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Eine Untersuchung sozialisatorischer Einflussfaktoren im Fall des Jürgen Bartsch

Titel: Eine Untersuchung sozialisatorischer Einflussfaktoren im Fall des Jürgen Bartsch

Hausarbeit , 2005 , 32 Seiten , Note: bestanden

Autor:in: DiplVerwaltungsWirt (FH) Helmut Dudla (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der 19jährige Metzgergeselle Jürgen Bartsch wurde am 21. Juni 1966 in der Wohnung seiner Adoptiveltern verhaftet. Ihm wurde zur Last gelegt, vier Bu- ben im Alter von 8, 13, 12, und 11 Jahren sexuell missbraucht und danach be- stialisch ermordet zu haben.

Bei seinen ersten Verhören offenbart er detailliert seine Morde, gibt zu Proto- koll, dass es sein Begehr gewesen wäre, die Jungen bei lebendigem Leib zu zerschneiden, insbesondere den Bauch zu öffnen, um durch das Zwerchfell das noch schlagende Herz zu sehen.

In Deutschland sorgte kein anderer Prozess, der im November 1967 begann, für soviel Aufsehen wie der gegen den „Kirmesmörder“. Selbst die Verfahren gegen die ehemaligen Schergen des NS-Regimes, die Jahre zuvor selbst noch jede erdenkliche Untat begangen hatten, fanden weitaus weniger Beachtung.

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Vermutungen gehen dahin, dass die damalige Empörung über die Morde mit den Verdrängungsmechanismen der Nachkriegszeit zusammenhängen (Eister- mann 2004).

Worin liegen die Ursachen, die Jürgen Bartsch dazu geführt haben, solche Verbrechen zu begehen? Häufig wird ein solches Verhalten mit fehlender, fal- scher oder schlechter Erziehung in Zusammenhang gebracht. Auch das Vorlie- gen eines Sozialisationsdefizits wird als Ursache in Erwägung gezogen (Mün- zel 2002, S. 1).

War Jürgen Bartsch selbst ein Opfer defizitärer Sozialisation im Kindes- und Jugendalter und wurde er dadurch zu seinen Taten getrieben oder war er auf- grund seiner hohen Intelligenz voll verantwortlich für seine Taten? Die Antwort darauf wird wohl nie gänzlich beantwortet werden können. Man kann nur versuchen, die Fakten zu rekonstruieren, um sich dadurch ein gewis- ses Abbild von der Wirklichkeit zu verschaffen.

In dieser Hausarbeit soll daher untersucht werden, welche sozialisatorischen Faktoren auf das Handeln des Jürgen Bartsch Einfluss genommen hatten. Es sollen Tatsachen herausgestellt und untersucht werden, jedoch keine Ent- schuldigungen gesucht werden. Noch weniger geht es darum, Verständnis oder Rechtsfertigungsgründe für seine Taten zu finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisation

2.1 Begriff

2.2. Ebenen und Phasen des Sozialisationsprozesses

2.2.1 Ebenen des Sozialisationsprozesses

2.2.2 Phasen des Sozialisationsprozesses

2.2.2.1 Primäre Sozialisation

2.2.2.2 Sekundäre Sozialisation

2.2.2.3 Tertiäre Sozialisation

2.3 Erklärungsmodelle der Sozialisation

2.3.1 Entwicklungspsychologisches Modell

2.3.2 Sozialisation als „Triebschicksal“

2.3.3. Phasenmodell nach Erikson

2.4 Bindungstheorien

2.4.1 Bindungstheorie nach John Bowlby

2.4.2 Bindungstheorie nach Mary Ainsworth

3. Lebenslauf von Jürgen Bartsch

3.1 Geburt und Adoption

3.2 Die ersten fünf Jahre

3.3 Kindergarten / Schulzeit

3.4 Leben nach der Schule

3.5 Seine Taten

3.5.1 Unzuchtstaten zwischen 1960 und 1962

3.5.2 Morde zwischen 1962 und 1966

4. Analyse und Beurteilung des Sozialisationsprozesses von Jürgen Bartsch

4.1 Bindungsverhalten während der ersten elf Monate

4.2 Primäre Sozialisation in der Familie

4.3 Sekundäre Sozialisation in Kindergarten / Schulen / Heimen

4.4 Fazit

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sozialisatorischen Einflussfaktoren auf das Handeln von Jürgen Bartsch, um die Entstehung seiner schwerwiegenden Verbrechen durch eine Analyse seiner Kindheits- und Jugendbiografie im Kontext erziehungswissenschaftlicher Theorien zu beleuchten.

  • Grundlagen des Sozialisationsprozesses und Erklärungsmodelle
  • Bindungstheoretische Analyse der frühkindlichen Entwicklung
  • Biografische Rekonstruktion der Kindheit von Jürgen Bartsch
  • Analyse negativer Sozialisationseinflüsse in Familie und Heimen

Auszug aus dem Buch

4.1 Bindungsverhalten während der ersten elf Monate

Wie unter Punkt 3.1 dargestellt, verbringt Jürgen Bartsch die ersten elf Monate auf der Säuglingsstation des Krankenhauses, in dem er geboren wurde. Er wird dort von „hoffnungslos überlasteten, zur liebevollen Zuwendung kaum fähigen Schwestern“ (Haberland 1997, S. 56) betreut. In dieser Phase muss er sich jedes Lächeln erbetteln. Er wird im Alter von sechs bis sieben Monaten bereits sauber. Wie diese frühe Sauberkeit zustande kommt, erklärt eine frühere Kinderschwester: „Wir haben ihn einfach aufs Töpfchen gesetzt.“ (Moor 2003, S. 24)

Bei Bindungsforschern wie Bowlby, Ainthworth und Main besteht Einigkeit darüber, dass die ersten 12 bis 18 Lebensmonate prägend sind für den Aufbau der Mutter(Bezugsperson)-Kind-Beziehung (Szymalla 2003, S. 6).

