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Die Unsterblichkeitsbeweise in Platons Phaidon

Titel: Die Unsterblichkeitsbeweise in Platons Phaidon

Hausarbeit , 2008 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Nicolas Lindner (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Platons Phaidon schildert die Geschehnisse am Tage des Todes Sokrates. Anders als die Prozessschriften Apologie und Kriton ist dieser jedoch nicht als historisches Dokument einzuordnen, in dem es in erster Linie um eine wirklichkeitsnahe Wiedergabe geht. Hierfür spricht zum einen, dass Platon den Erzähler sagen lässt, er wäre selbst nicht am Todestage anwesend gewesen, zum anderen die gewählte literarische Form, in der eine räumliche und zeitliche Distanz zum Geschehen aufgebaut wird. Platons Hauptanliegen im Phaidon ist vielmehr der Beweis der Unsterblichkeit der Seele. Um diesen zu erbringen, lässt er Sokrates vier Unsterblichkeitsbeweise anführen, welche das Thema dieser Arbeit sein sollen. In diesen Beweisen bedient sich Platon seiner zentralen philosophischen Konzepte: der Ideen- und der Wiedererinnerungslehre. Hier geht er stark über die sokratische Lehre hinaus, was wiederum für einen späteren Abfassungszeitpunkt des Phaidon spricht.

Sokrates wird am Tage seiner Hinrichtung von mehreren Freunden und auch Fremden im Gefängnis besucht. Unter ihnen sind auch Simmias und Kebes, zwei Sympathisanten der pythagoreischen Schule und Hauptgesprächspartner Sokrates´ im Dialog. Trotz seiner bevorstehenden Hinrichtung scheint Sokrates glücklich. Auf die ungläubige Verwunderung, die er hiermit bei seinen Besuchern hervorruft hat er eine überraschende Antwort: „Nämlich diejenigen, die sich auf rechte Art mit der Philosophie befassen, mögen wohl, ohne dass es freilich die andern merken, nach gar nichts anderm streben, als nur zu sterben und tot zu sein.“ Als Grund hierfür führt er an, dass das Bestreben jedes echten Philosophen ist, das Wahre zu erkennen. Reine Erkenntnis der Wahrheit ist aber nur durch die Seele möglich. Solange diese im Leib ist, wird die Erkenntnis durch ihn erschwert oder getrübt. Demnach muss der Tod vom Philosophen als Liebhaber der Weis-heit angestrebt werden, stellt er doch die Trennung von Leib und Seele dar. Diese Ausführungen gesteht der Zuhörer Kebes dem Sokrates zu, nur hegt dieser Zweifel an der Unsterblichkeit der Seele und fragt sich „ob sie nicht, wenn sie vom Leibe getrennt ist, nirgend mehr ist, sondern an jenen Tage umkommt und untergeht“ . Um diese Zweifel zu zerstreuen, versucht Sokrates im Folgenden anhand von vier Beweisen aufzuzeigen, dass die Seele unsterblich ist. Diese Beweise werden in vorliegender Arbeit einzeln eingeführt und auf ihre Gültigkeit überprüft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der erste Unsterblichkeitsbeweis der Seele (70d – 72e)

2.1. Die Notwendigkeit der Entstehung aus Gegensätzlichem

2.2. Die Notwendigkeit einer zyklischen Regeneration

3. Der zweite Unsterblichkeitsbeweis der Seele (72e-77a)

4. Der dritte Unsterblichkeitsbeweis der Seele (77b-84b)

5. Der vierte Unsterblichkeitsbeweis der Seele (103c-107b)

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die von Sokrates in Platons Dialog „Phaidon“ angeführten vier Unsterblichkeitsbeweise für die Seele darzustellen, zu erläutern und ihre jeweilige logische Gültigkeit einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

  • Analyse der platonischen Ideen- und Wiedererinnerungslehre
  • Untersuchung der Argumentationsstruktur des ersten Unsterblichkeitsbeweises
  • Diskussion der Konzepte von Präexistenz und Affinität der Seele
  • Kritische Bewertung der Voraussetzungen und Prämissen Platons
  • Reflektion der Bedeutung des Phaidon für moderne philosophische Debatten

Auszug aus dem Buch

2. Der erste Unsterblichkeitsbeweis der Seele (70d – 72e)

Zu Beginn des ersten Unsterblichkeitsbeweises knüpft Platon an orphisch-pythagoreische Vorstellungen an, indem er an eine „alte Rede“ erinnert, nach welcher die Seelen nach dem Tode in der Unterwelt sind und von dort wiedergeboren werden. Der Aufbau des Beweises setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Nachgewiesen wird zum einen die Notwendigkeit der Entstehung aus Gegensätzlichem, zum anderen die Notwendigkeit einer zyklischen Regeneration oder Erneuerung. Beide Beweisteile sollen nun einzeln erläutert und jeweils kritisch hinterfragt werden.

