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Christentum vs. Heidentum in Eichendorffs "Das Marmorbild"

Titel: Christentum vs. Heidentum in Eichendorffs "Das Marmorbild"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stefanie Pokorny (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild" entstand vermutlich zwischen dem Sommer 1816 und dem Frühjahr 1817 und erschien in Foqués "Frauentaschenbuch für das Jahr 1819". Auf die Entstehungsgeschichte wird hier nicht weiter eingegangen, doch es sei darauf hingewiesen, dass die Venus-Thematik, die Eichendorff in diesem Werk verarbeitet, in der Romantik ein zentrales Motiv war.
Kurz gefasst handelt die Novelle von dem jungen Dichter Florio, der sich am Scheideweg seines Lebens für eine von zwei antagonistischen Lebensweisen entscheiden muss: Wollust und Heidentum oder Frömmigkeit und Christentum. Als Begleiter auf seinem Weg fungieren Fortunatu und Bianka als Vertreter des Christentums und gegensätzlich dazu Donati und Venus als Vertreter des Heidentums. "Eichendorff zufolge war das antike Weltgefühl geprägt durch eine Bejahung und Verherrlichung des Sinnlichen." Diese irdischen Gelüste werden in der Figur der Venus verkörpert, die versucht, Florio auf die dunkle Seite zu locken. Wenn dieser sich zwischen den beiden Seiten entscheiden muss, "so geht es nicht nur um den Gegensatz von Gesittung und Ausschweifung, sondern auch um den übergreifenden Konrast von Christen- und Heidentum." Es ist ein "Kampf der Mächte des Lichts und der Finsternis um die menschliche Seele, welche sich schließlich dem Guten zuwendet".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Gedanken zur religiösen Thematik

2. Verkörperungen des Christentums

2.1Fortunato, der Retter

2.2Bianka, der Inbegriff der Mutter Gottes

3. Verkörperungen des Heidentums

3.1Donati, der teuflische Vermittler

3.2Venus, die heidnische Verführerin

4. Raumkonzeption

4.1Paradiesgarten

4.2Venusgarten

5. Florios Prozess des Erwachsenwerdens

6. Bewertung des Schlussszene

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen religiösen Konflikt zwischen Christentum und Heidentum in Joseph von Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild" und analysiert, wie dieser Gegensatz die Entwicklung des Protagonisten Florio maßgeblich beeinflusst.

  • Charakteranalyse der christlichen und heidnischen Repräsentanten
  • Gegenüberstellung der Raumkonzeptionen (Paradiesgarten vs. Venusgarten)
  • Entwicklungspsychologische Betrachtung des Protagonisten Florio
  • Symbolik von Naturmotiven und religiösen Kontrasten
  • Kritische Würdigung des Novellenendes hinsichtlich seiner Eindeutigkeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Venus, die heidnische Verführerin

Venus, die römische Göttin der Liebe und des erotischen Begehrens, ist die zweite und gleichzeitig stärkste Vertreterin des Heidentums. Im Gegensatz zu Bianka, die rein und unschuldig auftritt, ist sie die Verkörperung der Begierde, des sexuellen Verlangens und aus christlicher Sicht die heidnische Verführerin, ja sogar die Teufelin persönlich.

Die Macht der heidnischen Göttin ist so stark, dass Florio sich in sie verliebt, schon bevor er sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Auf gewisse Art ‚verzaubert‘ von Donatis erstem Auftreten träumt er in derselben Nacht von Sirenen, „die alle aussahen wie das schöne Mädchen mit dem Blumenkranze“, die „so wunderbar, traurig und ohne Ende [sang]“. (M 43) Sirenen sind mythologische Wesen, die Männer auf See anlocken und in den Tod führen; auch die schöne Loreley, deren Geschichte auf vielfache Art und Weise gedichtet und vertont wurde, gehört zu ihnen. Das Sirenenlied, das Florio im Traum hört, könnte man als ‚Vorboten‘ betrachten, gewissermaßen als Köder, der ihn letztendlich zum Marmorbild lockt. Das schöne Mädchen wiederum, welches Bianka darstellt, ist für Florio bereits zur Venus geworden.

