Die folgende Arbeit thematisiert die gesellschaftliche Entwicklung der sächsischen Bevölkerung in der Neuzeit.
Nach einigen notwendigen Vorbetrachtrungen widmet sich der Hauptteil der Arbeit der sozialen Differenzierung der Bevölkerungsschichten. Es soll die Antwort auf die Frage gegeben werden, inwieweit der neuzeitliche Absolutismus auf den sozialen Werdegang aller Bevölkerungsschichten wirkte. Um sich dieser Thematik so gut wie möglich nähern zu können, ist es wichtig, die drei großen Bevölkerungsgruppen einzeln zu betrachten, dabei wird aufgrund der sozial-historischen Themenstellung von dem standardisierten Drei-Stände-Modell abgesehen. Im Vordergrund steht die Einteilung der Bevölkerung Sachsens in Landbevölkerung, Stadtbevölkerung und Adel. Die zunehmende soziale Ausdifferenzierung jener Zeit macht es notwendig, sich auf diesem Weg dem Phänomen zu nähern.
Das folgende Kapitel gibt einführend einen Überblick über den Zeitkontext. Primär soll hier der Absolutismus behandelt werden. Wie war ein neuzeitlicher Staat absolutistischer Prägung aufgebaut? Wie ist er entstanden? Welche Konfliktherde brachte diese Staatsform mit sich?
Das dritte Kapitel geht dann konkret auf das Land Kursachsen ein. Wie war es strukturiert? Welche Rolle spielte der Kurfürst? Dieser Teil widmet sich den drei großen Bevölkerungsschichten und soll einen Überblick über die soziale Ausdifferenzierung geben. Wie entwickelte sich die Ständegesellschaft Sachsens unter dem Absolutismus?
Am Schluss der Arbeit findet der Leser die Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Zeitalter des Absolutismus
2.1 Der Absolutismus – eine Definition
2.1.1 Die Entstehung des Absolutismus
2.1.2 Die Legitimation der Alleinherrschaft des absoluten Herrschers
2.1.3 Die Herrschaftsauffassung
2.2 Der Staat des Absolutismus
2.2.1 Die höfische Herrschaft
2.2.2 Die vordringlichste Aufgabe des Souverän
2.2.3 Die Finanzierung des neuen Staatswesens
3. Der Absolutismus in Kursachsen und sein Einfluss auf die soziale Entwicklung der Bevölkerung
3.1 Die Landbevölkerung
3.1.1 Aus der Krise des Mittelalters
3.1.2 Der Differenzierungsprozess
3.1.3 Das Verhältnis zwischen Gutsdherr und Gemeinde
3.1.4 Der 30jährige Krieg als Entwicklungseinschnitt
3.1.5 Der Werdegang bis ins 19. Jahrhundert
3.2 Die Stadtbevölkerung
3.2.1 Der Differenzierungsprozess
3.2.2 Die Situation in den Städten
3.2.3 Die städtische Selbstverwaltung und die Einbindung in das Kurfürstentum
3.3 Der Adel
3.3.1 Der „neue“ Adlige
3.3.2 Der Differenzierungsprozess
3.3.3 Die wirtschaftliche Situation
3.3.4 Die Adelsgesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts
3.3.5 Die Konsequenzen der sozialen Differenzierung
3.3.6 Der höfische Adel
3.3.7 Zwischenbilanz
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Entwicklung der sächsischen Bevölkerung unter dem Einfluss des frühneuzeitlichen Absolutismus. Ziel ist es, die soziale Ausdifferenzierung innerhalb der drei Hauptgruppen – Landbevölkerung, Stadtbevölkerung und Adel – zu analysieren und zu klären, wie absolutistische Herrschaftsstrukturen diese Prozesse beeinflussten.
- Analyse der absolutistischen Staatsform und ihrer Herrschaftslegitimation
- Soziale Differenzierungsprozesse innerhalb der Landbevölkerung
- Einfluss des Absolutismus auf die Struktur sächsischer Städte
- Wandel der Rolle und Stellung des Adels im absolutistischen Gefüge
- Wechselwirkungen zwischen zentralstaatlicher Politik und ständischen Strukturen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Der Differenzierungsprozess
Mit der erhöhten Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten ging ein Preisanstieg jener einher. Die Löhne und Preise im gewerblichen Bereich nahmen zu und gleichzeitig stagnierten die Einkünfte der städtisch-gewerblichen Bevölkerung. Der Wertzuwachs bäuerlicher Güter setzte erst aber Mitte des 16. Jahrhunderts ein. Ab diesem Zeitpunkt sind auch die sozialen Differenzierungen zu beobachten.
