Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) entwickeln sich zunehmend zu sehr wichtigen Themen in der Gesellschaft. Der Druck auf die Unternehmen, ihre Umwelt- und Nachhaltigkeitsbemühungen zu verstärken und transparent zu gestalten, hat immens zugenommen. Verstärkt orientieren sich auch Investoren an Nachhaltigkeits- und CSR-Kriterien. In vielen Branchen ist ein nachhaltiger und sozial engagierter Ansatz nicht mehr wegzudenken. Auch die Veranstaltungsbranche hat sich des Themas bereits seit langem angenommen.
Es ist anzumerken, dass es bei dieser Debatte nicht allein um ökologische und soziale Aspekte geht. Ökonomische und ethische Aspekte rücken genauso in den Vordergrund und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen erzwingen ein Umdenken. Der Trend der Nachhaltigkeit ist inzwischen auch zum Thema der Geschäftsführung geworden und schlägt sich zum Beispiel in geänderten Leitbildern und in einer entsprechenden Unternehmensführung nieder.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Themen Nachhaltigkeit und CSR untersucht, veranschaulicht und anschließend auf die Veranstaltungsbranche projiziert werden. Es gilt herauszufinden, ob die Veranstaltungsbranche die Thematik seriös betreibt oder es sich grundsätzlich um reine Marketingbemühungen handelt, die eher öffentlichkeitswirksam als langfristig verändernd wirken.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in einen allgemeinen und einen spezifizierten Teil, in dem explizit Bezug auf die Nachhaltigkeits- und CSR Bemühungen in der Veranstaltungsbranche eingegangen wird. Im allgemeinen Teil soll auf die theoretischen Grundlagen der Thematik analysiert werden. Anschließend werden die Begriffe Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility speziell in Bezug auf die Veranstaltungsbranche untersucht, und im vierten Kapitel der Fragestellung nachgegangen, ob Veranstaltungsorganisatoren ihr gesellschaftliches Engagement als echte Verantwortung sehen oder es nur als Marketingeffekt nutzen.
Des Weiteren soll untersucht werden, welche Aspekte ein Marketingkonzept in der Veranstaltungsbranche glaubwürdig und verantwortlich erscheinen lassen. Indem unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten vorgestellt werden, wird im Gegenzug ebenfalls dargestellt, welche Aspekte eher als ‚Augenwischerei‘ verstanden werden können.
Im Fazit werden alle bisherigen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zusammengefasst und überprüft, sowie versucht auf die zugrunde liegende Fragestellung eine Antwort zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Nachhaltigkeit
2.2 Corporate Social Responsibility = CSR
2.3 Die Veranstaltungsbranche
2.3.1 Kongress
2.3.2 Marketingevents
2.3.3 Messe
2.3.4 Andere Veranstaltungsarten
2.3.4.1 Incentives
2.3.4.2 Konzert
2.3.4.3 Sportveranstaltungen
2.4 Green Events
2.5 Marketing
3 Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility in der Veranstaltungsbranche
3.1 Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche
3.1.1 Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit
3.1.2 Unterschiedliche Nutzung des Begriffs der Nachhaltigkeit
3.1.3 Beweggründe für die Implementierung von Nachhaltigkeit
3.1.4 Herausforderung bei der Implementierung von Nachhaltigkeit
3.2 Corporate Social Responsibility in der Veranstaltungsbranche
3.2.1 Die Entstehung des Corporate Social Responsibility Ansatzes
3.2.2 Abgrenzung von Corporate Social Responsibility zu Corporate Citizenship
3.2.2.1 Corporate Giving
3.2.2.2 Corporate Foundation
3.2.2.3 Corporate Volunteering
3.2.3 Motive für Corporate Social Responsibility
3.2.4 Kommunikation der Corporate Social Responibility
3.2.5 Voraussetzungen und Bedingungen für die erfolgreiche Einführung
3.2.6 Argumente gegen ein Corporate Social Responsibility Engagement
3.3 Green Events
3.3.1 Möglichkeiten eine Veranstaltung in ein Green Event umzuwandeln
3.3.2 Gründe für die Organisation von Green Events
3.3.3 Schwierigkeiten bei der Organisation von Green Events
3.4 Greenwashing
4 Marketingaktivitäten in Bezug auf ein nachhaltiges und soziales Engagement
4.1 Beweggründe zur Einbindung von Nachhaltigkeit- und Corporate Social Responsibility in die Unternehmenskommunikation
4.2 Ausrichtung eines Marketingkonzepts
4.3 Schwierigkeiten
4.4 Kommunikationsmöglichkeiten
4.4.1 Zielsetzung
4.4.2 Wirksame Kommunikationsmöglichkeiten
4.4.3 Unwirksame Kommunikationsmöglichkeiten in der Veranstaltungsbranche
4.4.3.1 „Ablasshandel“
4.4.3.2 Oberflächlicher Aktionismus
4.4.4 Zertifizierungsmöglichkeiten
4.5 Zusammenfassung: „Marketingzweck oder echte Verantwortung“
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility in der Veranstaltungsbranche als ernsthafte strategische Ansätze verfolgt werden oder primär als Marketinginstrumente zur Imageverbesserung dienen, ohne einen langfristigen Wandel herbeizuführen.
