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Claus Peymann und seine Anfänge am Burgtheater

Titel: Claus Peymann und seine Anfänge am Burgtheater

Forschungsarbeit , 2009 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Arabella Schoots (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Selten hat es um einen Burgtheater Direktor soviel Tumult gegeben wie um Claus Peymann. In seiner Amtszeit von 1986 bis 1999 fand er nicht nur Freunde sondern auch viele Kritiker, Bewunderer und Gegner. Seine Geschichte ist eine Geschichte der künstlerischen Erfolge und Misserfolge, aber auch der öffentlich und immer wieder auch politischen Aufregungen sowie einiger Skandale.
Als er in Wien 1984 zum Burgtheaterdirektor gewählt wurde, gestaltete sich seine Aufnahme alles andere als gastfreundlich. Bezeichnend dafür ist ein Zitat von Hans Weigel bei aus einer Rede anlässlich der Verleihung des „österreichischen Staatspreises für die Verdienste um die österreichische Kultur im Ausland“ 1998:
Wenn ein Burgtheaterdirektor nicht Chance sagt, sondern Schangse, dann gehört er zurück nach Bochum und hat hier nichts zu suchen. […] Wir haben die Jahre des dritten Reichs überlebt, wir werden auch das überleben. Die österreichischen Politiker hingegen waren für eine Erneuerung in der österreichischen (Burg-)Theaterlandschaft.
Grund genug, um seine Direktionszeit in Wien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich werde mich in meiner Arbeit jedoch auf seine Anfangszeit spezialisieren, da die gesamte Zeit in Wien den Rahmen meiner Seminararbeit sprengen würde. Auch werde ich seine Zeit vor Wien beleuchten, damit es uns leichter fällt, ein umfassendes Bild des Regisseurs zu bekommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anfänge

3. Stuttgart

4. Bochum

5. Wien

5.1. Was Claus Peymann änderte: Die Burgtheaterreformen

6. Resümee

7. Bibliografie und Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anfangszeit von Claus Peymann als Direktor am Wiener Burgtheater und ordnet seine dortige Ära in den Kontext seiner vorangegangenen Wirkungsstätten ein, um ein umfassendes Bild des Regisseurs zu zeichnen.

  • Die Entwicklung von Peymanns Regiestil in Frankfurt und am Theater am Turm.
  • Der Aufbau des „Peymann-Ensembles“ während der Stuttgarter Jahre.
  • Die Etablierung des künstlerischen Personals und der Arbeitsweisen in Bochum.
  • Die programmatische Neuausrichtung und Strukturreformen am Wiener Burgtheater ab 1986.
  • Das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und öffentlicher Kritik.

Auszug aus dem Buch

3. Stuttgart

1974 wurde Peymann Schauspieldirektor am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Hier enstand das „Peymann-Ensemble“, das schnell zu einem berühmten Qualitätsbegriff werden und bis zum Ende von Peymanns Burgtheaterzeit praktisch unverändert bleiben sollte. Kirsten Dene, Martin Schwab, Gert Voss, Therese Affolter, Ignaz Kirchner, Urs Hefti, Traugott Buhre, Bernhard Minett und andere befanden sich darunter.

Hier hat auch die Zusammenarbeit mit Hermann Beil und Achim Freyer begonnen. Ersterer wurde verantwortlicher Dramaturg und Co-Direktor, Achim Freyer war Maler, Bühnenbildner und noch Schüler bei Brecht gewesen.

In dem Buch „Theatermacher“, das 1987 herauskam, sagt Peymann: Ich bin 1974 nach Stuttgart gegangen und habe dort eine der schönsten Zeiten meiner bisherigen Theaterarbeit erlebt. Das erste Mal stand dort ein Ensemble, ein großer Apparat und viel Geld zur Verfügung. […] Dort entstand der Keim des Ensembles, der mit den Namen Sturm, Kirchner, Beil, Jensen und mit mir verbunden ist und der der Stuttgarter Theaterarbeit einen lebendigen, sinngebenden Impuls verlieh, der in Bochum seinen Schwung in den folgenden sieben Jahren von 1979 bis 1986 nicht verlor und der hoffentlich jetzt in Wien helfen kann, die verfetteten und verkalkten Strukturen der Burg neu zu durchbluten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die kontroverse Aufnahme von Claus Peymann am Wiener Burgtheater und definiert das Ziel, seinen Werdegang bis zum Amtsantritt in Wien zu analysieren.

