In dieser Arbeit möchte ich den Zusammenhang zwischen den Gewerkschaften der Weimarer Republik und dem Zusammenbruch des demokratischen Systems im Januar 1933 erläutern. Mein Hauptaugenmerk wird dabei der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) bilden, da dieser die einflussreichste und mitgliederstärkste Gewerkschaft zum Ende der ersten deutschen Republik darstellte und trotz dieser Eigenschaft die Auflösung der Demokratie nicht verhindern konnte. Ich möchte aufzeigen, dass der AGDB und dessen Führungsspitze mit seinen Entscheidungen nur wenig zum Scheitern der noch relativ jungen Demokratie beigetragen hat und welche Möglichkeiten und Spielräume sich den Gewerkschaften geboten hat, die zum Erhalt der Weimarer Republik geführt hätten.
Inhaltsverzeichnis
II. Einleitung
III. Das Querfrontprinzip des Generals von Schleicher.
1. Die Konzeption
2. Das Scheitern der Querfrontpläne
IV. Aufruf zum Generalstreik
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Rolle der deutschen Gewerkschaften, insbesondere des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), während der Endphase der Weimarer Republik und untersucht, ob deren Entscheidungen den Zusammenbruch der Demokratie begünstigten oder ob Handlungsspielräume zur Rettung bestanden hätten.
- Zusammenhang zwischen Gewerkschaften und dem Zusammenbruch der Weimarer Republik
- Analyse des Querfrontprinzips unter General von Schleicher
- Bewertung der Haltung der Gewerkschaften zum Generalstreik nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten
- Untersuchung der politischen Handlungsspielräume und Versäumnisse der Gewerkschaftsführung
- Darstellung der gescheiterten Annäherungsversuche an die Politik der Reichswehrführung
Auszug aus dem Buch
II. Das Querfrontprinzip des Generals von Schleicher
Der Begriff »Querfront« ist ein Schlüsselbegriff für strategische Überlegungen am Ende der Weimarer Republik, die vor allem darauf abzielten, NSDAP und Gewerkschaften als Massenbasis für eine auf der Macht der Reichswehr basierende Präsidialregierung zu funktionalisieren. Nachdem Franz von Papen am 17. November 1932 zurücktrat, da er sich sowohl die Feindschaft der Reichswehr als auch sämtlicher Parteien zugezogen hatte und somit über keine parlamentarische Mehrheit verfügte, wurde Reichswehrgeneral Kurt von Schleicher, der im Kabinett Papen als Wehrminister fungierte, am 2. Dezember 1932 zum Reichskanzler. Da Schleicher ebenfalls parteilos war suchte er Rückhalt in Massenorganisationen, insbesondere dem ADGB, um sich damit eine möglichst breite gesellschaftspolitische Basis zu verschaffen und so das Grundproblem der Politik Papens zu überwinden versuchte. Dabei verfolgte Schleicher das sogenannte »Querfrontprinzip«, welches die Gewerkschaften mit dem linken Flügel der NSDAP unter Gregor Strasser vereinen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die zentrale Fragestellung zur Rolle der Gewerkschaften in der Endphase der Weimarer Republik sowie die historische Ausgangslage skizziert.
Das Querfrontprinzip des Generals von Schleicher: Dieses Kapitel behandelt die strategischen Versuche von Reichskanzler von Schleicher, durch eine Allianz zwischen ADGB und dem linken Flügel der NSDAP eine stabile Regierungsbasis zu schaffen.
Die Konzeption: Hier werden die theoretischen Überlegungen und die ersten Kontakte zwischen der Gewerkschaftsführung und General von Schleicher erläutert.
Das Scheitern der Querfrontpläne: Der Abschnitt beleuchtet, warum die Querfront-Idee aufgrund der Bindung des ADGB an die SPD und der instabilen politischen Lage nicht realisiert werden konnte.
Aufruf zum Generalstreik: Es wird die Entscheidung der Gewerkschaftsführung thematisiert, nach der Machtübertragung an Hitler keinen Generalstreik auszurufen, und die daraus resultierenden Folgen analysiert.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Gewerkschaften zwar wenig zum direkten Zusammenbruch beigetragen haben, jedoch aufgrund mangelnder Handlungsfähigkeit und politischer Fehleinschätzungen keine Rettung mehr leisten konnten.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, ADGB, Gewerkschaften, Querfront, General von Schleicher, Nationalsozialismus, Generalstreik, SPD, Machtübertragung, Gregor Strasser, Arbeiterbewegung, Präsidialregierung, Notverordnung, politische Strategie, Widerstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das politische Agieren der Gewerkschaften, speziell des ADGB, in der Schlussphase der Weimarer Republik und deren Verhältnis zum politischen Umbruch 1932/1933.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Querfront-Strategie unter General von Schleicher, die Beziehung zwischen Gewerkschaften und der SPD sowie die Entscheidung gegen den Generalstreik bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob die Gewerkschaften aktiv zum Zusammenbruch der Demokratie beigetragen haben oder ob sie als potenzielle Retter in dieser Krise hätten agieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Verwendung von Primärquellen wie Gewerkschaftsprotokollen und zeitgenössischen Zeitungsartikeln sowie einschlägiger Sekundärliteratur zur Arbeiterbewegung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die gescheiterten Verhandlungen mit von Schleicher und die Entscheidungsprozesse innerhalb der ADGB-Führung nach dem 30. Januar 1933.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen ADGB, Querfront, Reichskanzler von Schleicher, Generalstreik, NSDAP-Machtübertragung und das Ende der Weimarer Demokratie.
Warum lehnte der ADGB einen Generalstreik gegen Hitler ab?
Die Führung fürchtete, dass ein Streik als willkommener Grund zur weiteren Legitimierung der nationalsozialistischen Machtbefestigung dienen würde, und hoffte zudem, die Organisationen in irgendeiner Form in den neuen Staat retten zu können.
Welche Rolle spielte der Preußenschlag für das Scheitern der Gewerkschaftsstrategie?
Der Preußenschlag verhärtete die Fronten zwischen SPD, Gewerkschaften und den konservativen Regierungen, was jegliche Annäherung an das Kabinett von Schleicher politisch unmöglich machte, da keine Partei bereit war, ihre prinzipiellen Positionen aufzugeben.
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- Martin Kersten (Author), 2008, Die Mitschuld der Gewerkschaften am Ender der Weimarer Republik an der Machtergreifung Hitlers, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164983