Innerhalb dieser Arbeit „Medien und Migration im Kontext türkischer Zuwanderer“ wird ein etwas breiteres Themenspektrum angesprochen. Hierbei wird hauptsächlich das Fernsehen als Diasporamedium benannt und erläutert, sowie Medienangebote für Migranten, als auch die Sichtweise deutscher Medien in Bezug auf Zuwanderer. Radio und Internet finden hierbei keine Bedeutung, da das Fernsehen als Medium umfangreich zu erläutern ist; auf Zeitungen wird nur im sehr schwachen Rahmen Bezug genommen. Diese Arbeit ist eine Darstellung der momentanen und vergangenen Forschungen innerhalb der Migration im Kontext der Medien und stellt keine individuelle Feldstudie dar. Auch wird auf die Identitätsbildung eingegangen. Es soll geklärt werden, ob, und wenn ja, inwiefern sich das Medium Fernsehen auf die Identitätsbildung von Zuwanderern auswirkt beziehungsweise auswirken könnte.
Insgesamt verläuft diese Arbeit eher zusammenfassend als spezifisch, da dies absolut zu umfangreich wäre. Hierbei werden vor allem türkische Migranten angesprochen, da für dieses Themenfeld wissenschaftliche Studien vorhanden sind. Ziel der Arbeit ist demnach die Erläuterung und Analyse der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Untersuchungen der Migrationsforschung in Bezug auf Medien (dem Fernsehen).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Medien und Migration
2. 1 Türkische Migranten und transnationale Medien – eine Einführung
2. 2 Die mediale Darstellung der türkischen Migranten in Deutschland
2. 3 Medien und Medienangebote für Zuwanderer
2. 4 Wirkung und Funktion der Diasporamedien
2.5 Phasen der türkisch – deutschen Medienbeziehung
3 Integration durch Medien?
4 Identität und Medien
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den Einfluss von Medien, insbesondere des Fernsehens, auf die Identitätsbildung türkischer Zuwanderer in Deutschland zu analysieren. Dabei wird der Forschungsstand zum transnationalen Medienkonsum aufgearbeitet, um zu klären, inwiefern die Nutzung von Diasporamedien Integrationsprozesse beeinflusst oder zur Aufrechterhaltung kultureller Bindungen beiträgt.
- Rolle des Fernsehens als Diasporamedium für Migranten
- Mediale Darstellung türkischer Zuwanderer in Deutschland
- Transnationalismus und Identitätskonstruktion in der Migrationsgesellschaft
- Wechselbeziehung zwischen türkischen Medien und Integrationsprozessen
- Phasen der deutsch-türkischen Medienbeziehung
Auszug aus dem Buch
2. 1 Türkische Migranten und transnationale Medien – eine Einführung
Anfangs ist der Begriff des Transnationalismus zu klären, da nur so ein Verständnis für diese Arbeit gewährleistet werden kann.
Transnationalismus im Allgemeinen bezeichnet einen Prozess innerhalb der Globalisierung; so verlaufen beispielsweise soziale Interaktionen über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg. Für die Migrationsforschung bedeutet dies, dass sich die Migranten mit mehreren Nationen identifizieren und dadurch soziale Interaktionen auslösen.
Im Laufe der 1990er Jahre war es der türkischen Bevölkerung in Europa vermehrt möglich, Zugang zu Satellitenfernsehen zu erlangen. Dadurch wurde realisierbar, dass türkische Migranten Zugang zum Alltagsgeschehen innerhalb der Türkei via Fernsehen erleben können. Aufgrund dieser Tatsache entstand im selben Jahrzehnt eine Debatte über das Thema der Migration im Kontext zu Medien. Hierbei sprachen viele konservative Soziologen und Politikwissenschaftlern das an, dass transnationales Fernsehen eine „[…] ernsthafte, kulturelle und politische Bedrohung darstelle“.