2. Anfänge: Das Kapitel beschreibt Peymanns erste Regieversuche in Frankfurt und die prägende Begegnung mit dem Autor Thomas Bernhard.

3. Stuttgart: Hier wird der Aufbau des „Peymann-Ensembles“ und die Entstehung von politischen Theaterskandalen während der Stuttgarter Intendanz thematisiert.

4. Bochum: Dieses Kapitel erläutert die Übersiedlung nach Bochum, das gewandelte Verständnis von Ensemblearbeit und die Produktion international bedeutender Stücke.

5. Wien: Der Fokus liegt auf der Berufung Peymanns zum Burgtheaterdirektor durch Helmut Zilk sowie der öffentlichen und internen Skepsis gegenüber seiner Person.

5.1. Was Claus Peymann änderte: Die Burgtheaterreformen: Eine tabellarische Gegenüberstellung verdeutlicht die strukturellen Veränderungen im Burgtheaterbetrieb vor und nach 1986.

6. Resümee: Das Resümee bilanziert die Einzigartigkeit von Peymanns Wirken und reflektiert sein komplexes Verhältnis zur Öffentlichkeit.

7. Bibliografie und Internetquellen: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetrecherchen auf.

Schlüsselwörter

Claus Peymann, Burgtheater, Wiener Theater, Regietheater, Ensemble, Thomas Bernhard, Theaterreformen, Intendanz, Stuttgarter Staatstheater, Bochumer Ensemble, Kulturpolitik, Theaterkritik, Regiearbeit, Theatergeschichte, Skandal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die berufliche Entwicklung von Claus Peymann von seinen Anfängen als Regisseur bis zur Übernahme der Direktion des Wiener Burgtheaters 1986.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die künstlerische Identitätsfindung, die Formung des „Peymann-Ensembles“ und der Einfluss seiner Vorarbeit an anderen Häusern auf die Reformen in Wien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild des Regisseurs Peymann zu zeichnen und die Gründe für seinen außerordentlichen Erfolg sowie die damit einhergehenden Kontroversen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine literatur- und quellenbasierte Analyse, wobei sie auf Fachpublikationen, historische Zeitungsberichte und Interviews zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Stationen Frankfurt, Stuttgart und Bochum sowie den detaillierten Wechsel und die Reformphase am Wiener Burgtheater.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Neben dem Namen „Peymann“ sind Begriffe wie „Ensemble“, „Burgtheaterreformen“ und „Theatermacher“ zentral für die thematische Einordnung.

Wie gestaltete sich der Übergang Peymanns von Bochum nach Wien?

Trotz erheblicher politischer und medialer Skepsis, insbesondere durch seine Herkunft aus Deutschland, gelang ihm mit der Unterstützung von Unterrichtsminister Helmut Zilk der Wechsel und ein inhaltlicher Neuanfang.

Welche Rolle spielten die „Burgtheaterreformen“?

Die Reformen waren essenziell, um das Haus zu öffnen – etwa durch ein geändertes Abosystem, günstigere Kartenpreise für junge Menschen und eine stärkere Einbindung des Publikums durch Gespräche.

Wie reagierte das Wiener Ensemble auf den neuen Direktor?

Das Ensemble begegnete Peymann zunächst kühl und teils ablehnend, da viele Schauspieler den Verbleib seines Vorgängers wünschten und Peymann aufgrund seiner politischen Vergangenheit kritisch sahen.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Claus Peymann und seine Anfänge am Burgtheater
Hochschule
Universität Wien  (Theater-, Film und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Forschungsseminar zur Theaterwissenschaft: Burgtheater
Note
1,0
Autor
Arabella Schoots (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V164873
ISBN (Buch)
9783640802753
ISBN (eBook)
9783640802852
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Claus Peymann Burgtheater Berliner Ensemble Weigel Stuttgart Wien Bochum Burgtheaterreform Thomas Bernhard Ritter Dene Voss
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arabella Schoots (Autor:in), 2009, Claus Peymann und seine Anfänge am Burgtheater, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164873
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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