter der Rechte
  • Der Zusammenhang zwischen Subjektivierung, Wissenschaft und moderner Individualisierung

Auszug aus dem Buch

1. Subjektivierung

Diese Umwälzung des Denkens, welches sich von den unwissenschaftlichen Dogmen der Kirche lösen will, indem der Verstand den Glauben ablöst, wird von Kant verheißungsvoll mit dem Titel „Kopernikanische Wende“ belegt. „Solange die Sonne am Firmamente steht und die Planeten um sie herumkreisen, war das nicht gesehen worden, daß der Mensch sich auf den Kopf, d.i. auf den Gedanken stellt und die Wirklichkeit nach diesem erbaut“, sind gut 30 Jahre später Hegels Worte für diese neue Situation. Vorbereitet wurde diese bereits durch die Einsichten und den Zweifeln, die Descartes in seinem ‚ego cogito’ ausdrückt. Demnach kann sich der Mensch nichts anderem mehr absolut sicher sein, außer des eigenen Bewusstseins: das ‚Ich-denke’.

Kurze Zeit später formuliert Leibniz den obersten und „mächtigsten Grundsatz“ des Denkens, und betont, dass nichts existiere, dass nicht durch den Menschen begründet werden könne. Er beschreibt damit einen grundsätzlichen Wandel im Denken. Es ist nämlich nicht nur eine Wende weg von einem metaphysischen Wesen, welches als Schöpfergott den Menschen die Welt zugänglich gemacht hat, sondern auch die Abkehr von einer Welt von „Gegen-ständen“ zu einer Welt von „Gegenwürfen“. Das ‚Ich’ stellt sich als Subjekt einem Objekt gegenüber. Als Souverän ist es Maßstab für das Dasein der Gegenstände. Es ist nicht mehr passiv und vernimmt als solches die für sich „stehenden“ Gegenstände, die durch eine kosmische Ordnung an ihren Platz gestellt worden sind, sondern es wird ein ‚aktives Stellen’ des Individuums, dessen Gedanken Vorraussetzung für das Dasein der Welt werden. Das unmittelbare Bewusstsein wird ein „Subjekt“ und aus diesem heraus ent-wirft es das Objekt, dass nun nur noch Eigenschaften besitzt, welche vom Betrachter erkannt werden können. Diese Sicht auf die Gegenstände bestimmt das neuzeitliche Denken. Die Rationalität wird zum Fundament der Menschenrechte.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Aufklärung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Verlust der göttlichen Ordnung und den Übergang zu einem rationalen, auf das Individuum zentrierten Weltbild.

1. Subjektivierung: Hier wird die philosophische Neuausrichtung durch Denker wie Descartes, Leibniz und Kant beschrieben, bei der das "Ich" zum Souverän über die Welt der Gegenstände wird.

2. Ethisierung der Metaphysik: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderung, Moral nach dem Verlust dogmatischer religiöser Gebote neu durch das Subjekt zu begründen.

3. Die Normativität der Ratio: Hier wird dargelegt, wie die menschliche Vernunft zur Basis für individuelle Rechte wird und damit eine neue Ära der gesellschaftlichen Organisation einleitet.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Subjektivierung, Metaphysik, Rationalität, Kant, Descartes, Menschenrechte, Individualität, Vernunft, Philosophie, Naturrecht, Freiheit, Bewusstsein, Moderne, Vertragsfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay im Kern?

Die Arbeit analysiert den historischen und philosophischen Prozess, durch den der Mensch zum autonom handelnden Subjekt wurde und wie dieser Prozess die modernen Menschenrechte begründete.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Übergang von religiösen Dogmen zu einer rationalen Weltdeutung, die Rolle des Subjekts in der Erkenntnistheorie und die Transformation von Pflichtethik zu Individualrechten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die philosophischen Voraussetzungen und Wurzeln der modernen Individualisierung und die damit verbundenen liberal-demokratischen Anforderungen an das Individuum darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Text zugrunde?

Es handelt sich um eine philosophisch-historische Analyse, die zentrale Positionen der Aufklärungsphilosophie sowie deren Einflüsse auf die Rechtsphilosophie untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der erkenntnistheoretischen Subjektivierung, die Ethisierung der Metaphysik bei Kant sowie die Entwicklung der Normativität durch die menschliche Vernunft.

Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Subjektivität, kopernikanische Wende, Vernunft, Autonomie, Naturrecht und das Verhältnis von Individuum und Staat geprägt.

Wie verändert sich nach dem Text das Verständnis des Naturrechts?

Das Naturrecht wandelt sich von einer gottgegebenen, kosmischen Ordnung hin zu einem Konstrukt, das auf dem kalkulierenden Selbstinteresse des Menschen und dessen Vernunft basiert.

Warum wird Kant im Zusammenhang mit dem "Erkenntnisreich" genannt?

Kant wird als derjenige angeführt, der die Metaphysik der alten Ordnung beendete und das menschliche Subjekt zum Souverän machte, welches der Natur die Gesetze ihres Erscheinens vorschreibt.

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Details

Title
Zusammenhang zwischen Subjektivität und Normativität
Subtitle
Der Umsturz der alten Metaphysik und der Beginn der Neuzeit
College
University of Hamburg
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2010
Pages
6
Catalog Number
V165207
ISBN (eBook)
9783640808519
ISBN (Book)
9783640809080
Language
German
Tags
Subjektivität Aufklärung Individualisierung Individualität Normativität Menschenrechte Kant Metaphysik Neuzeit Subjekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2010, Zusammenhang zwischen Subjektivität und Normativität, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165207
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