Diese Studienarbeit thematisiert die Finanz- und Bankenkrise von 2007/2008 (auch Subprime-Krise genannt) aus einer Governance-betrachtung. Zunächst wird dazu in die Thematik der Finanzkrisen und in die Governanceansätze eingeführt. Aufbauend auf diesem Hintergrundwissen beschäftigt sich die ex-post Analyse dann mit drei wesentlichen Themenfeldern:
1) Der Unternehmens-Umwelt-Beziehung, bei der kontextuelle Faktoren und Indikatoren abgewogen werden,
2) der Betrachtung entlang der Gliederung nach Makro-, Meso- und Mikroebene und einer Beschreibung der Wirkungsverflechtungen und
3) mit der Auswertung konkreter Hilfestellungen seitens der Regierung.
Innerhalb des kritischen Diskurses wird dabei gegenüber gestellt, inwiefern die getroffenen Maßnahmen nachhaltig eine Wiederholung der Vorfälle (Insolvenz von Banken, Spekulationspreise, Folgewirkungen auf Kreditvergabe, etc.) ausschließen können. Schließlich wird innerhalb der Zusammenfassung ein Ausblick auf mögliche Intensivierungspunkte gegeben, die sich für eine weitere Vertiefung eignen würden.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
1.1. Abstrakt
1.2. Problemstellung
1.3. Aufbau der Hausarbeit
2. Hintergrund
2.1. Motivation
2.2. Governance
2.3. Finanzsektor und Banken
2.4. Konkrete Hilfestellungen seitens der Regierungen
3. Governance und Betrachtungsformen
3.1. Einbeziehung von Unternehmen in die Umwelt
3.2. Makro-, Meso- und Mikroebene
4. Kritischer Diskurs
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Finanz- und Bankenkrise von 2007/2008 mittels einer ex-post Governance-Betrachtung zu analysieren, um zu bewerten, inwiefern regulatorische Maßnahmen nachhaltig geeignet sind, das erneute Auftreten solcher Krisen zu verhindern.
- Governance-Strukturen im Finanzsektor
- Einflussfaktoren und Ursachen der Subprime-Krise
- Unternehmens-Umwelt-Beziehungen auf verschiedenen Ebenen (Makro, Meso, Mikro)
- Evaluation internationaler und nationaler Hilfsmaßnahmen
- Kritische Diskussion zur Nachhaltigkeit staatlicher Regulierungsversuche
Auszug aus dem Buch
2.3. Finanzsektor und Banken
Ausgangspunkt für die Finanzkrise von 2007/2008 war der Bankensektor, deshalb ist es notwendig die wesentlichen Faktoren, die zu dieser Krise führen konnten, im Einzelnen zu betrachten.
Jean Tirole (2002) gibt bereits frühzeitig in seiner Analyse der Dot.Com Blase zu erkennen, dass Folgewirkungen im Finanzsektor als logische Konsequenz der Handlungen in der FED (Federal Reserve System) folgen werden. Nach der Krise von 2007/2008 folgert er, dass acht wesentliche Faktoren verantwortlich für die Auswirkungen waren.
1.) Großer Kapitalanteil: Ein hoher Anteil am weltweiten Kapital lagerte durch die starke US Wirtschaft und der Leitrolle des Dollars, in den USA. Die Börsenspekulationen und Kapitalverteilung führten dazu, dass die Anleger ein hohes Interesse an rentablen Finanzanlagen besaßen. Dieses gab (und gibt immer noch) den Anreiz an die Firmen, sich entsprechend zu präsentieren, um Anleger von der Attraktivität der eigenen Unternehmung zu überzeugen.
2.) Immobiliensektor: Aus Sicht der Banken war das Ziel der Investitionen in den Immobiliensektor auch Kredite an Personen vergeben zu können, die zu höheren Zinsen nicht abgeschlossen hätten. Diese Niedrigkredite konnten nur bei einem entsprechend niedrigen Leitzins rentabel bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Finanzkrisen und Darlegung der Zielsetzung sowie der Struktur der Hausarbeit.
2. Hintergrund: Analyse der Ursachen der Finanzkrise 2007/2008 sowie Definition zentraler Governance-Begriffe und Vorstellung wichtiger Faktoren im Bankensektor.
3. Governance und Betrachtungsformen: Erörterung verschiedener Governance-Perspektiven, insbesondere die Einbeziehung der Unternehmensumwelt und die Gliederung in Makro-, Meso- und Mikroebene.
4. Kritischer Diskurs: Bewertung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von regulatorischen Maßnahmen vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus Kapitel 3.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe bezüglich einer harmonisierten globalen Überwachung.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Bankenkrise, Subprime-Krise, Governance, Regulierung, Marktversagen, Finanzsektor, Kapitalrücklagen, Risikobewertung, Makroebene, Mesoebene, Mikroebene, Wirtschaftsstabilität, Zentralbank, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Finanz- und Bankenkrise von 2007/2008 und untersucht diese aus einer Governance-Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Governance-Ansätze, die Analyse der Ursachen der Finanzkrise, die Rolle staatlicher Hilfsmaßnahmen sowie die Wirksamkeit von Regulierungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine ex-post Analyse, um festzustellen, ob die nach der Krise getroffenen Maßnahmen eine Wiederholung ähnlicher Krisenszenarien nachhaltig verhindern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine Governance-Betrachtung, die durch eine Unterteilung in Makro-, Meso- und Mikroebene sowie eine Gegenüberstellung von koordinierten und unkoordinierten ökonomischen Ansätzen strukturiert ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Hintergrundfaktoren der Krise beleuchtet, Governance-Dimensionen definiert und anschließend in einem kritischen Diskurs die Wirksamkeit der getroffenen politischen und ökonomischen Gegenmaßnahmen bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Governance, Finanzkrise, Regulierung, Marktversagen, Risikobewertung und ökonomische Stabilität.
Welche Rolle spielt die Makro-, Meso- und Mikroebene in der Analyse?
Diese Ebenen dienen dazu, die Krisenfolgen differenziert zu betrachten: von internationaler Koordination (Makro) über sektorale Analysen (Meso) bis hin zum Verhalten privater Haushalte (Mikro).
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Rating-Agenturen?
Die Arbeit sieht in staatlichen Regulierungen für Rating-Agenturen, wie etwa verbindliche Mindeststandards für AAA-Derivate, eine notwendige Maßnahme zur langfristigen Stabilisierung der Qualität.
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- Dr. Tobias Fritsch (Author), 2010, Die Folgen der Bankenkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163750