Das biologisch verankerte Verhaltenssystem, bei dem das Neugeborene bereits von Geburt an die Nähe der Mutter herstellen kann, ist hier außer Kraft gesetzt, da die Mutter nicht vorhanden ist. Die Kinderschwestern auf der Säuglingsstation können aufgrund der Belastungen und Arbeitszeiten (Schichtdienst) nur zum Teil und auch nur für kurze Zeit präsent sein. Dadurch und wegen der berufsnotwendigen emotionalen Distanz kann eine Bindung an eine bestimmte Person (Bezugsperson) nicht zustande kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Fall Jürgen Bartsch und Formulierung der Fragestellung bezüglich der sozialisatorischen Ursachen für seine Verbrechen.

2. Sozialisation: Theoretische Definition des Begriffs Sozialisation sowie Darstellung relevanter Ebenen, Phasen und Erklärungsmodelle der Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie.

3. Lebenslauf von Jürgen Bartsch: Detaillierte chronologische Darstellung der Biografie Bartschs, von der Geburt und Adoption bis hin zu den begangenen Unzuchtstaten und Morden.

4. Analyse und Beurteilung des Sozialisationsprozesses von Jürgen Bartsch: Untersuchung und kritische Einordnung der Biografie unter Berücksichtigung von Bindungsstörungen und negativen Sozialisationseinflüssen in Familie und Internat.

5. Schluss: Zusammenfassung des weiteren Verlaufs des Falls, einschließlich der strafrechtlichen Verurteilung und des Todes von Jürgen Bartsch.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Jürgen Bartsch, Bindungstheorie, Kindheit, Entwicklungspsychologie, Adoption, Sozialisationsdefizit, Bindungsstörung, Erziehung, Familiendynamik, Kriminalität, Trauma, Persönlichkeitsentwicklung, Internat, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche sozialisatorischen Faktoren im Leben des Jürgen Bartsch dazu geführt haben könnten, dass er zu einem Serienmörder wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Die zentralen Felder sind die Grundlagen der Sozialisation, Bindungstheorien, die Biografie von Jürgen Bartsch sowie die Analyse seiner persönlichen Entwicklung im Kontext von Familie und Heimen.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Frage ist, ob Jürgen Bartsch ein Opfer defizitärer Sozialisation war und ob diese Faktoren seine späteren Taten maßgeblich mitbestimmt haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor nutzt eine biografische Rekonstruktion, kombiniert mit der Anwendung wissenschaftlicher Modelle aus der Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung, um den Fall Bartsch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Hausarbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung in Sozialisationstheorien und eine anschließende detaillierte Analyse der biografischen Ereignisse Bartschs unter Berücksichtigung dieser Theorien.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Bindungstheorie, Entwicklungspsychologie, Jürgen Bartsch, Kindheitstrauma und Sozialisationsdefizite.

Welchen Einfluss hatte das Internat „Marienhausen“ laut den Gutachten auf Bartsch?

Laut den zitierten Gutachten wurden dort durch unpersönliche Erziehungsprinzipien, Angst und Gewalt die sadistischen Tendenzen Bartschs entscheidend und entgültig ausgeprägt.

Wie bewerten die Adoptiveltern die psychische Verfassung ihres Ziehsohns in der Arbeit?

Die Arbeit zeigt, dass die Eltern bei Bartschs Problemen, wie etwa dem Stehlen oder Gewalt gegenüber anderen, oft mit Unverständnis reagierten oder die Vorfälle als „sexuelle Spielerei“ bagatellisierten.

Warum spielt das Thema „Sauberkeitswahn“ eine so große Rolle für die Sozialisation Bartschs?

Der extreme Sauberkeitszwang der Adoptivmutter und die damit verbundene Bestrafung und Misshandlung stellten eine pathogene Belastung dar, die die Bindung und Persönlichkeitsentwicklung des Jungen nachhaltig schädigte.

Wird Bartsch durch die Arbeit entschuldigt oder in Schutz genommen?

Nein, der Autor betont explizit, dass es darum geht, Tatsachen zu rekonstruieren, um ein Bild der Wirklichkeit zu schaffen, ohne dabei Entschuldigungen oder Rechtsfertigungsgründe für seine Taten zu suchen.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Untersuchung sozialisatorischer Einflussfaktoren im Fall des Jürgen Bartsch
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
bestanden
Autor
DiplVerwaltungsWirt (FH) Helmut Dudla (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
32
Katalognummer
V164446
ISBN (eBook)
9783640805648
ISBN (Buch)
9783640805716
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine untersuchung einflussfaktoren fall jürgen bartsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
DiplVerwaltungsWirt (FH) Helmut Dudla (Autor:in), 2005, Eine Untersuchung sozialisatorischer Einflussfaktoren im Fall des Jürgen Bartsch, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164446
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Leseprobe aus  32  Seiten
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