Als er noch in derselben Nacht gedankenverloren umher spaziert, gelangt er an einen Weiher, an dem „ein marmornes Venusbild […] dicht am Ufer auf einem Steine stand“. (M 45) „Sowohl das Marmorbild als auch das Sirenenlied sind Symbole für den irdischen Zauber und die sinnliche Schönheit, beide sind der immanenten Sinnenwelt verhaftet und damit […] dem heidnischen Bereich zugehörig.“19 Florio befindet sich also in einer Art Zauberwelt und scheint seine Geliebte in dem marmornen Bild wieder zu erkennen. Zugleich kommt es ihm vor, „als schlüge es die seelenvollen Augen langsam auf“ und „als wollten sich die Lippen bewegen zum Gruße“. (M 46) Kurze Zeit später ändert sich das Wetter und parallel dazu seine Wahrnehmung. Das Venusbild kommt ihm nun „fürchterlich weiß und regungslos“ vor, „mit steinernen Augenhöhlen“, und Florio übermannt ein „nie gefühltes Grauen“ (M 46).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Gedanken zur religiösen Thematik: Vorstellung der Novelle als Auseinandersetzung zwischen christlicher Frömmigkeit und heidnischer Sinnlichkeit, eingebettet in den Kontext der Romantik.

2. Verkörperungen des Christentums: Analyse der Figuren Fortunato und Bianka als Repräsentanten christlicher Werte und Tugenden sowie ihrer Funktion als Wegweiser für den Protagonisten.

3. Verkörperungen des Heidentums: Untersuchung von Donati und Venus als dämonische Verführer, die Florio in eine Welt des sinnlichen Trugs und des Narzissmus locken wollen.

4. Raumkonzeption: Gegenüberstellung der landschaftlichen Räume, wobei der Paradiesgarten für christliche Offenheit und Hoffnung steht, während der Venusgarten durch Zirkularität und emotionale Gefangenschaft charakterisiert ist.

5. Florios Prozess des Erwachsenwerdens: Darstellung des Entwicklungswegs des Protagonisten von naiver sexueller Lust hin zur bewussten Entscheidung für ein aufrichtiges Leben im christlichen Glauben.

6. Bewertung der Schlussszene: Kritische Analyse des positiven Endes der Novelle und die Diskussion darüber, ob die Überwindung des Heidentums dauerhaft ist oder lediglich eine temporäre Verdrängung darstellt.

Schlüsselwörter

Joseph von Eichendorff, Das Marmorbild, Romantik, Christentum, Heidentum, Florio, Venus, Bianka, Fortunato, Donati, Raumkonzeption, Erwachsenwerden, Symbolik, Literaturwissenschaft, Novelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den zentralen religiösen und weltanschaulichen Konflikt zwischen Christentum und Heidentum in Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Charakterisierung der Protagonisten als religiöse Symbole, die Symbolik der Garten-Raumkonzepte sowie die Entwicklung des Protagonisten Florio.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Florio durch das Spannungsfeld dieser beiden Weltanschauungen seinen Weg zum Erwachsenwerden findet und sich letztlich dem Christentum zuwendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die textnahe Interpretationen mit dem Vergleich von Charakteren, Motiven und Raumkonzeptionen verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der christlichen und heidnischen Figuren, die Untersuchung der Raumsymbolik und die prozesshafte Entwicklung des Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eichendorff, Romantik, religiöse Ambivalenz, Versuchung, Erlösung und Sinnlichkeit.

Wie deutet die Autorin das Motiv der Rose im Werk?

Die Rose wird im Kontext von Bianka als Symbol für reine, ehrliche Liebe und als Attribut der Mutter Gottes interpretiert, was einen scharfen Kontrast zur heidnischen Verführung darstellt.

Warum wird Donatis Name in der Arbeit besonders kritisch betrachtet?

Der Name wird sowohl etymologisch ("Geschenk") hinterfragt als auch historisch mit den Donatisten, einer frühchristlichen Sekte, in Verbindung gebracht, um seine Rolle als "falscher Prediger" zu untermauern.

Wie ist das Ende der Novelle laut der Autorin zu bewerten?

Das Ende wird als unsicher eingestuft; während der Sieg des Christentums oberflächlich feststeht, bleibt die Frage offen, ob die Macht der Venus wirklich gebrochen oder nur in das Unterbewusstsein verdrängt wurde.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Christentum vs. Heidentum in Eichendorffs "Das Marmorbild"
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Germanistik)
Veranstaltung
Literatur der Restaurationszeit
Note
1,7
Autor
Stefanie Pokorny (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V163849
ISBN (eBook)
9783640791705
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marmorbild Venus Romantik Restaurationszeit Christentum Heidentum Novelle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Pokorny (Autor:in), 2009, Christentum vs. Heidentum in Eichendorffs "Das Marmorbild", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163849
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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