Im Mittelalter war die ländliche Bevölkerung identisch mit der bäuerlichen Bevölkerung. Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert und vor allem ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts veränderte sich dies. Statistiken zeigen, dass seit der Mitte des 16. Jahrhunderts der Anteil an Landhandwerkern und Häuslern kontinuierlich zunahm. Eine weitere Ausdifferenzierung ist bei den Bauern selbst zu finden, Voll- und Kleinbauern entwickelten sich auseinander. Während der Anteil der Vollbauern bis in das 19. Jahrhundert hinein ständig abnahm, nahm die Zahl der Kleinbauern bis 1780 zu. In einer Dorfgemeinde nahm der nichtbäuerliche Anteil zu, während der bäuerliche zurückging.
Worin liegen nun die Ursachen für solch eine soziale Veränderung? Zum einen kam es durch die Erbteilung auf dem Land zur Verkleinerung des bäuerlichen Besitzes, zum anderen bildeten sich seit dem 15. Jahrhundert immer mehr Rittergüter heraus und es wurden Arbeitskräfte ohne eine eigene Landwirtschaft, so genannte „Drescher“, angesiedelt.
Dieser ganzen Entwicklung lag das neue Wirtschaftssystem zugrunde. Der Frühkapitalismus, das Verlagssystem, die Manufakturproduktion und die Geld- und Warenwirtschaft sorgten dafür, dass das Gewerbe ins Dorf selbst verlegt wurde. Diese Neuerscheinungen bildeten die Hauptursache für die Entwicklung auf dem Land. Der gesamte Differenzierungsprozess hat die ländlichen Verhältnisse bis in das 19. Jahrhundert geprägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die gesellschaftliche Entwicklung der sächsischen Bevölkerung in der Neuzeit unter dem Einfluss des Absolutismus durch eine Analyse von Landbevölkerung, Stadtbevölkerung und Adel.
2. Das Zeitalter des Absolutismus: Dieses Kapitel definiert den Absolutismus, beleuchtet seine Entstehung sowie Legitimation und erklärt das absolutistische Staatsmodell mit seinen Herrschafts- und Finanzierungsstrukturen.
3. Der Absolutismus in Kursachsen und sein Einfluss auf die soziale Entwicklung der Bevölkerung: Dieser Hauptteil analysiert konkret die sozialen Differenzierungsprozesse innerhalb der drei großen Bevölkerungsschichten Sachsens und deren Verhältnis zur absolutistischen Landesherrschaft.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert den grundlegenden sozialen Wandel durch den Absolutismus und betont, dass die Zentralisierungsmacht des Kurfürsten trotz intensiver Bemühungen durch den Widerstand der Stände begrenzt blieb.
Schlüsselwörter
Absolutismus, Kursachsen, soziale Differenzierung, Landbevölkerung, Stadtbevölkerung, Adel, Ständegesellschaft, Rittergüter, Zentralisierung, Herrschaftslegitimation, August der Starke, Landesherrschaft, frühneuzeitlicher Staat, soziale Mobilität, Wirtschaftsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Veränderungen in Kursachsen während der Zeit des Absolutismus und analysiert, wie diese Herrschaftsform die soziale Struktur der Bevölkerung prägte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Entwicklung von Landbevölkerung, Stadtbevölkerung und Adel sowie deren jeweilige soziale Differenzierung unter dem Einfluss des absolutistischen Systems.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit der Absolutismus den sozialen Werdegang aller Bevölkerungsschichten in Sachsen beeinflusste und wie die Stände auf diese staatlichen Eingriffe reagierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sozial-historischen Analyse, bei der das standardisierte Drei-Stände-Modell zugunsten einer detaillierten Betrachtung spezifischer Bevölkerungsgruppen aufgegeben wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich in drei großen Schritten der detaillierten Untersuchung von Landbevölkerung, Stadtbevölkerung und Adel, wobei soziale Dynamiken und Konflikte mit dem Landesherrn im Fokus stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Absolutismus, soziale Differenzierung, Ständegesellschaft, Kursachsen, Landesherrschaft und die spezifische Entwicklung von Rittergütern und Städten.
Warum war die Finanzierung im Absolutismus so problematisch?
Die Finanzierung von prunkvoller Hofhaltung, einem großen Beamtenapparat und stehenden Heeren überstieg oft die wirtschaftlichen Möglichkeiten, was zur Mehrbelastung der Bürger durch Steuern führte.
Wie reagierte der Adel auf den absolutistischen Druck?
Der Adel leistete teilweise Widerstand, etwa durch das Beharren auf alten Privilegien, spaltete sich aber gleichzeitig in einen hofnahen Adel und eine landständische Ritterschaft, was der Kurfürst für seine Politik nutzen konnte.
- Arbeit zitieren
- Christoph Eydt (Autor:in), 2009, Die Ständegeschichte im Kursachsen der frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164325