Innerhalb dieser Debatte wurde behauptet, dass sich die Migranten aufgrund des TV – Angebots diesem verstärkt hingeben würden und sich nur besagte Kanäle ansehen, was wiederum dazu führt, dass diese sich in einer private Medienwelt zurückzögen. Die Wissenschaftler glaubten, dass türkische Migranten ihre eigenen türkischen Medien bevorzugen würden. Die Experten gingen davon aus, dass der Konsum türkischer TV – Sender eine Distanzierung der Migranten vom sozialen Leben in der Gesellschaft herbeiführen könnte. Satellitenprogramme wurden sozusagen als „Bedrohung“ der Integration und somit auch für die Einigkeit und Geschlossenheit der deutschen Gesellschaft betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Fokus auf das Fernsehen als Diasporamedium und erläutert die Zielsetzung, bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse zur Identitätsbildung von Zuwanderern zusammenzufassen.
2. Medien und Migration: Dieses Kapitel behandelt das Konzept des Transnationalismus und die kontroversen Debatten um die Auswirkungen von Satellitenfernsehen auf die Integration türkischer Migranten.
2. 1 Türkische Migranten und transnationale Medien – eine Einführung: Hier wird der Begriff Transnationalismus definiert und der historische Kontext der Verbreitung des türkischen Satellitenfernsehens in Europa beleuchtet.
2. 2 Die mediale Darstellung der türkischen Migranten in Deutschland: Das Kapitel analysiert die historisch oft negative und klischeehafte Berichterstattung über Migranten in deutschen Medien und deren Folgen.
2. 3 Medien und Medienangebote für Zuwanderer: Es wird ein Überblick über die Entwicklung von Medienangeboten für Migranten gegeben, von frühen Radiosendungen bis hin zur Vielfalt heutiger Satellitenprogramme.
2. 4 Wirkung und Funktion der Diasporamedien: Hier werden wissenschaftliche Thesen zur Rolle von Diasporamedien für die kulturelle Selbstvergewisserung und die Entstehung hybrider Identitäten diskutiert.
2.5 Phasen der türkisch – deutschen Medienbeziehung: Das Kapitel unterteilt die Entwicklung der Medienbeziehung zwischen Deutschland und der Türkei in fünf theoretische Phasen nach Jörg Becker.
3 Integration durch Medien?: Hier wird die komplexe Frage erörtert, ob Medien Integration fördern oder durch die Schaffung von Teilöffentlichkeiten eher blockieren können.
4 Identität und Medien: Dieses Kapitel widmet sich dem theoretischen Konstrukt der Identität im Zeitalter der Globalisierung und der Rolle der Medien als symbolisches Material für Identifikationsprozesse.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Etablierung von Diasporamedien und betont die Notwendigkeit einer differenzierteren Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Medien, Migration, Transnationalismus, Diaspora, Fernsehen, Integration, Identitätsbildung, Türkische Zuwanderer, Medienwirklichkeit, Hybridkultur, Selbstsozialisation, Parallelgesellschaft, Satellitenfernsehen, Medienkonsum, Kultivierungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle von Medien, speziell des Fernsehens, im Leben türkischer Migranten in Deutschland und wie diese den Integrationsprozess sowie die Identitätsbildung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte sind die mediale Darstellung von Zuwanderern, die Funktion von Diasporamedien als Informationsbrücke und der Einfluss von Medien auf die Identität in einer globalisierten Welt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht in der Aufarbeitung und Analyse bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse und Untersuchungen zur Migrationsforschung im Kontext der Mediennutzung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist eine zusammenfassende wissenschaftliche Darstellung und Literaturanalyse der bisherigen Forschung, keine eigene empirische Feldstudie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Transnationalismus, eine Analyse der Medienangebote und deren Wirkung, die Phasen der Medienbeziehung sowie die Diskussion um mediale Integration und Identitätsbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Transnationalismus, Diasporamedien, Identitätsbildung, mediale Integration und Hybridkultur.
Wie bewertet die Autorin die These der "Parallelgesellschaft" im Kontext der Mediennutzung?
Die Arbeit hinterfragt die These kritisch und argumentiert, dass eine rein auf "Parallelgesellschaft" basierende Sichtweise an der komplexen heutigen Medienwirklichkeit vorbeigeht.
Welche Rolle spielt die Brückenfunktion der Medien laut dem Text?
Die Medien dienen als Brücke zwischen Herkunfts- und Aufnahmeland, indem sie den Informationsaustausch ermöglichen und der Elterngeneration helfen, die Muttersprache und das kulturelle Erbe zu bewahren.
- Quote paper
- Franziska Schau (Author), 2009, Medien und Migration im Kontext türkischer Zuwanderer, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164940