- Theoretische Verortung von Nachhaltigkeit und CSR in der Veranstaltungsbranche.
- Analyse der Beweggründe für die Implementierung nachhaltiger Strategien.
- Bewertung von Kommunikationsmöglichkeiten und Green Events hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des "Greenwashing".
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Gründe für die Organisation von Green Events
Umweltbewusstes und soziales Handeln wird immer mehr zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, die zeigt, dass auch Unternehmen der freien Wirtschaft - in diesem Fall Veranstaltungsorganisatoren - Verantwortung übernehmen müssen. Der bewusste und planvolle Einsatz von Ressourcen spart Kosten und Material. Hinzukommt, dass immer mehr Veranstaltungsorganisatoren, Zulieferer und Eventlocations dazu über gehen, in ihren Angeboten keine Pauschale mehr für Nebenkosten zu verlangen, sondern Wasser, Energie und Abfall nach tatsächlichem Verbrauch abzurechnen. Jeder Veranstaltungsorganisator hat es also zunehmend selbst in der Hand, ein bedachtes Wirtschaften zu unterstützen und dadurch umwelt- und sozialverantwortlich zu handeln.
Durch die Schaffung finanzieller Anreize werden demnach die Bemühungen verstärkt, sie sind jedoch nicht allein ausschlaggebend für ein Engagement. Eine viel größere Motivation stellt die Chance dar, das nachhaltige und soziale Engagement im Marketing-Mix zu kommunizieren. Durch eine aktive Imageverbesserung kann auch indirekt Einfluss auf den Erfolg einer Veranstaltung genommen werden. Die Beweggründe eines Organisators, seine Veranstaltungen mit einer nachhaltigen und sozialen Ausrichtung durchzuführen, sind also vielfältig und immer abhängig von den individuell festgelegten finanziellen und ideellen Zielen des Unternehmers.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Nachhaltigkeit und CSR, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Definition der zentralen Begriffe Nachhaltigkeit, CSR, Veranstaltungsformen und Marketing sowie deren theoretischer Rahmen.
3 Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility in der Veranstaltungsbranche: Anwendung der theoretischen Ansätze auf die spezifischen Bedingungen und Herausforderungen der Veranstaltungsbranche sowie eine detaillierte Betrachtung von Green Events.
4 Marketingaktivitäten in Bezug auf ein nachhaltiges und soziales Engagement: Analyse der Kommunikation, Zielsetzung und Schwierigkeiten bei der Vermarktung nachhaltiger Engagements sowie Zertifizierungsmöglichkeiten und Greenwashing.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der bisherigen Erkenntnisse und Einordnung der Bedeutung von Nachhaltigkeit und CSR als echte Verantwortung gegenüber bloßen Marketingeffekten.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, CSR, Veranstaltungsbranche, Green Events, Eventmarketing, Marketingkonzept, Kommunikation, Greenwashing, Nachhaltigkeits-Marketing, Sponsoring, Unternehmensführung, Stakeholder, CSR-Engagement, Umweltmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob Bemühungen um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in der Veranstaltungsbranche ernsthaft verfolgt werden oder ob es sich vorwiegend um Marketingeffekte handelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Konzepte von Nachhaltigkeit und CSR, deren konkrete Umsetzung in der Eventpraxis sowie deren Kommunikation im Rahmen des Marketing-Mix.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob Veranstaltungsorganisatoren CSR als echte Verantwortung begreifen oder lediglich als Instrument zur Imagepflege nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der Fachliteratur, einer theoretischen Fundierung der Begriffe und einer projektiven Anwendung dieser auf die Veranstaltungsbranche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Handlungsfelder, Kommunikationsstrategien, Zertifizierungsmöglichkeiten und kritische Aspekte wie Greenwashing innerhalb der Eventbranche behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeit, CSR, Green Events, Eventmarketing, Glaubwürdigkeit und Greenwashing.
Was unterscheidet "Greenwashing" von seriöser Nachhaltigkeitskommunikation?
Seriöse Kommunikation basiert auf tatsächlichen, messbaren Maßnahmen und einer langfristigen Strategie, während Greenwashing lediglich ein grünes Image durch irreführende oder oberflächliche PR-Kampagnen vorspiegelt.
Warum ist der "Ablasshandel" im Kontext der Eventbranche problematisch?
Er wird als unwirksam kritisiert, da er keine wirkliche Änderung der Arbeitsweise herbeiführt und oft unklar bleibt, welchen realen Beitrag die Ausgleichszahlungen zur Problemlösung leisten.
- Arbeit zitieren
- Louisa von Lenthe (Autor:in), 2010, Events going green - Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164891