Vor 40 Jahren begann mit dem Markteintritt von Airbus der bisher größte Handelsstreit zwi-schen der EU und den USA sowie in der Geschichte der WTO. Auslöser hierfür waren die Subventionszahlungen der sich an Airbus beteiligenden europäischen Staaten und die ameri-kanischen Finanzierungshilfen für Boeing. Es wurde mehrmals versucht den Streit durch mul-tilaterale Abkommen wie das „Agreement on Trade in Civil Aircraft“ oder dem „1992 July Agreement“ zu beenden. Diese Abkommen, welche unter dem Dach des „General Agreement on Tarifs und Trade“ (GATT) zustande kamen, erwiesen sich als ungeeignet die Interessen beider Seiten zu befriedigen. Mit der einseitigen Aufkündigung des „1992 July Agreement“ der Einschaltung des “Dispute Settlement Bodys“ (DSB) der WTO im Jahre 2004 durch die USA und der Gegenklage der EU erreichte der Airbus-Boeing-Konflikt bisher seinen Höhe-punkt. Geführt wird dieser Konflikt hauptsächlich zwischen den handelspolitischen Vertre-tern, auf der einen Seite der EU-Handelskommissar und auf der anderen Seite der US-Handelsbeauftragte.
Diese Arbeit wird sich mit dem Verhalten und den Äußerungen der US-Handelsbeauftragten in der Öffentlichkeit beschäftigen, dabei werden ausschließlich die Handelsbeauftragten der Regierung von Präsident Bill Clinton und die Handelsbeauftragten die bis 2006 unter Präsi-dent George W. Bush im Amt waren betrachtet. Der Fokus liegt auf diese Personen, da in dessen Amtszeiten sich die Marktstrukturen im internationalen Flugzeugsektor wesentlich verändert haben und die handelspolitischen Spannungen zwischen der EU und den USA we-sentlich zunahmen. Zusätzlich kommt, dass beide unterschiedlichen politischen Parteien an-gehören. Es soll untersucht werden, wie sich die jeweiligen US-Handelsbeauftragten in der Öffentlichkeit verhielten. Dafür werden einzelne öffentliche Mitteilungen, z.B. Aussagen in Zeitungsinterviews und Bekanntmachungen der US-Handelsbeauftragten in Pressemitteilun-gen, herangezogen und im Gesamtkontext analysiert. Das Spannungsverhältnis zwischen den Forderungen des US-Präsidenten und den von Boeing steht im Mittelpunkt der Analyse. Die abhängige Variable ist somit das Verhalten der US-Handelsbeauftragten in der Öffentlichkeit, die beiden unabhängigen Variablen sind einmal die Beeinflussung durch den US-Präsidenten und die Forderungen von Boeing.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Das Büro des US-Handelsbeauftragten
- 3. Die Entwicklung des Airbus-Boeing-Konflikts während der Regierung Clinton
- 3.1. Michael Kantor - Vom Protektionisten zum Freihändler
- 3.2. Charlene Barshefsky – mehr ein Anwalt Boeings als Kantor
- 4. Die Entwicklung des Airbus-Boeing-Konflikts während der Regierung Bush
- 4.1. Robert Bruce Zoellick – ein Beginn in Freundschaft und ein Ende im Streit
- 4.2. Robert Jones Portman – im Kampf für freien Wettbewerb im Sinne Boeings
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Verhalten und den Äußerungen der US-Handelsbeauftragten in der Öffentlichkeit im Kontext des Airbus-Boeing-Konflikts. Im Fokus stehen die Handelsbeauftragten der Regierung von Präsident Bill Clinton und die Handelsbeauftragten, die bis 2006 unter Präsident George W. Bush im Amt waren. Die Arbeit analysiert die Veränderungen in den Marktstrukturen des internationalen Flugzeugsektors und die handelspolitischen Spannungen zwischen der EU und den USA während dieser Zeit, da beide Präsidenten unterschiedlichen politischen Parteien angehörten.
- Analyse des Verhaltens und der Äußerungen der US-Handelsbeauftragten in der Öffentlichkeit
- Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen den Forderungen des US-Präsidenten und den Forderungen von Boeing
- Bewertung der Beeinflussung durch den US-Präsidenten und die Forderungen von Boeing auf das Verhalten der US-Handelsbeauftragten
- Einordnung der US-Handelsvertreter in den Interessenkonflikt zwischen Industrie und Politik
- Anwendungen von Theorien der Internationalen Politischen Ökonomie
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in den Airbus-Boeing-Konflikt und die Hintergründe seiner Entstehung. Es beleuchtet die Rolle der Subventionen und die gescheiterten Versuche, den Streit durch multilaterale Abkommen zu beenden. Das zweite Kapitel erläutert die Aufgaben und Funktionen des Büros des US-Handelsbeauftragten. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Analyse der Verhaltensweisen und Aussagen der US-Handelsbeauftragten während der Regierungen von Bill Clinton und George W. Bush. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Entwicklung des Konflikts während der Clinton-Regierung, wobei die Rolle der Handelsbeauftragten Michael Kantor und Charlene Barshefsky untersucht wird. Das vierte Kapitel widmet sich der Entwicklung des Konflikts unter der Bush-Regierung, wobei die Handelsbeauftragten Robert Bruce Zoellick und Robert Jones Portman betrachtet werden.
Schlüsselwörter
Der Airbus-Boeing-Konflikt, US-Handelsbeauftragter, WTO, Internationale Politische Ökonomie, Subventionen, Handelspolitik, Flugzeugsektor, EU-USA-Handelsbeziehungen, Präsident Clinton, Präsident Bush, Boeing, Airbus, „Agreement on Trade in Civil Aircraft“, „1992 July Agreement“, „General Agreement on Tarifs und Trade“ (GATT), „Dispute Settlement Body“ (DSB).
- Arbeit zitieren
- Dieter Drawski (Autor:in), 2010, Der Airbus-Boeing-Konflikt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164513