Constantin Brâncusi etablierte sich dank seiner für das westliche Kunstgeschehen eher exotischen Herkunft und seiner spielerisch-reflexiven Arbeitsweise relativ schnell; er pflegte unter Anderem Kontakt mit Rodin und weiteren Zeitgenossen der Kunstszene. In dieser Arbeit wird das Gewicht auf die Beziehung von Sockel und Skulptur gelegt; es werden drei Hauptwerke Brâncusi’s vorgestellt und anhand Vergleiche Entwicklungen, die Rolle des Sockels und dessen Aufarbeitung bearbeitet. Der Sockel ist als ‚Fortsatz der Skulptur‘ nicht nur in seiner materiellen Ausarbeitung interessant; Kombinatorik – eines der wichtigsten Werk-zeuge des Künstlers – sowie das dazugehörige Konzept zeichnen die oft aus sehr unterschiedli-chen Elementen bestehenden Werke aus.
Inhaltsverzeichnis
I Prolog
II Hauptteil
1. Die Hauptwerke
1.1 Die Endlose Säule
1.2 Der Fisch
1.3 Der Vogel im Raum
2. Der Sockel: Ursprung und Entwicklung
2.1 Ikonographie und Funktion der Brâncusi-Sockel
2.2 Der Ursprung des Sockels und dessen Konzept in der Entstehung
2.3 Die Entwicklung des Vogelthemas
3. Kombinatorische Beziehung zwischen Skulptur und Sockel
4. Kunstgeschichtliche Aufarbeitung
III Epilog
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des Sockels in den Werken von Constantin Brâncusi. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Künstler durch die kombinatorische Beziehung zwischen Skulptur und Sockel ein harmonisches Gesamtkonzept schafft, welches über die bloße Trägerfunktion des Sockels hinausgeht.
- Analyse der Skulptur-Sockel-Kombination anhand ausgewählter Hauptwerke
- Untersuchung des Ursprungs und der Entwicklung der Sockelformen
- Erforschung der kombinatorischen Methode als zentrales Werkzeug Brâncusis
- Einordnung der Sockelproblematik in den kunstgeschichtlichen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Ursprung des Sockels und dessen Konzept in der Entstehung
Es erweist sich als schwierig, in den frühen Werken Brâncusis eine Entwicklung herauszukristallisieren; vor allem zwischen 1907 und 1916 als der Künstler in seinem Atelier an der Rue du Montparnasse arbeitete, das er auch bewohnte. Dort hat er seine Arbeiten zwar mit Hilfe von Fotografien dokumentiert, deren Anzahl sich aber für gesicherte Rückschlüsse zu ziehen als zu klein erweist. Durch die Eigenheit des Künstlers die Skulpturen aus extremen Positionen zu Fotografieren, wie zum Beispiel Frontalaufnahmen oder der direkten Ansicht auf eine scharfe Kante, ergeben sich Schwierigkeiten bei der Erfassung der plastischen Qualität, der Proportionen und Balance der Gesamtkomposition. Zudem wurden in New York, in der Armory Show 1913 sowie den ersten Einzelausstellungen der Galerie der Photo-Secession 1914 die Skulpturen des Künstlers nicht auf den eigenen Sockeln gezeigt, was zu einem nicht zu vernachlässigendem Verlust von Authentizität führte.
Erst ab 1916 tauchen Fotos von Sockeln auf - vorher lag der Fokus des Künstlers nur auf den eigentlichen Skulpturen. Es handelt sich dabei um einfache Aufbauten die aus rohem Stein oder Holzblöcken bestehen; diese werden auch experimentell kombiniert. Bei näherer Betrachtung lässt sich ein syntaktisches Prinzip ableiten; einer der Grundtypen der sich durchgesetzt hat ist eine Kombination aus einem vertikalen Balkenstück, einem überstehendes Formelement und einem Untersockel.
Zusammenfassung der Kapitel
I Prolog: Einleitung in die Arbeitsweise Brâncusis und Einführung in die zentrale Fragestellung der Beziehung zwischen Skulptur und Sockel.
II Hauptteil: Detaillierte Analyse der Skulptur-Sockel-Problematik anhand von Hauptwerken sowie Untersuchung der historischen Entwicklung und der kombinatorischen Konzepte.
1. Die Hauptwerke: Werkbetrachtung der Endlosen Säule, des Fischs und des Vogels im Raum unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Sockelkombinationen.
2. Der Sockel: Ursprung und Entwicklung: Untersuchung der ikonographischen Funktionen und der formalen Entstehungsprozesse von Brâncusis Sockelaufbauten.
3. Kombinatorische Beziehung zwischen Skulptur und Sockel: Analyse des Zusammenspiels von geometrischen und organischen Formen sowie der kontrastierenden Materialwahl.
4. Kunstgeschichtliche Aufarbeitung: Diskurs über die unterschiedlichen kunstkritischen Interpretationen des Brâncusi-Sockels und dessen Stellenwert im Werk.
III Epilog: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige weitere theoretische Aufarbeitungen.
Schlüsselwörter
Constantin Brâncusi, Skulptur, Sockel, Kombinatorik, Endlose Säule, Vogel im Raum, Fisch, Moderne, Materialität, Formgebung, Kunstgeschichte, Abstraktion, Avantgarde, Skulpturgruppe, Sockelkonzept.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das gestalterische und konzeptionelle Verhältnis zwischen Skulptur und Sockel im Œuvre von Constantin Brâncusi.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die formale Entwicklung der Sockel, die Rolle der Kombinatorik und die Wechselwirkung zwischen Materie und künstlerischem Konzept.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass der Sockel bei Brâncusi kein bloßes Hilfsmittel ist, sondern integraler und gleichwertiger Bestandteil der künstlerischen Aussage.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Werkbetrachtungen, vergleichende Analysen sowie die Auswertung zeitgenössischer Dokumentationen und Fotografien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung monumentaler Werke, die Genese der Sockelformen sowie eine Diskussion der fachwissenschaftlichen Rezeption.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Kombinatorik, Skulptur-Sockel-Einheit, Abstraktion und die spezifischen Werktitel definieren den inhaltlichen Kern.
Warum spielt die Dokumentation durch Fotografien eine so große Rolle für die Untersuchung?
Da Brâncusi die Sockel seiner Skulpturen häufig austauschte, liefern historische Atelierfotografien wichtige, wenn auch teils schwer interpretierbare Anhaltspunkte für die ursprüngliche Komposition.
Welche Bedeutung kommt der "Endlosen Säule" im Kontext dieser Arbeit zu?
Sie dient als herausragendes Beispiel für die serielle Wiederholung identischer Elemente und verdeutlicht Brâncusis Hang zur monumentalen architektonischen Gestaltung.
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- Lena Papailiou (Author), 2010, Constantin Brâncusi, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164184