When talking about “civilized behavior”, a whole set of associations opens up immediately. We can talk, eat, walk, act and even dress ourselves in a “civilized” manner. But what does civilization actually mean? Are human beings (who, according to a natural- scientific worldview, are actually nothing but mammals) really capable of civilized behavior? An average citizen from a western “civilization” would probably approve of a general distinction between “civilized” and “uncivilized”. The concept of civilization has undergone a massive change. It is now more than just an artificial concept, constructed by sociologists and philosophers. In the modern world of today, being or acting “civilized” does not only entail social norms inside a certain group of people. The concept of civilization has also become a powerful weapon on the political and cultural battlefields of the 21st century.
Most of the time, the self-control of bodily behavior and spontaneous bodily expressions is one of the most important challenges of a human being living in the modern age. It is so important that it has become a central characteristic of humanity – in contrast to other animals, that usually do not control their behavior for constructed social reasons. On the other hand, the processes that are involved in controlling and interpreting the actions of the body are barely noticed – they have become so internalized that we don’t even recognize them anymore. Especially in the western world, meaning is often transported through separation: “I am civilized, because you are not civilized” and so forth. Interestingly, the control of certain modes of behavior (like in the case of eating, personal hygiene or social manners in general) has not always been a natural course of action.
Inhaltsverzeichnis
Introduction
1. Basic developments of the civilized body
1.1 The development of eating habits
1.2 The development of personal hygiene
2. The social construction of shame
3. Civilized Bodies in the 21st Century
Conclusion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung menschlicher Körperlichkeit und Verhaltensweisen im Kontext des Zivilisationsprozesses. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern soziale Normen, Schamgefühle und moderne Medientechnologien das Verständnis von „zivilisiertem“ Verhalten konstruieren und ob der menschliche Körper in einem absoluten Sinne überhaupt zivilisierbar ist.
- Historische Entwicklung von Essgewohnheiten und Tischmanieren
- Wandel der Körperhygiene und deren soziale Bedeutung
- Die soziologische Konstruktion von Scham nach Norbert Elias
- Einfluss von Medien und Internet auf die öffentliche Inszenierung des Körpers
- Spannungsfeld zwischen privater Intimität und öffentlicher Entblößung
Auszug aus dem Buch
1.1 The development of eating habits
When talking about civilized behavior in everyday life, eating habits come to mind very quickly. The way a person acts at a dinner table enables other people to draw conclusions about their social or even educational background. A whole industrial branch has developed around the “art of good behavior”, with seminars and books that teach people how to do it right. But how does for example the Knigge guidebook know what a “right way to behave” really is? Certainly, not every rule is totally comprehensible, but generally one has to admit that most of the behaviouristic codes, especially those that are “unwritten”, serve a distinct purpose.
As Norbert Elias says about the use of the knife as eating-utensil, an important addition to the general functionality of an object is its emotional value in society – or more general, its symbolic meaning. A knife is of course not always been used for eating. The first thought it is usually associated with is its use as a dangerous weapon – especially when pointed towards a human face. In medieval times, this connection was far stronger in people’s minds as it is today. As western societies were not yet fully pacified, the immediate reaction to a knife pointed at one’s own face would be to think of an attack. There was not yet a clear borderline between the use of a knife as a weapon and as a device only for eating, thus “the multi-purpose nature of the knife always posed the conceivable threat of danger at the dinner table.”
Zusammenfassung der Kapitel
Introduction: Der Einleitungsteil führt in die komplexe Begrifflichkeit von Zivilisation ein und postuliert, dass die Selbstkontrolle des Körpers ein zentrales Merkmal moderner Menschlichkeit darstellt.
1. Basic developments of the civilized body: Dieses Kapitel analysiert die historische Wandlung von Essgewohnheiten und Hygienepraktiken als Mittel zur sozialen Differenzierung.
1.1 The development of eating habits: Hier wird der Übergang vom Messer als Waffe hin zum utensilischen Gebrauch bei Tisch sowie die kulturelle Bedeutung von Tischmanieren untersucht.
1.2 The development of personal hygiene: Das Kapitel beleuchtet den Wandel von Körperreinheit als soziales Distinktionsmerkmal und die historische Dämonisierung bzw. Aufwertung von Wasser.
2. The social construction of shame: Basierend auf Norbert Elias wird das Schamgefühl als sozial konstruierter Mechanismus analysiert, der individuelle Körperkontrolle erzwingt.
3. Civilized Bodies in the 21st Century: Hier wird untersucht, wie moderne Medien und das Internet die Inszenierung des Körpers und die Wahrnehmung von Intimität im 21. Jahrhundert grundlegend verändern.
Conclusion: Das Fazit fasst zusammen, dass die Zivilisierung des Körpers weiterhin ein machtgeladener Prozess ist, dessen Akteure sich von religiösen Institutionen zu wissenschaftlichen und medialen Instanzen verschoben haben.
Schlüsselwörter
Zivilisationsprozess, Norbert Elias, Körperlichkeit, Essgewohnheiten, Hygiene, Scham, Sozialkonstruktivismus, Moderne, Massenmedien, Intimität, Netiquette, Selbstkontrolle, Körpergeschichte, soziale Distinktion, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und soziologische Bedeutung des „zivilisierten“ menschlichen Körpers und wie sich Verhaltensweisen im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Essmanieren, der Geschichte der Körperhygiene, der Entstehung von Schamgefühlen sowie der medialen Inszenierung des Körpers im 21. Jahrhundert.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Die primäre Forschungsfrage lautet: Kann der menschliche Körper in einem absoluten Sinne überhaupt zivilisiert werden, oder ist Zivilisation lediglich ein sich wandelndes soziales Konstrukt?
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine sozio-historische Analyse, wobei insbesondere die Zivilisationstheorie von Norbert Elias als theoretisches Fundament dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung materieller kultureller Praktiken (Essen/Hygiene), die psychologische Komponente (Scham) und die moderne mediale Ebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Zivilisationsprozess, Körperlichkeit, Scham, soziale Konstruktion und Identität.
Welche Rolle spielt das Messer in der Argumentation zur Zivilisierung?
Das Messer dient als Beispiel dafür, wie ein ehemals gefährliches Objekt durch soziale Regulierung und Ritualisierung (z.B. Abrunden der Spitze) in den zivilisierten Alltag integriert wurde.
Warum wird das Schamgefühl heute als "innere Instanz" bezeichnet?
Da äußere soziale Hierarchien in der Moderne subtiler geworden sind, hat sich die Überwachung des eigenen Verhaltens nach innen verlagert, was durch den Begriff des „inneren Blickes“ beschrieben wird.
Wie verändert das Internet laut Autor die "Schamgrenze"?
Der Autor argumentiert, dass durch die Anonymität und die ständige Möglichkeit der Identitätsneuschaffung im Internet die Schamgrenze nicht mehr weiter steigt, sondern tendenziell verschwindet.
Welche Auswirkung hat die mediale Darstellung von Gewalt auf die öffentliche Wahrnehmung?
Durch die anonymisierte und voyeuristische Darstellung von Gewalt in den Medien verlieren die Opfer ihre individuelle Identität, während das Publikum aus einer sicheren Distanz die Kontrolle über die öffentliche Moral behält.
- Arbeit zitieren
- Michael Martin (Autor:in), 2010, The civilized body, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163534