Sokrates´ Beweisführung ist sehr genau und klar strukturiert. Jedoch lassen sich einige Schwachpunkte der Argumentation feststellen. Insbesondere die erste Prämisse, das „Prinzip der Entstehung aus dem Gegenteil“ ist sehr kritikanfällig. Zunächst sei anzumerken, dass nur die ersten Begriffspaare, die Platon zur Erläuterung des Prinzips anführt echte Gegensätze sind, im Folgenden verwendet er keine konträren Gegensätze, sondern Komparative. Dieser Gebrauch von Komparativen schwächt jedoch die Argumentation nicht, sondern erleichtert vielmehr den Nachweis der Gültigkeit des Arguments. Gibt es nämlich zwischen absolut polaren Gegensätzen auch einen dritten, mittleren oder neutralen Zustand, ein tertium quid, entfällt dieser bei komparativen Zuständen. So ist es leicht zu zeigen, dass etwas das schwächer wird, zuvor notwendigerweise stärker gewesen sein muss, wohingegen etwas das stark wird, vorher nicht schwach gewesen sein muss. Ob sich der konträre Zustand mit dem kontradiktorischen deckt, wäre mithin in jedem Einzelfall zu prüfen. In der allgemeinen Form, in der Platon es hier präsentiert ist das Prinzip der Gegensätze ungültig. Es wäre demnach zu prüfen, ob ein solches tertium quid für Leben und Tod vorliegt. Würde dessen Existenz bejaht, wäre Platons Beweisführung hinfällig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert den Rahmen des Phaidon, insbesondere die Situation am Todestag des Sokrates, und führt in das zentrale Thema der Unsterblichkeit der Seele ein.

2. Der erste Unsterblichkeitsbeweis der Seele (70d – 72e): Das Kapitel behandelt die Argumente für eine zyklische Regeneration der Seele, die auf dem Prinzip des Entstehens aus Gegensätzlichem basiert.

2.1. Die Notwendigkeit der Entstehung aus Gegensätzlichem: Hier wird die prämisse untersucht, dass alles Entstehende aus seinem Gegenteil hervorgeht, angewandt auf das Werden zwischen Leben und Tod.

2.2. Die Notwendigkeit einer zyklischen Regeneration: Dieser Abschnitt analysiert die Notwendigkeit eines ständigen Wechsels zwischen dem Lebenden und dem Toten, um den Fortbestand des Lebens zu gewährleisten.

3. Der zweite Unsterblichkeitsbeweis der Seele (72e-77a): Hier wird das Argument der Wiedererinnerung (Anamnesis) analysiert, welches die vorgeburtliche Existenz der Seele belegen soll.

4. Der dritte Unsterblichkeitsbeweis der Seele (77b-84b): Dieser Abschnitt widmet sich dem Affinitätsargument, das die Seele aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den unveränderlichen Ideen als unzerstörbar charakterisiert.

5. Der vierte Unsterblichkeitsbeweis der Seele (103c-107b): Das Kapitel erläutert den letzten Beweis, der die Unsterblichkeit der Seele aus ihrer untrennbaren Verbindung mit der Idee des Lebens ableitet.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet die philosophische Tragweite der Argumente und ihre Relevanz in Bezug auf moderne neurowissenschaftliche Fragestellungen.

Schlüsselwörter

Platon, Phaidon, Unsterblichkeit der Seele, Ideenlehre, Wiedererinnerungslehre, Anamnesis, Sokrates, Methexis, Affinitätsargument, Präexistenz, zyklische Regeneration, Philosophie der Antike, Seelenbegriff, Erkenntnistheorie, Logik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Argumente, die Platon in seinem Werk „Phaidon“ für die Unsterblichkeit der Seele anführt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören Platons Ideenlehre, die Theorie der Wiedererinnerung (Anamnesis) sowie das Verständnis der Seele als eigenständiges, unzerstörbares Wesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die strukturierte Darstellung der vier platonischen Beweise sowie eine kritische Hinterfragung ihrer logischen Konsistenz und der vorausgesetzten Prämissen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt die hermeneutische Textanalyse, um die Argumentationsgänge im Dialog Phaidon zu rekonstruieren und Schwachstellen in der Beweisführung aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Abschnitte, welche die Beweise einzeln präsentieren: das Argument des Entstehens aus Gegensätzlichem, die Anamnesis-Lehre, das Affinitätsargument und den Beweis über die Verbindung zum Leben.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Unsterblichkeit, Seele, Ideen, Phaidon, Präexistenz und logische Argumentation.

Wie bewertet der Autor die logische Stringenz der Beweise?

Der Autor stellt fest, dass die innere Struktur der einzelnen Argumente zwar stringent ist, die Beweiskraft jedoch stark von nicht zwangsläufig akzeptierten Prämissen abhängt.

Warum ist die Verbindung von Seele und Ideen für Platon so wichtig?

Die Seele ist laut Platon nur durch die Beschäftigung mit den unveränderlichen, geistigen Ideen zur wahren Erkenntnis fähig, was ihre eigene Natur als dem Göttlichen verwandt unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Unsterblichkeitsbeweise in Platons Phaidon
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
"Philosophie der Antike"
Note
1,0
Autor
B.A. Nicolas Lindner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V165159
ISBN (eBook)
9783640807260
ISBN (Buch)
9783640807413
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon Phaidon Unsterblichkeit Seele Ideenlehre Anamnesis Wiedererinnerungslehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Nicolas Lindner (Autor:in), 2008, Die Unsterblichkeitsbeweise in Platons Phaidon, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165159
Blick ins Buch
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